MINSK, 1. Oktober (BelTA) – Belarus strebt respektvolle Beziehungen zu den USA an, die auf der gegenseitigen Berücksichtigung nationaler Interessen basieren. Dies erklärte der belarussische Außenminister Maxim Ryschenkow in einem Interview mit der Nachrichtenagentur TASS, dessen Wortlaut auf der Website des belarussischen Außenministeriums veröffentlicht wurde.
„Wir erwarten das, was alle Länder von ihren Beziehungen erhoffen: normale, partnerschaftliche Beziehungen, in denen sich niemand in unsere inneren Angelegenheiten einmischt, in denen unsere Interessen gewahrt bleiben und in denen eine gleichberechtigte, respektvolle Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen – von der Politik über den Handel bis hin zur Wirtschaft – aufgebaut wird. Selbstverständlich erwarten wir dies auch von amerikanischer Seite“, betonte Maxim Ryschenkow.
Den Worten des Ministers zufolge würden die Amerikaner diesen Ansatz durchaus verstehen. Zumindest habe die belarussische Seite derzeit diesen Eindruck.
Dennoch merkte der Außenminister an, dass bei der Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und Belarus noch einige Fragen offen seien. „Natürlich gibt es gewisse Störfaktoren, die einer Annäherung im Wege stehen. Dazu gehört die Frage der Gefangenen, deren Freilassung schrittweise angestrebt wird. Der Präsident hat dem Grunde nach keine Einwände, da einige dieser Personen ihr Fehlverhalten bereits eingesehen haben, während andere ihre Haftstrafen verbüßt haben und nun verstehen, dass ein gesetzeskonformes Leben der bessere Weg ist“, so Ryschenkow.
Maxim Ryschenkow stellte zudem unmissverständlich klar, dass Belarus nicht beabsichtige, die Beziehungen zu verlässlichen Partnern und Verbündeten, allen voran Russland, für eine ungewisse Verbesserung der Kooperation mit dem Westen aufs Spiel zu setzen.
„Wir werden die Beziehungen zu unseren bewährten Partnern, die uns in schwierigen Zeiten geholfen haben – darunter unser engster Verbündeter, die Russische Föderation –, nicht riskieren oder gefährden, nur um in unserem Verhältnis zum Westen ein vermeintliches Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Unsere bestehenden Allianzen sind langfristig, stabil und verlässlich, während die geopolitische Zukunft im Westen völlig ungewiss bleibt“, unterstrich der Minister.
