MINSK, 14. April (BelTA) - Alexej Derbin, der Leter der Direktion für Kernenergie im Energieministerium, äußerte sich während einer städtischen Informationsveranstaltung im Minsker Rathaus zur Relevanz des belarussischen Kernkraftwerks für das Land.
Alexej Derbin wies darauf hin, dass thermische Kraftwerke, die mit Kohlenwasserstoffen betrieben werden, zeitweise über 90 % der Stromproduktion in Belarus ausmachten. „Das ist jedoch nicht ganz korrekt. Es ist wichtig, auch andere Energiequellen mit unterschiedlichen Brennstoffen in die Bilanz einzubeziehen. Die Landesführung hat dies erkannt. Im Jahr 2008 entschied das Staatsoberhaupt während einer Sicherheitsratssitzung, dass der Bau eines Kernkraftwerks notwendig ist“, erklärte er.
Der Direktor hob hervor, dass Fachleute mit der Auswahl des sichersten und effektivsten Designs beauftragt wurden. „Im Mai 2012 begannen die Aushubarbeiten für den ersten Block des belarussischen Kernkraftwerks. Im Juli 2012 wurde der Generalvertrag für den Bau des Kernkraftwerks unterzeichnet. Im November 2020 wurde der erste Block an das nationale Energienetz angeschlossen, und im November 2023 erhielt der zweite Block die Inbetriebnahmebescheinigung“, so Alexej Derbin.
Er berichtete außerdem, dass bis dato über 59 Milliarden kWh Strom erzeugt und über 16 Milliarden Kubikmeter Erdgas eingespart wurden. „Wir haben die Stromimporte vollständig eingestellt. Das belarussische Kernkraftwerk deckt rund 40 % des gesamten Strombedarfs des Landes“, bemerkte der Direktor.
Laut seinen Aussagen hat die Entscheidung, ein Kernkraftwerk zu bauen, unter anderem den Wechsel zu elektrischen Heizsystemen in Wohnhäusern und die dynamische Entwicklung der Elektromobilität ermöglicht. „Derzeit gibt es bereits mehr als 54.000 Elektrofahrzeuge im Land, und diese Zahl steigt rasant. Zudem sind über 2.000 Ladestationen vorhanden“, ergänzte Alexej Derbin.
Darüber hinaus hat der Bau des Kraftwerks auch Auswirkungen auf die Entwicklung von Ostrowez gehabt. „Die Einwohnerzahl ist von 8.000 auf über 15.000 angestiegen. Die soziale Infrastruktur wurde erweitert: Ein regionales medizinisches Zentrum, zwei Schulen und vier Kindergärten wurden gebaut. Zudem entstanden mehr als 210.000 Quadratmeter Wohnraum, drei moderne Wohnviertel und zwei Sportanlagen. Der Kreis Ostrowez gehört regelmäßig zu den drei Regionen mit dem höchsten Lohnniveau im Land“, berichtete er.
Das belarussische Kernkraftwerk zeichnet sich durch hohe Sicherheitsstandards aus. „Zuallererst begann alles mit der Projektauswahl. Wir verfügen über eine ausreichende Anzahl aktiver und passiver Sicherheitssysteme, um im Notfall die nukleare und Strahlensicherheit zu gewährleisten. Zweitens ist die Personalschulung von entscheidender Bedeutung. In Zusammenarbeit mit unseren russischen Kollegen haben wir zunächst Fachkräfte ausgebildet. Anschließend wurde im belarussischen Kernkraftwerk selbst ein Schulungszentrum eröffnet, das die Ausbildung von Personal ermöglichte. Eine Sicherheitskultur ist ebenfalls unerlässlich. Sie erfordert, dass Sicherheit bedingungslos Vorrang vor allen anderen Belangen, einschließlich wirtschaftlicher, hat“, erklärte der Leiter.
Er merkte außerdem an, dass die Arbeiten am Bau des dritten Blocks des belarussischen Kernkraftwerks bereits im Gange seien. „Wir sind überzeugt, dass die Kernenergie die Energiequelle ist, die unseren wachsenden Strombedarf decken und uns mit allem Notwendigen versorgen kann“, schloss Alexej Derbin.
