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Wirtschaft
25 Januar 2026, 22:28

Wie sollen gemeinsame Investitionsprojekte von Belarus und Russland sein? 

MINSK, 25. Januar (BelTA) – Neue gemeinsame Investitionsprojekte, die Belarus und Russland in Angriff nehmen, sollen rentabel sein und sich schnell rentieren können. Das erklärte der neue Botschafter der Republik Belarus in der Russischen Föderation, Juri Seliwerstow, in einem Interview mit dem TV-Sender „Belarus 1“.
Auf die Frage, ob es die Notwendigkeit gibt, in naher Zukunft neue Integrationsprozesse im Unionsstaat Belarus-Russland umzusetzen, erwiderte der Diplomat, die beiden Staaten hätten bereits gemeinsame Projekte vereinbart. Aus seiner Sicht aber würden sie nicht schnell genug umgesetzt. „Dafür gibt es mehrere Gründe“, so Seliwerstow. „In erster Linie sind es zu hohe Erwartungen. Unsere Kollegen glauben, dass es sehr einfach ist, schnell einen Produktionsstandort zu bestimmen, Cluster einzurichten, Anlagen zu beschaffen.“

Zweitens sei es wichtig, dass sich die Projekte auch rentierten. Russland habe für die Finanzierung der gemeinsamen Investitionsprojekte rund 105 Milliarden Rubel bereitgestellt. „Wir müssen den Weg, den wir gegangen sind, neu bewerten und uns auf die weitere Richtung festlegen“, fügte Juri Seliwerstow hinzu.

„Einfache Bürger denken: Je mehr es interessante gemeinsame Projekte gibt, desto besser. Aber man muss verstehen, dass ein Projekt schnell umsetzbar und rentabel sein muss, weil dafür unter anderem auch öffentliche Gelder ausgegeben werden. Selbst Kredite sollen später zurückgezahlt werden. Wenn später etwas schiefgeht, könnten Fragen entstehen. Wir haben also kein Recht, mit Steuergeldern zu experimentieren, und die Zeit drängt“, erklärte der Botschafter. Außerdem betonte er, dass es Perspektiven für die Weiterentwicklung gebe, man aber auch aus der bisherigen Arbeit wichtige Schlüsse ziehen müsse.

Nicht die Verträge an sich, sondern ihre Umsetzung sollten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, sagte Seliwerstow. „Wir müssen verstehen, dass unsere Partner beim Unterzeichnen der Verträge hoffen, belarussische Produkte zu erhalten, und dabei auf Produkte anderer Hersteller aus anderen Ländern verzichten, vielleicht sogar auf ihre eigenen. Sie wählen unsere Produkte nach solchen Kriterien wie Preis, Qualität und andere“, erklärte der Botschafter. „Aber all das kann zunichte gemacht werden, wenn wir diese Produkte nicht rechtzeitig liefern. Dann gibt es keine teuren, günstigen, schlechten oder hochwertigen Produkte. Es gibt überhaupt keine Produkte. Wir dürfen unsere Partner auf keinen Fall enttäuschen. Deshalb müssen wir all diese Fragen sorgfältig überprüfen und im Auge behalten, damit es keine unerwarteten Dinge passieren. Es schadet unserem Ansehen, wenn wir Verpflichtungen eingehen und sie nicht erfüllen können. Das wird uns niemand verzeihen.“ 

Er betonte, dass eine produktive Zusammenarbeit auch eine gemeinsame Grundlage für weitere Interaktionen in anderen Bereichen bildet.

Belarus wolle seine Position auf dem russischen Warenmarkt erhalten. „Wir wollen sie definitiv erhalten, aber wir müssen auch verstehen, dass die Fragen nicht nur beim Geld liegen, sondern auch bei der Menge der verkauften Produkte, welche Produkte wir dorthin liefern, sowie bei der Wertschöpfung. Denn es ist nicht unser Ziel, viele billige Traktoren zu verkaufen und damit nur ein paar Kopeken Gewinn zu machen. Wir sollten qualitativ hochwertige Produkte liefern. Das ist der Weg zum Wachstum des Warenumsatzes. Und er beeinflusst Gewinne und Haushaltseinnahmen“, resümierte er. 
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