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21 Oktober 2021, 14:47
Wadim Gigin

Polnische Politiker sind von Chauvinismus und Xenophobie erfasst

Wadim Gigin
Wadim Gigin
Dekan der Fakultät für Philosophie und Sozialwissenschaften, BGU

MINSK, 21. Oktober (BelTA) – Die polnischen Politiker sind von einem unglaublichen Chauvinismus, Xenophobie, Nationalismus und der Idee einer neuen Rzeczpospolita erfasst. Diese Meinung äußerte Wadim Gigin, Vorstandsvorsitzender der belarussischen Gesellschaft „Snanije“, im Gespräch mit dem Rundfunksender „Alfa Radio.“

„Der bedeutende Teil des polnischen Establishments hatte beim EU-Beitritt gar nicht vor, irgendwelche europäische Werte oder die europäische Ideologie zu vertreten. Der Großteil der polnischen Eliten bekennt sich zum klassischen osteuropäischen Nationalismus. Die polnischen Politiker sind erfasst von einem unglaublichen Chauvinismus, Xenophobie, Nationalismus und der Idee, eine neue Rzeczpospolita ins Leben zu rufen. Sie brauchen eine eigene Einflusszone“, so der Experte.

Nach seiner Meinung brauchte Polen die EU-Mitgliedschaft aus zwei Gründen. „Erstens liegt der polnischen Reichsidee die Zugehörigkeit zum Europäertum zugrunde. Polen wollten schon immer beweisen, dass sie bessere Europäer sind als Franzosen, Briten oder Spanier. In Paris, London und Madrid war man aber einer anderen Meinung. Im 17. Jahrhundert hielt das Abendland die Polen für ein wildes Volk. Polen glaubt selbst nicht an die europäischen Werte, die es nach Osten bringt, benötigt aber eine formale Bestätigung, was ihm durch den EU-Beitritt gelungen war. Zweitens: Polen erhielt einfach 160 Milliarden Euro. 50 Milliarden Euro hat das Land eingezahlt, 110 Milliarden Euro war ihr Reingewinn“, sagte Gigin.

Die EU fordert von Polen, dass es seinen Verpflichtungen aus der Genfer Flüchtlingskonvention nachkommt. „Polen wollte nie Migranten aufnehmen. Weder früher noch heute. Andererseits betrachtet kein Flüchtling Polen als Zielland. Iraker und Lybier streben weder nach Krakau noch nach Warschau noch nach Pommern. Sie wollen nach Deutschland und Schweden. Polen betrachten sie als Transitland. Heute sieht es so aus, dass selbst Deutschland keine Migranten mehr aufzunehmen bereit ist“, bemerkte Wadim Gigin.

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