ALGIER, 2. Dezember (BelTA) – Die Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Belarus und Algerien sind sehr ernsthaft. Das erklärte der belarussische Außenminister Maxim Ryschenkow im Vorfeld des Besuchs von Präsident Alexander Lukaschenko in Algerien gegenüber Journalisten.
Der Außenminister hob hervor, dass Algerien in gewissem Maße ein autarker Staat ist. Es ist einer der führenden Förderer von Gas und Öl. „Aber gleichzeitig, nachdem Algerien mit einer solchen Haltung seitens der Europäischen Union, einzelner Länder konfrontiert wurde (unter anderem geht es um die verhältnismäßig jüngere koloniale Vergangenheit und den Kampf um Unabhängigkeit – Anm. BELTA), beginnt es, seine eigene Industrie, Energie zu entwickeln“, sagte er.
„Dabei können wir natürlich mit unseren Technologien helfen. Wir können notwendige Technik liefern und sie zusammenbauen, die zur Neulandgewinnung nötig ist. Sie haben ein solches „grünes“ Programm, wo unsere leistungsstarken Traktoren nützlich sein könnten. Es läuft eine sehr ernsthafte Erneuerung des Fuhrparks an öffentlichen Verkehrsmitteln. Hier gibt es Perspektiven auch für unsere Busse, andere Kommunaltechnik, Elektrobusse und so weiter“, erklärte Maxim Ryschenkow.
Es gibt auch Perspektiven für Zusammenarbeit im Bausektor, wo belarussische Technik nützlich sein könnte.
„In diesen Tagen, als die offizielle Delegation in Algerien vor der Ankunft des Präsidenten arbeitet, haben wir mit unseren algerischen Kollegen den gesamten Komplex von Beziehungen und gegenseitig vorteilhaften Positionen sehr detailliert ausgearbeitet, an denen wir arbeiten können, ohne die Kompetenzen des anderen im Hinblick auf den Wettbewerb zu stören und sich gegenseitig zu ergänzen. Was die Montageproduktion betrifft, nehmen wir diese Arbeit auf. Wenn es um die Landwirtschaft geht, sind wir bereit Nüsse, Datteln, Früchte in Algerien für belarussische Bürger zu kaufen“, erzählte der belarussische Außenminister.
Maxim Ryschenkow wies auch darauf hin, dass in Algerien ein pharmazeutischer Komplex entwickelt ist und man hier daran arbeiten kann, durch Zusammenarbeit die jeweiligen Kompetenzen bei benötigten Medikamenten auszubauen. In Algerien seien beispielsweise belarussische Medikamente zur Bekämpfung von Krebserkrankungen gefragt.
Ein separates Thema ist Lieferungen von Lebensmitteln aus Belarus. „Zum heutigen Zeitpunkt muss man feststellen, dass Lieferungen von Trockenmilch, Molke, bestimmten ähnlichen Waren die Grundlage unseres Handels mit Algerien bilden. Das sind tatsächlich sehr erhebliche Volumina. Dank der Arbeit, die wir mit der algerischen Seite geleistet haben, und der Unterstützung des Präsidenten Algeriens ist es uns gelungen, Zertifikate für unsere Milchprodukte zu erhalten, was heute einen ungehinderten Handel hier ermöglicht“, sagte der Außenminister.
„In den letzten Tagen wurde die Entscheidung getroffen, auch Babynahrung in diese Liste aufzunehmen, was ebenfalls recht ernsthafte Perspektiven eröffnet“, fügte der Außenminister hinzu.
Er präzisierte, dass es vor allem um Großlieferungen mit anschließender Abfüllung auf dem Territorium Algeriens für den Verkauf sowohl auf dem Binnenmarkt dieses Landes als auch weiter in anderen Ländern der Region geht.
Auf die Frage, wie Algerien in die belarussische Strategie zur Expansion auf dem afrikanischen Kontinent passe, sagte Maxim Ryschenkow: „Absolut. Algerien ist sehr offen für Zusammenarbeit, es sieht in Belarus einen vielversprechenden Partner. Es gibt keine Probleme in der Geschichte, die unsere Beziehungen belasten würden. Im Gegenteil, wir haben sehr viel Gemeinsames, von dem wir bei der Entwicklung des politischen Dialogs ausgehen können.“
„Das Territorium Algeriens könnte ebenfalls ein gewisser Hub für die weitere Förderung unserer Waren in Afrika werden. Sie hoffen ebenfalls auf unsere Unterstützung bei der Förderung von Waren aus Algerien auf dem Territorium der Eurasischen Wirtschaftsunion“, resümierte der Außenminister.
