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08 September 2021, 17:18
Wadim Gigin

Ereignisse von August 2020 haben die Gesellschaft mobilisiert

Wadim Gigin
Wadim Gigin
Dekan der Fakultät für Philosophie und Sozialwissenschaften, BGU

MINSK, 8. September (BelTA) – Die Ereignisse vom vergangenen August haben die Gesellschaft mobilisiert und jene Personen stark gemacht, die die Unabhängigkeit, Souveränität und Interessen des Staates verteidigen. Diese Meinung äußerte Wadim Gigin, Dekan der Fakultät für Philosophie und Sozialwissenschaften der Belarussischen Staatlichen Universität, auf dem Forum „Einiges Belarus“, das in diesen tagen in Minsk stattfindet.

„Gegner, Opponenten, Staatskritiker behaupten, dass wir uns in die Zeit vor dem 9. August 2020 zurückversetzen wollen. Nichts dergleichen! Die letzten Präsidentschaftswahlen haben unser System erschüttert. Wir brauchen heute eine zivile Mobilisierung“, sagte Wadim Gigin. „Vor dem 9. August waren wir schwächer als jetzt“.

Nach Ansicht des Experten ist es uns damals gelungen, der Farbrevolution zu widerstehen und unsere Unabhängigkeit und Souveränität zu verteidigen. Er erinnerte sich an die Kundgebung vom 16. August 2020, als die Anhänger des belarussischen Präsidenten aus allen Regionen des Landes auf dem Unabhängigkeitsplatz zusammenkamen. Gigin sieht in dieser Zusammenkunft ein Beispiel für die Einheit.

„Die Idee stammt aus den Regionen. Die Menschen sagten: Wir brauchen politische Mobilisierung. Wir wollen offen über Probleme sprechen und gemeinsam Lösungen finden. Wir brauchen heute Projekte der Zukunft und einen Plan, wie wir unser Belarus zu bauen haben“, sagte Wadim Gigin.

Es fanden mehrere Foren statt. Sie mündeten in eine Reihe von Projektportfolios, die in naher Zukunft vorgestellt werden. Die öffentliche Gesellschaft Snanije (Wissen) wird die Grundlage für die Durchführung dieser Projekte bilden.

„Jetzt stellt sich die Frage: Wie geht es weiter, welches politische System werden wir schaffen? Und zwar nicht für die nächsten vier oder fünf Jahre, sondern für die Zukunft kommender Generationen, die dieses System am Leben halten werden. Wir brauchen einen Neustart, einen Restart des politischen Systems in Belarus. Und wir müssen auf diesem Weg Bedrohungen und Herausforderungen vermeiden“, fügte Wadim Gigin hinzu.

Er warnte davor, andere Systeme blindlings zu kopieren. Belarus braucht ein lebensfähiges System. Ein weiteres großes Risiko auf diesem Weg ist das Fehlen einer nationalen Idee. „Wir können keine Gesellschaften aufbauen, wenn wir keine Ideologie haben. Wir müssen die Frage beantworten: Wohin gehen wir?“ sagte der Experte.

Ein weiteres aktuelles Thema ist die Wirtschaft. Angesichts des wachsenden Einflusses der Privatwirtschaft müssen wir das Problem der Sozialisierung des Unternehmertums lösen und seine soziale Verantwortung stärken.

Zu den Aufgaben der aktuellen Stunde gehört es auch, negative Klischees und Mythen über Belarus und die Belarussen zu zerstören. Die soziologische Forschung spielt dabei eine große Rolle. „Wir setzen uns dafür ein, dass soziologische Studien häufiger durchgeführt werden müssen. Außerdem sollten wir unseren Staatsmännern und Politikern beibringen, soziologische Instrumente zur Entscheidungsfindung zu nutzen“, betonte Gigin.

Das Forum in Minsk versammelte rund 600 Teilnehmer - Vertreter aus Parlament, Verwaltung, Gewerkschaft, Politik und öffentlichen Verbänden. Ihre Teilnahme am Forum sagten viele Studentinnen und Studenten zu. Eingeladen wurden auch prominente belarussische Politikwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler und Soziologen.

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