MINSK, 7. April (BelTA) – Die Rolle der wissenschaftlichen Begleitung bei der Tätigkeit der Belarussischen Nationalen Biotechnologiekorporation (BNBK) besteht darin, bei der Schaffung eines marktreifen Produkts zu helfen, mit dem man in Nischen mit Knappheit vorstoßen und diese rechtzeitig besetzen kann. Dies erklärte der Vorsitzende des Präsidiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften (NAN), Wladimir Karanik, gegenüber Journalisten im Anschluss an eine Beratung beim belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko über die Entwicklung der Belarussischen Nationalen Biotechnologiekorporation.
Der Leiter der Nationalen Akademie der Wissenschaften betonte, dass die BNBK ein wirklich bedeutendes Projekt sei, in dessen Rahmen neue Produktionsflächen gebaut und neue Technologien erschlossen wurden. Bildlich gesprochen verfüge Belarus derzeit über Technologien auf Anwenderniveau, erläuterte er. „Das heißt, uns wurde die Produktionstechnologie übergeben, um alle technologischen Prozesse in Gang zu setzen und das Endprodukt zu erhalten“, so Wladimir Karanik.
Jetzt gehe es darum, die nächste Stufe zu erreichen – mit Unterstützung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Technologien auf Entwicklerniveau zu erschließen. „Hier ist bereits eine wissenschaftlich-methodische Begleitung erforderlich, die auf die Steigerung der Stabilität des Corynebacteriums (das zur Herstellung von Lysin verwendet wird, das wiederum als Futtermittelzusatz in der Tierhaltung und in der Lebensmittelindustrie dient) und seiner Produktivität sowie auf die Schaffung abfallfreier Kreisläufe abzielt, bei denen das Nebenprodukt eines technologischen Prozesses, das nur einen geringen Restwert hat, zum Rohstoff für den nächsten technologischen Prozess wird und sich in eine Ware verwandelt, die sich leicht mit guter Marge absetzen lässt“, sagte der Leiter der Nationalen Akademie der Wissenschaften.
Nach seinen Worten sind die Fachleute der BNBK bereits erheblich vorangekommen und haben die Produktivität des Corynebacteriums gesteigert. Derzeit sei es wichtig, die Stabilität dieses Prozesses zu gewährleisten und dabei die Wirtschaftlichkeit zu berechnen. „Damit die Komponenten, die der Nährlösung jeweils zugesetzt werden müssen, nicht den gesamten Gewinn aus dem Produktionszuwachs zunichtemachen. Die Aufgabe besteht also darin, diesen Prozess stabil, kostengünstiger und dennoch hochproduktiv zu gestalten. Das ist keine rein technologische, sondern eine wissenschaftliche Aufgabe. Ich hoffe – wir haben das mit Nikolai Gennadijewitsch Snopkow besprochen – dass die Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern und unsere Erfahrung es uns ermöglichen werden, diese Aufgabe effektiver zu lösen als bisher“, sagte er.
Wladimir Karanik wurde auf Beschluss des Präsidenten in die Arbeitsgruppe aufgenommen, die die Effektivität der Perspektiven der Biotechnologieentwicklung im Land bewerten soll. Auf die Frage, welche Aufgaben dieser Gruppe und seiner Rolle darin zukämen, betonte der Leiter der Nationalen Akademie der Wissenschaften: „Die vielversprechendsten Richtungen auszuwählen, in denen wir zu den wenigen gehören werden, die ein fertiges Produkt mit hohen Marktchancen und hoher Marge anbieten. Nicht versuchen, das zu machen, was andere bereits machen und wo der Markt überhitzt ist. Wir müssen genau die Nischen mit Knappheit finden und sie rechtzeitig besetzen.“
Was die Kompetenzen der belarussischen Wissenschaftler in diesem Bereich betrifft, ist der Leiter der Akademie der Wissenschaften überzeugt: Sie sind ausreichend. Für die Genom-Editierung wird weltweit die CRISPR/Cas9-Technologie verwendet. In Belarus beherrschen sie beispielsweise die Fachleute des Instituts für Mikrobiologie, des Instituts für Genetik der Nationalen Akademie der Wissenschaften. „Das Niveau der Laborexperimente zeigt, dass unsere Wissenschaftler den Umgang mit Mikroorganismen, Pflanzen- und Tierzellen beherrschen. Ich glaube, dass in Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern, gestützt auf die konkrete Produktion der BNBK, unsere Kompetenzen ausreichen werden, um die wissenschaftlich-methodische Begleitung des technologischen Prozesses zu gewährleisten und neue Richtungen und neue Produkte vorzuschlagen, deren Integration in die Technologie der BNBK die wirtschaftlichen Kennzahlen verbessern wird“, so Wladimir Karanik.
