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Außenminister im Interview mit Euronews: Belarus ist zwischen zwei Feuer geraten

Politik 11.04.2018 | 15:54

MINSK, 11. April (BelTA) – Im Interview mit Euronews hat der belarussische Außenminister Wladimir Makej darauf aufmerksam gemacht, dass das moderne Belarus zwischen zwei feindlich gegeneinander gestimmte geopolitische Akteure geraten ist. Der gesamte Text des Interviews wurde auf der Webseite des Außenministeriums veröffentlicht.

„Leider sind wir heute zwischen zwei große geopolitische Akteure geraten: Russland auf einer Seite und die Europäische Union auf der anderen. Mit anderen Worten sind wir quasi zwischen zwei große Feuer geraten. Belarus bekommt von dieser Feindlichkeit der beiden Polen etwas ab. Denn unsere Wirtschaft ist exportorientiert und hängt von der marktwirtschaftlichen Konjunktur des Westens ab. Unser Anliegen sind gute Handelsbeziehungen mit Ost, West, Süd und Nord“, erklärte Minister.

„In der Situation, wo Russland und die EU gegenseitig Sanktionen verhängen, wird auch Belarus in Mitleidenschaft gezogen. Russland ist unser Schlüsselpartner, mit dem wir sehr intensive Beziehungen unterhalten und dabei sehr viel erreicht haben, von einem einheitlichen Raum von Brest bis Wladiwostok bis zur Gleichgerechtigkeit für die Bürger der beiden Staaten. Das bedeutet, Belarussen und Russen haben in den beiden Staaten die gleichen Rechte auf Bildung, Arbeit, einige soziale Leistungen usw. Wirtschaftlich gesehen hängt Belarus im Wesentlichen von Russland ab. Deshalb haben wir uns die Aufgabe gestellt, unsere ökonomischen Beziehungen zu diversifizieren. Und eben die EU ist unser zweitstärkste Handelspartner nach Russland.

Belarus ist bestrebt, gute Beziehungen in beide Richtungen aufrechtzuerhalten. Dieses Ziel haben wir stets vor Augen und arbeiten aktiv daran. Es wäre grundsätzlich falsch, eine Alternativfrage an Belarus zu stellen: „Sind sie mit Russland oder mit der EU?“. Das ist unser Schicksal, ein gutes Verhältnis zu Ost und West zu pflegen. Unsere weitere Entwicklung hängt davon ab.

In dieser Situation muss Belarus in den bilateralen Beziehungen mit den beiden Partnern ein vernünftiges und positives Gleichgewicht finden. Ab und zu werden unsere Beziehungen mit Russland von ökonomischen Auseinandersetzungen überschattet, zum Teil von künstlich geschaffenen Streitigkeiten. Aber als Partnerstaaten finden wir immer aus jeder prekären Lage einen Ausweg.

Auch wenn im Westen oft die Meinung vorherrscht, dass Belarus nur ein Aspekt der russischen Politik ist, muss ich erwidern. Belarus ist ein junger souveräner Staat, der selbstständig und im eigenen Interesse Entscheidungen trifft. Wir respektieren dabei die Meinung unserer europäischen und russischen Partner. Aber unsere Haltung zu oft strittigen Themen wie die Krise in der Ukraine oder die Lage in der Region haben wir immer unabhängig von den Ansichten unserer Nachbarn eingenommen.“

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