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02 Oktober 2026, 16:00

Belarus schlägt vor, Ansätze für industrielle Kooperation in der EAWU neu zu starten

MINSK, 2. Oktober (BelTA) – Der belarussische Premierminister Alexander Turtschin hat auf der Sitzung des Eurasischen Zwischenstaatlichen Rates in erweitertem Format Vorschläge zur Entwicklung des industriellen Potenzials der EAWU-Staaten unterbreitet.

„Die Industrie ist das Hauptfundament der wirtschaftlichen Stabilität und der technologischen Souveränität jedes Staates. Unser industrielles Potenzial wächst im beschleunigten Tempo und ist in der Lage, als Lokomotive der eurasischen industriellen Kooperation zu wirken. Jeder von uns hat seine eigenen Stärken und hohe Kompetenzen auf dem einen oder anderen Gebiet. Die vorrangige Aufgabe besteht darin, sie klug zu bündeln und dieses Potenzial in gemeinsame Produkte, Technologien und neue Märkte umzuwandeln“, sagte Alexander Turtschin.

Der erste Vorschlag zur Erfüllung dieser Aufgaben ist es, die Ansätze für die industrielle Kooperation neu zu starten. „Belarus sieht ein erhebliches Potenzial der gemeinsamen Arbeit im Maschinenbau, in der Produktion von Komponenten und Ausrüstung, in der Mikroelektronik, der chemischen Industrie, der Pharmazeutik, den Biotechnologien, den neuen Materialien und den Informationstechnologien. Doch das Hauptkriterium für die Effektivität unserer Arbeit darf nicht die Liste der Richtungen sein, sondern reele gemeinsame Projekte und Produkte, die sowohl auf dem EAWU-Markt als auch auf externen Märkten wettbewerbsfähig sind“, bemerkte der Premierminister.

In der EAWU seien dafür erste Schritte unternommen worden – seit dem dritten Jahr bestehe ein Pilotmechanismus zur Finanzierung gemeinsamer Kooperationsprojekte. „Zugleich wurden in der Praxis seine Schwachstellen offengelegt: die administrative Belastung und die langwierigen Verfahren der Projektauswahl durch die Eurasische Wirtschaftskommission verringern die Attraktivität dieses Mechanismus für mittelständische Unternehmen. Es gibt auch Fragen zu den Projekten selbst – das Fehlen einer innovativen Komponente, duplizierende Produktionen. Jedes Projekt muss nicht mit der Suche nach einer formalen Zahl von Teilnehmern beginnen, sondern mit einer konkreten wirtschaftlichen Aufgabe: Wer wird der Verbraucher der Produkte sein, welche Kompetenzen sind erforderlich, wo wird die Produktion organisiert und wie wird der Endmarkt aussehen. Ich bin der Ansicht, dass die Ansätze für den Finanzierungsmechanismus aller oder einzelner Gruppen von Kooperationsprojekten vervollkommnet werden können, ohne den Abschluss des Pilotprojekts abzuwarten. Zumal die Finanzen dafür im Haushalt der Union vorhanden sind“, wies der Leiter der belarussischen Regierung hin.

Der zweite Vorschlag ist die Schaffung eines „Fließbandes“ von der wissenschaftlichen Idee bis zur Serienproduktion. Wie Alexander Turtschin betonte, seien für die Herstellung komplexer Produkte nicht nur Produktionskapazitäten erforderlich, sondern auch technische Lösungen, Software, moderne Materialien und eine Prüfbasis. Heute gebe es in der EAWU wissenschaftliche Organisationen, Ingenieurschulen, Industriebetriebe und Finanzinstrumente. Doch zwischen Entwicklung und industrieller Einführung bestehe nach wie vor eine Kluft.

„Eurasische Technologieplattformen müssen keine Plattform für Diskussionen sein, sondern ein Mechanismus zur Vorbereitung eines konkreten Produkts. Das Ergebnis können ein Prototyp, eine neue Technologie, ein Industrieauftrag oder eine fertige Produktionskette sein“, fügte der Premierminister hinzu.

Weitere Vorschläge sind wie folgt: Die KI soll zu einem Instrument des Produktivitätswachstums werden; die Verkehrskorridore sollen in digitale Produktions- und Logistik-Ketten umgewandelt werden. Und der abschließende Punkt sei der Schutz des EAWU-Binnenmarktes.

„Heute ist eine neue Integrationsform erforderlich – eine Integration, in der die Wissenschaft den Bedarf der Industrie kennt, die Finanzierung einem vielversprechenden Produkt folgt, die digitalen Technologien die Produktivität steigern und die Logistik und der gemeinsame Markt die Skalierung gewährleisten. Die Union ist mit ihrem Potenzial bereit, eine solche groß angelegte Aufgabe umzusetzen. Nötig ist nur unser einheitlicher fester Wille, diesen Weg zu gehen“, akzentuierte der Leiter der belarussischen Regierung.

Er dankte den Regierungschefs der EAWU-Staaten dafür, dass sie den Vorschlag unterstützt haben, die Sitzung des Eurasischen Zwischenstaatlichen Rates in Minsk zeitgleich mit den Veranstaltungen der internationalen Industrieausstellung „INNOPROM. Belarus“ abzuhalten. „Die Ausstellung wird zu einer neuen Plattform für die Erarbeitung strategischer Entwicklungsrichtungen im industriellen Bereich auf dem eurasischen Raum. Nicht von ungefähr widmen wir in diesen Tagen gerade dieser Frage so viel Aufmerksamkeit“, bemerkte Alexander Turtschin.
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