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02 April 2026, 10:32

Kernenergieerzeugung, Gasbranche, Digitalisierung. Wie Belarus und Russland im Bereich Energie zusammenarbeiten

APRIL, 2. März (BelTA) – Wie Belarus und Russland im Bereich Energie zusammenarbeiten, teilte die Pressestelle des Energieministeriums.

„Die Zusammenarbeit zwischen Belarus und Russland im Energiebereich nimmt zunehmend einen anwendungsorientierten und systemischen Charakter an. Es geht nicht nur um die Entwicklung einzelner Richtungen, sondern auch um die Herausbildung eines stabilen Modells der branchenspezifischen Integration – gestützt auf industrielle Kooperation, einheitliche Ansätze und langfristige Lösungen. Heute umfasst die Zusammenarbeit die gesamte Bandbreite – von der Lieferung von Ausrüstungen und dem Kundendienst bis hin zur Digitalisierung, der Kernenergieerzeugung und der Bildung gemeinsamer Energieressourcenmärkte“, so das Energieministerium.

Ein wichtiger Bestandteil bleibt der Gassektor, der das Fundament der energetischen Sicherheit des Unionsstaates bildet. Für 2026 wurden Vereinbarungen zu den Bedingungen der Lieferung von russischem Erdgas für einen neuen Zeitraum zu für Belarus vorteilhaften Konditionen erzielt. Infolge der Inbetriebnahme des belarussischen Kernkraftwerks, das etwa 40 Prozent der Stromerzeugung bereitstellt, hat sich die Struktur der Energiebilanz verändert. Erdgas behält jedoch eine bedeutende Rolle – sein Verbrauch liegt bei etwa 17 Milliarden Kubikmetern pro Jahr. Es hat sich ein stabiles Kooperationsmodell herausgebildet: Gazprom gewährleistet zuverlässige Lieferungen, Belarus den Transit und termingerechte Abrechnungen.

Ein logischer Schritt der Integration ist die Bildung eines gemeinsamen Strommarktes des Unionsstaates. Der im Dezember 2024 unterzeichnete Vertrag legt die rechtlichen Grundlagen für dessen Funktionsweise fest und sieht eine schrittweise Entwicklung unter Berücksichtigung der Besonderheiten der nationalen Energiesysteme vor. Es wird erwartet, dass die Umsetzung dieser Beschlüsse die Zuverlässigkeit der Energieversorgung erhöht, die Kosten senkt, Bedingungen für die Anwerbung von Investitionen schafft und die energetische Sicherheit durch ein effizienteres Ressourcenmanagement stärkt. 

Nach den Ergebnissen des Jahres 2025 ist der Warenumsatz zwischen den Organisationen des Energieministeriums und Russland deutlich gestiegen – auf 186,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Importlieferungen entwickelten sich mit 208,2 Prozent überproportional, während im Dienstleistungsbereich eine stabile Dynamik der Zusammenarbeit erhalten bleibt.

Die praktische Dimension der Zusammenarbeit zeigt sich in der Modernisierung der Infrastruktur und der Erneuerung der Branche. Im Jahr 2025 wurde die Installation eines russischen Turbogenerators im Heizkraftwerk Grodno-2 abgeschlossen. Parallel dazu erfolgt die Erstellung eines digitalen Modells des belarussischen Energiesystems im Spannungsbereich von 110–750 kV, sowie die Erarbeitung von Lösungen für den automatisierten Austausch technologischer Informationen mit dem russischen Energiesystem.

Die Zusammenarbeit entwickelt sich auch auf technologischer Ebene. In der Branche werden digitale Simulatoren zur Personalschulung eingeführt, und es werden Projekte im Bereich der Energiespeicherung umgesetzt. Die Anwendung additiver Technologien, die eine höhere Effizienz bei der Instandhaltung und dem Betrieb von Ausrüstungen ermöglichen, wird ausgeweitet.

Eine besondere Stellung nimmt die Kernenergie ein, wo die Zusammenarbeit den gesamten Lebenszyklus der Branche umfasst. Es wurden Verträge für die Wartung des belarussischen Kernkraftwerks abgeschlossen, die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit wird ausgebaut, und es ist ein System für die Entsorgung abgebrannter Kernbrennstoffe etabliert worden. Mittelfristig wird die weitere Entwicklung der Kernenergieerzeugung in Betracht gezogen, einschließlich des Baus des dritten Blocks des belarussischen Kernkraftwerks und der Möglichkeit der Errichtung eines zweiten Kernkraftwerks.

„Belarus und Russland gehen im Energiebereich schrittweise von Einzelprojekten zur Herausbildung eines einheitlichen Technologieraums über. Dabei ist es für unser Land von grundlegender Bedeutung, die energetische Selbstständigkeit zu bewahren und zu stärken, um die Zuverlässigkeit der Energieversorgung und eine nachhaltige Entwicklung der nationalen Wirtschaft zu gewährleisten“, betonte Energieminister Denis Moros.

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