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08 Juni 2021, 10:44
Wjatschslaw Danilowitsch

Tag der Einheit des Volkes ist Akt der historischen Gerechtigkeit

Wjatschslaw Danilowitsch
Wjatschslaw Danilowitsch
Direktor des Instituts für Geschichte der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus, Kandidat der Geschichtswissenschaften, Dozent

MINSK, 8. Juni (BelTA) – Die Wiedervereinigung von Westbelarus mit der BSSR im Herbst 1939 ist ein Akt der historischen Gerechtigkeit. Nun konnten die Belarussen in einem Staat leben. Diese Meinung äußerte Dr. Wjatscheslaw Danilowitsch, Rektor der Akademie für öffentliche Verwaltung, der Zeitung „SB. Belarus segodnja.“

Danilowitsch kommentierte den Erlass des Präsidenten, nach dem der 17. September zum Tag der Einheit des Volkes ausgerufen wurde. Das Westbelarus befand sich 20 Jahre lang unter polnischen Herrschaft – dieser Umstand prägte das nationale Bewusstsein des belarussischen Volkes.

„Die meisten belarussischen Nationalführer waren sich ungeachtet ihrer wohlwollenden oder eher kritischen Haltung gegenüber der Sowjetmacht in einem einig: Der Friedensvertrag von Riga war eine Tragödie für das belarussische Volk. De facto führte Polen eine Assimilationspolitik gegenüber der belarussischen Bevölkerung durch. Deshalb wurde der Einmarsch der Roten Armee in Ostpolen von vielen positiv wahrgenommen. Die Wiedervereinigung wurde ebenfalls von vielen Menschen bejubelt und gern mitgetragen. Das bedeutet, dass die polnische Macht sich nicht so sehr um die Interessen der auf dem für das Land fremden Territorium lebenden Bevölkerung kümmerte. Es gab viele soziale und wirtschaftliche Probleme, so gut wie keine Bildung. Die Nationale Unterdrückung wurde erschwert durch die soziale Unzufriedenheit. Deshalb vermittelte die Sowjetunion für viele ein sehr positives Bild. Im Herbst 1939 vollzog sich mit der Wiedervereinigung von Westbelarus mit der BSSR ein Akt der historischen Gerechtigkeit. Belarus wurde geeint. Sicher war der neue Staat nicht ideal, aber bei allen Defiziten und Nachteilen kam es zu einer nachhaltigen und erfolgreichen Entwicklung des belarussischen Volkes.“

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Ausschusses der Repräsentantenkammer für Bildung, Kultur und Wissenschaft Igor Marsaljuk ist überzeugt, dass wir dieses Datum so einschätzen sollen, wie sie 1939 im Westen und Osten des Landes eingeschätzt wurde.

„Die Orientierung auf Polen war unter Belarussen nie populär. Jedes weitere Jahr unter Polen bedeutete neben nationaler Unterdrückung eine zielgerichtete Vernichtung nationaler Kulturzentren. Deshalb war die Wiedervereinigung von 1939 für viele Belarussen wie eine Erlösung wahrgenommen“, betonte Marsaljuk.

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