MINSK, 8. April (BelTA) – Der Kern der Kreativwirtschaft bilden Kunst, Literatur, Musik, Werbung, Architektur. Nach Berechnungen vom Nationalen statistischen Komitee beträgt der Anteil der Kreativindustrien in Belarus bereits etwa 5 Prozent des BIP. Das ist ein Indikator für die Entwicklungsstufe des Dienstleistungssektors und ein deutliches Zeichen für den Übergang zu einer Wissens-, Innovations- und Immaterialgüterwirtschaft. Dies teilte die Vorsitzende des Nationalen Statistischen Komitees, Inna Medwedewa, in einem Interview mit der Zeitschrift „Wirtschaft von Belarus“ mit.
„Die Kreativwirtschaft hat keine international einheitlich anerkannte Definition, sie ist ein sich entwickelndes Konzept – ein Wirtschaftsmodell, das auf der Schaffung und Monetarisierung einzigartiger Ideen und kreativer Inhalte basiert. Es ist eine Wirtschaft, die auf Wissen und Innovationen beruht, mit Schwerpunkt auf Kultur und Kulturerbe. Im engeren Sinne umfasst sie Industrien, in denen unabhängige Schöpfer mit ihren selbst geschaffenen Produkten Geld verdienen.“
Um die Kreativwirtschaft und ihren Beitrag zum BIP zu bewerten, wurden im Nationalen Statistischen Komitee in einer ersten Phase die Kreativindustrien und Wirtschaftstätigkeitsarten bestimmt. Die Analyse der Erfahrungen internationaler Organisationen und anderer Länder zeige eine große Vielfalt. Der Kern der Kreativwirtschaft seien jedoch Kunst, Literatur, Musik, Werbung und Architektur.
„Was die Besonderheiten der Methodik betrifft, so liegt der Schwerpunkt auf der Bruttowertschöpfung der Wirtschaftstätigkeitsarten, die zu den Kreativindustrien gehören. Künftig planen wir jedoch, die Liste der Indikatoren zu erweitern. Kreativindustrien wie Design, Medien und Informationstechnologie leisten einen positiven Beitrag zur Wirtschaft und zur Bildung von Humankapital: Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern die Entwicklung kleiner Unternehmen, den Tourismus und stärken die kulturellen Beziehungen“, fuhr Inna Medwedewa fort.
Der steigende Anteil der Kreativwirtschaft am BIP sei ein Marker dafür, dass das Land zu einer „Wissensökonomie“ werde. Wenn wir dies nicht bewerteten, könnten wir nicht verfolgen, wie der Strukturwandel vor sich gehe und wovon wir in 10 bis 15 Jahren leben würden, so die Gesprächspartnerin.
