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Wirtschaft
08 April 2026, 13:53

Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist eine der Prioritäten der Landesentwicklung bis 2035

MINSK, 8. April (BelTA) – In der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung von Belarus bis 2035 wird der Übergang zur Kreislaufwirtschaft als eine der Prioritäten festgelegt. Die wichtigsten Ziele sind: die Einführung umweltfreundlicher Designs und Verpackungen, ressourceneffiziente Produktion, industrielle Symbiose, Sharing sowie die Steigerung des Anteils an Sekundärrohstoffen. Wie Alexander Schuschkewitsch, Leiter der Abteilung für Naturressourcen und Entwicklung der grünen Wirtschaft am Wissenschaftlich-Forschungsinstitut für Wirtschaft des Wirtschaftsministeriums und Kandidat der Wirtschaftswissenschaften, in einem Interview mit der Zeitschrift „Wirtschaft von Belarus“ erklärte, verfügt Belarus auf diesem Weg über recht gute Ausgangspositionen. 

„Ein vielversprechender Ansatz zur Steigerung der Effizienz und Ressourcenschonung ist die industrielle Symbiose, also die Zusammenarbeit von Unternehmen, die bei uns bislang noch in begrenztem Umfang stattfindet, obwohl es bereits erfolgreiche Beispiele gibt“, betonte Alexander Schuschkewitsch. „Dazu gehören die Nutzung von Brauchwasser aus einem benachbarten Betrieb bei der Herstellung von Stahlbetonprodukten in der freien Wirtschaftszone „Minsk“, eine gemeinsame Sanitär- und Schutzzone sowie Pläne zur Errichtung eines Öko-Industrieparks in der freien Wirtschaftszone „Mogiljow“, ein gemeinsames Zwischenlager in der freien Wirtschaftszone „Gomel-Raton“ sowie ein Innovationszentrum im Industriepark „Great Stone“.  

Ein entscheidender Hemmfaktor ist nach Ansicht des Wissenschaftlers der Mangel an Informationen. Alle Unternehmen kennen ihre Ressourcen und Bedürfnisse gut, wissen aber nicht immer, was jenseits ihrer Zäune geschieht.

„Wir hatten den Vorschlag, eine Reihe von Diensten zu schaffen, die in die Plattform ‚Smart City‘ integriert sind, die in den großen Zentren der Republik aktiv eingeführt wird – zum Beispiel für die Vermietung (Suche) von Ausrüstung und Technik sowie den Austausch von Produktionsnebenprodukten und Abfällen in Industriegebieten. „Die Kommunikation zwischen benachbarten Unternehmen muss verbessert werden“, meint der Wissenschaftler. 

Und wenn ein Unternehmen ein Investitionsprojekt, den Bau einer Straße oder eines Heizwerks plant und das Nachbarunternehmen ebenfalls daran interessiert ist, kann man kooperieren und das Projekt deutlich kostengünstiger umsetzen. 

„Meiner Meinung nach ist die Idee, einen Crowdsourcing-Dienst zur Unterstützung gemeinsamer Bürgerinitiativen für die Stadtverschönerung und -entwicklung einzuführen, durchaus vielversprechend“, meint der Gesprächspartner. – Etwas Ähnliches wie die Plattform der Moskauer Regierung „Stadt der Ideen“. Der Dienst ist eine Plattform, auf der jeder seine eigene Idee veröffentlichen kann, zum Beispiel zur Aufwertung eines brachliegenden Geländes oder zum Bau eines Sportplatzes in einem Wohngebiet, sowie für bereits eingereichte Ideen abstimmen und möglicherweise sogar staatliche Unterstützung für deren Umsetzung erhalten kann.“

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