KREIS OSTROWEZ, 7. April (BelTA) – Belarus und Usbekistan haben sich darauf verständigt, die Zusammenarbeit im Bereich der Kernenergie zu vertiefen. Dies teilte Energieminister Denis Moros bei einem Besuch des belarussischen Kernkraftwerks mit.
Laut Denis Moros verbinden Belarus und Usbekistan langjährige, herzliche Beziehungen, die auf einer gemeinsamen Zukunftsvision beruhen. Dies spiegele sich in der Entscheidung Usbekistans wider, ein eigenes Kernkraftwerk zu errichten und damit in den Kreis der Länder mit Kernenergie einzutreten. „Belarus hat seit 2008 einen langen Weg in diesem Bereich zurückgelegt und sich umfangreiche Kompetenzen im Bau und Betrieb eines Kernkraftwerks erarbeitet“, so der Minister.
Das belarussische Energieministerium und die Agentur „Uzatom“ unterzeichneten im vergangenen Jahr eine Roadmap, die Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch vorsieht. „Belarus ist bereit, offen über seine Erfahrungen zu berichten, einschließlich des Aufbaus der Infrastruktur, der Ausbildung von Fachkräften und der Erschließung neuer Technologien. Im Rahmen dieser Vereinbarung tauschen sich die Experten beider Länder regelmäßig aus. Derzeit führt eine Delegation usbekischer Fachleute unter der Leitung des stellvertretenden Premierministers Konsultationen in Belarus durch, um sich mit der Infrastruktur für den Kernkraftwerksbau, dem Personalschulungssystem und Betriebsfragen vertraut zu machen“, so Moros.
Denis Moros betonte, dass Belarus und Usbekistan die Vertiefung ihrer Zusammenarbeit in diesem Bereich vereinbart hätten.
Das belarussische Kernkraftwerk hat einen erheblichen Einfluss auf die Energieversorgung des Landes: Rund 40 Prozent des verbrauchten Stroms stammen daraus. Die Gesamterzeugung hat 58 Milliarden Kilowattstunden überschritten, wodurch Erdgas substituiert und die Devisenbelastung des Haushalts gesenkt werden kann. „Im November vergangenen Jahres wurde der Bau des dritten Blocks am Standort des belarussischen Kernkraftwerks beschlossen. Derzeit laufen Verhandlungen mit der Staatskorporation Rosatom über die Vorbereitung eines Rahmen-Generalsubvertrags, der den Prozess des neuen Kraftwerksblocks beschreiben soll. Die Unterzeichnung des Dokuments wird in Kürze erwartet“, skizzierte der Energieminister die Perspektiven.
Die usbekische Delegation unter der Leitung des stellvertretenden Premierministers Usbekistans, Achilbay Ramatov, besuchte das belarussische Kernkraftwerk, um sich über die belarussischen Erfahrungen zu informieren. An dem Besuch nahmen auch der stellvertretende Premierminister Wiktor Karankewitsch und der Generaldirektor des belarussischen Kernkraftwerks Sergej Bobowitsch teil.
