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11 Juli 2022, 16:18
Wadim Gigin

Es wird versucht, uns zu beweisen, dass Russland historischer Feind von Belarus ist

Wadim Gigin
Wadim Gigin
Dekan der Fakultät für Philosophie und Sozialwissenschaften, BGU

MINSK, 11. Juli (BelTA) - Diejenigen, die die Geschichte umschreiben wollen, haben nur ein Ziel: zu beweisen, dass Russland ein historischer Feind von Belarus ist. Das erklärte Wadim Gigin, Vorstandsvorsitzender der staatlichen öffentlichen Vereinigung „Snanije“ (Wissen), im Rahmen des Projekts "Thema im Gespräch" auf dem YouTube-Kanal von BELTA.

"Es ist heute üblich, eine bestimmte historische Periode mit einem Ziel vor Augen zu wählen, um zu beweisen, dass Russland unser historischer Feind sei. Niemand kümmert sich um die lange Geschichte des Großfürstentums Litauen und die langen Perioden, in denen nicht nur Frieden herrschte, sondern ein Bündnis mit Russland. So wurde beispielsweise in der Zeit von Jagajlo seine Ehe mit einer Verwandten von Dmitri Donskoj in Betracht gezogen. Im 15. Jahrhundert war das Verhältnis sehr kompliziert. Die Tochter von Witowt war die Frau des Großfürsten von Moskau. Die Tochter von Iwan III. war die Frau von Alexander Jagellontschik. Man kann viele solche Beispiele anführen", sagte Wadim Gigin.

Dennoch, so der Politikwissenschaftler, werden aus der gesamten wechselvollen Geschichte des Großfürstentums Litauen bestimmte Zeiträume ausgewählt. "Insbesondere die litauisch-moskauischen Kriege, deren Geschichte verfälscht wird. Die Schlacht von Orscha ist ein anschauliches Beispiel dafür. All dies ist darauf ausgerichtet, Russland zu einem jahrhundertealten Feind zu erklären. Das ist kein spontaner Prozess", betonte Wadim Gigin.

Seiner Ansicht nach geschah dasselbe in der Ukraine, Transkaukasien, Zentralasien und anderen Regionen. "Selbst in Bulgarien, wo Russland ein Befreier ist. Als der Jahrestag der Befreiung Bulgariens gefeiert wurde, wurde Russland einfach durch Kommata getrennt unter den Staaten aufgeführt, die Teil des Russischen Reiches waren und jetzt unabhängig sind. Offensichtlich müssen sich die Russen beleidigt fühlen, wenn sie über Finnland, Armenien und Aserbaidschan sprechen und erst dann über Russland. Aber die Initiative geht von St. Petersburg und dem russischem Zar Alexander II. aus. Selbst in Bulgarien, wo das historische Gedächtnis heilig ist, wird versucht, die Geschichte neu zu schreiben. Sie ist in der Tat eine Geisel geopolitischer Ziele, politischer Kämpfe und ideologischer Auseinandersetzungen", sagte er.

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