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16 März 2020, 17:38
Cui Qiming

Über den Kampf gegen Coronavirus in China und internationale Zusammenarbeit

Cui Qiming
Cui Qiming
Außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter Chinas in Belarus

Die durch das neuartige Coronavirus verursachte Lungenentzündung kann diagnostiziert, geheilt und verhindert werden. Das erklärte der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Volksrepublik China in Belarus, Cui Qiming, in einem Interview mit BelTA . Dabei bezog er sich auf die neuesten Forschungsergebnisse aus China. Der Diplomat machte darauf aufmerksam, mit welchem Ausmaß die Regierung in seinem Land alle notwendigen Notfallmaßnahmen ergriffen hat: Im Epidemie-Epizentrum Wuhan wurden innerhalb von nur 10 Tagen zwei Feldkrankenhäuser für 2,5 Tausend Menschen gebaut. Die chinesischen Virologen haben Tests entwickelt, um innerhalb von 30 Minuten nachzuweisen, ob ein Mensch mit dem neuartigen Virus infiziert ist. In China ist die Zahl der geheilten Infizierten auf mehr als 61,4 Tausend gestiegen. Es werden immer weniger Menschen durch das Coronavirus krank.

BelTA: China hat strenge Maßnahmen ergriffen, um der Ausbreitung der Epidemie der Lungenentzündung durch den neuen Coronavirus vorzubeugen oder sie zu kontrollieren. Erzählen Sie uns bitte über die Ergebnisse dieser Strategie

- Die Corona-Epidemie stellt eine ernsthafte Bedrohung für das Leben und die Gesundheit des chinesischen Volkes dar und ist eine Herausforderung für das Gesundheitswesen weltweit. Das chinesische Volk, das sich einer harten Prüfung ausgesetzt sah, vereinigte sich unter der starken Führung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei und unternahm unglaubliche Bemühungen zur Bekämpfung der Krankheit.

Heute geht die Zahl der neuen Patienten mit diagnostiziertem und vermutetem Coronavirus landesweit nachhaltig zurück. In den Provinzen, mit Ausnahme von Hubei, gibt es seit mehreren Tagen keine neuen Fälle mehr, und der Prozent der geheilten Patienten nimmt zu. So wurden am 12. März mit Ausnahme von Hongkong, Macao, Taiwan und importierten Fällen nur 8 Virus-Fälle in ganz China bestätigt. Dafür machte die Zahl der geheilten Patienten 1.318 aus. Insgesamt sind 62.793 Menschen geheilt und aus dem Krankenhaus entlassen worden. Wie wir sehen können, hat sich die Situation allmählich zum Besseren verändert.

Seit dem Ausbruch der Epidemie hat der Präsident der VR China, Xi Jinping, persönlich die Arbeit zur Prävention und Kontrolle der Epidemie geleitet. Alle Regionen und Behörden ergriffen die notwendigen Notfallmaßnahmen und arbeiteten zusammen. So wurden beispielsweise mehr als 20000 Ärzte aus ganz China zur Nothilfe in die Provinz Hubei entsandt. Auch die notwendigen medizinischen Hilfsgüter wurden in der richtigen Menge dorthin geschickt.

Wuhan, eine wichtige Stadt in Zentralchina mit einer Bevölkerung von 15 Millionen Menschen, ist vollständig geschlossen, und die Provinz Hubei mit einer Bevölkerung von etwa 60 Millionen Menschen wird streng kontrolliert. Mehrere hundert Millionen Menschen im ganzen Land wurden automatisch zu Hause unter Quarantäne gestellt und blieben mehr als einen Monat lang in ihren Häusern, aber das war sehr wichtig, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat diese Maßnahmen hoch eingeschätzt.

BelTA: Die Nachricht über den Bau von zwei Krankenhäusern in nur 10 Tagen machte sofort Schlagzeilen…

- Ja, in Wuhan haben wir in nur 10 Tagen zwei Feldkrankenhäuser für 2.500 Menschen gebaut, drei wichtige lokale Krankenhäuser renoviert und erweitert, um uns auf die Behandlung kritisch kranker Patienten zu konzentrieren. Dann wurden innerhalb kurzer Zeit 14 "modulare Krankenhäuser" umgebaut und erweitert, um sich auf die Behandlung von Patienten mit leichten Krankheiten zu konzentrieren. Die Bevölkerung des Landes unterstützte die Zentralregierung im Kampf gegen die Epidemie. Zum Beispiel haben mehr als 74,3 Millionen Mitglieder der Kommunistischen Partei Chinas freiwillig etwa 1,1 Milliarden Dollar gespendet.

Es wurden alles Mögliche getan, um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verhindern und so viele Patienten wie möglich zu retten. Im Land werden alle Tests auf Virus kostenlos durchgeführt, die medizinische Behandlung in Epidemie-Gebieten, die Krankenhausverpflegung sowie die Unterkunft und Verpflegung derjenigen, die für weitere Untersuchungen isoliert werden, ist ebenfalls kostenlos. Gleichzeitig sorgen die Regierung und die Behörden in China dafür, dass alle Waren im Handel zugänglich sind und dass Preise nicht in die Höhe steigen – weil das unter den Bedingungen einer praktisch zum Erliegen gekommenen Produktion und Logistik notwendig ist.

Nach dem Ausbruch der Epidemie konnten rund 1.300 Chinesen mit Charterflügen aus dem Ausland nach Hause gebracht werden.

BelTA: Wie arbeitet China im Kampf gegen das Coronavirus mit den internationalen Organisationen zusammen?

- Bei der Prävention und Kontrolle der Epidemie hält China am Konzept einer Schicksalsgemeinschaft fest, demonstriert sein Image einer verantwortungsvollen Weltmacht und trägt zum globalen Gesundheitssystem bei. China steht im Kampf gegen die Krankheit an vorderster Front. Unsere Ärzte und unser Forschungspersonal haben die Diagnose- und Behandlungsmethoden verbessert und die Sterblichkeitsrate gesenkt.

Von Anfang an hat China der internationalen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen große Bedeutung beigemessen, alle Parteien rechtzeitig über den Ausbruch informiert, die Information über den Virus weitergegeben, eng mit der Weltgesundheitsorganisation, den Nachbar- und interessierten Ländern zusammengearbeitet und ausländische Experten zur Mitarbeit eingeladen.

Die internationale Gemeinschaft ist sich allgemein einig, dass Chinas Schnelligkeit und sein Handlungsspielraum einzigartig sind, und die nachgewiesene Fähigkeit zur organisatorischen Mobilisierung ist ein Beispiel für die Bekämpfung der Epidemie. Bei der Bewältigung der Infektion wurden wertvolle Erfahrungen gesammelt und wichtige Lehren für die internationale Gemeinschaft gezogen.

BelTA: Wie sieht der aktuelle Forschungsstand in diesem Bereich aus und welche Erfolge haben die chinesischen Forscher vorzuweisen?

- Seit dem Ausbruch der Epidemie in China wurden auf nationaler Ebene 42 Projekte zur Entwicklung von Medikamenten dringend in Angriff genommen. Anstrengende Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass eine durch einen neuen Typ von Coronavirus verursachte Lungenentzündung diagnostizierbar, heilbar und vermeidbar ist.

Im Bereich der Diagnostik wurden insgesamt 14 Antikörper- und Nukleinsäure-Nachweisprodukte zugelassen und klinisch eingesetzt. Einige dieser Reagenzien können schnell, innerhalb von 30 Minuten, feststellen, ob ein Patient das Virus hat.

Was die Heilbarkeit betrifft, so wurde die Verwendung einer Reihe von Medikamenten und Technologien wie Chloroquinphosphat, Tocylizumab und die traditionelle chinesische Medizin erweitert. Plasma und Blutreinigung wurden ebenfalls in die Diagnose- und Behandlungsmethoden integriert. Wir fördern aktiv den Einsatz fortgeschrittener Technologien, wie Stammzellen und monoklonale Antikörper, zur Behandlung schwerkranker Patienten. Anfang März wurden 285 Patienten mit Chloroquinphosphat als Therapeutikum und 272 Patienten mit schwerer Erkrankung mit Tocylizumab behandelt. Bis heute wurden keine signifikanten Nebenwirkungen festgestellt.

BelTA: Stimmt es, dass 90% der Patienten in der Provinz Hubei mit Hilfe der traditionellen chinesischen Medizin geheilt wurden?

- Die traditionelle chinesische Medizin sowie die Kombination ihrer Methoden mit der westlichen Medizin hat eine wichtige Rolle gespielt. Laut Statistik hat die Zahl der mit traditioneller chinesischer Medizin geheilten Patienten Anfang März in der gesamten Provinz Hubei, einschließlich Wuhan, mehr als 90% erreicht.

Gleichzeitig zeigen die klinischen Daten, dass die Kombination von Methoden der traditionellen chinesischen und westlichen Medizin sowie der Einsatz von Medikamenten am wirksamsten ist.

BelTA: Es ist bekannt, dass eine Vielzahl von Experimenten durchgeführt wurde, um Übertragungswege zu identifizieren, die die wissenschaftliche Grundlage für gezielte Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle von Epidemien bilden...

- Neben dem weit verbreiteten Einsatz von künstlicher Intelligenz und Big Data Technologien in der Seuchenprävention und -bekämpfung wird parallel dazu die Impfstoffforschung und -entwicklung in fünf technischen Bereichen gefördert. Wenn alles gut geht, wird geschätzt, dass im April in Übereinstimmung mit den einschlägigen chinesischen Gesetzen und Vorschriften einige Impfstoffe klinisch untersucht oder sogar in Notfällen eingesetzt werden.

BelTA: Teilt China seine Erfahrungen und Lehren mit anderen Ländern?

- China tauscht aktiv nützliche Praktiken und Erfahrungen bei der Prävention und Kontrolle der Epidemie mit der internationalen Gemeinschaft, einschließlich Belarus, aus. Am 3. März veranstalteten das Außenministerium und die Nationale Gesundheitskommission Chinas eine gemeinsame Videokonferenz mit Experten aus Belarus und anderen Ländern. Vor einigen Tagen haben zwei angesehene medizinische Experten aus China auf Anfrage der belarussischen Seite ihre Materialien mit Informationen und Methoden zur Diagnose und Behandlung von neuartigem Coronavirus an das Gesundheitsministerium von Belarus übermittelt.

BelTA: Hat China in dieser schwierigen Zeit Unterstützung von außen gespürt?

- Nach vorläufigen statistischen Angaben schickten die Staatschefs von mehr als 170 Ländern und Leiter von mehr als 40 internationalen und regionalen Organisationen Briefe und Telegramme an die chinesische Führung, gaben Erklärungen ab, drückten ihr Beileid aus und leisteten Unterstützung.

Ich möchte betonen, dass wir vom belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko, von der belarussischen Regierung und dem belarussischen Volk eine starke Unterstützung erhalten haben. Nach dem Ausbruch der Epidemie in unserem Land schickte das belarussische Staatsoberhaupt eine besondere Beileidsbotschaft an den Präsidenten Xi Jinping. Nur eine Woche nach dem Ausbruch der Epidemie in schickte Belarus am 30. Januar ein Militärflugzeug mit 20 t humanitären Gütern und am 6. Februar das zweite Flugzeug mit 20 t Hilfsgütern nach Peking.

Belarussische Behörden haben freundliche, nicht diskriminierende Maßnahmen ergriffen, um die im Land lebenden Chinesen, Mitarbeiter chinesischer Unternehmen und chinesische Studenten zu unterstützen. Unser Volk wird sich immer an die Unterstützung und Hilfe der belarussischen Regierung und des belarussischen Volkes in schwierigen Momenten erinnern.

BelTA: Welche Maßnahmen ergreift China in diesen Tagen für seine weitere Entwicklung?

- Am 10. März besuchte Xi Jinping die Provinz Hubei in der Stadt Wuhan mit einer Inspektion und machte sich ein Bild davon, wie die Arbeiten zur Verhinderung der Epidemie laufen. Er betonte, dass sich die Situation zum Besseren verändert und wichtige Ergebnisse schrittweise erreicht werden. Es gibt jedoch noch viel zu tun, was die Überwachung der Situation betrifft.

Auf der jüngsten Sitzung des Ständigen Ausschusses des Politbüros des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas betonte Xi Jinping, wie wichtig es ist, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fürdern, die konsequente Wiederaufnahme der Produktion, einen effektiven Innen- und Außenhandel zu beschleunigen und den durch die Epidemie verursachten Schaden zu minimieren. Es ist auch notwendig, die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Bekämpfung des Coronavirus zu vertiefen.

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