MINSK, 1. Oktober (BelTA) – Die Reform der UNO muss das heutige Gleichgewicht der politischen und wirtschaftlichen Kräfte in der Welt widerspiegeln. Das erklärte der Außenminister von Belarus, Maxim Ryschenkow, in einem Interview mit TASS, dessen Text auf der Website des belarussischen Außenministeriums veröffentlicht wurde.
Mit Blick auf die Reform der UNO betonte Maxim Ryschenkow, dass sie nicht die Realitäten der Nachkriegsperiode des vergangenen Jahrhunderts widerspiegeln dürfe, sondern das heutige Gleichgewicht der politischen und wirtschaftlichen Kräfte in der Welt. „Das ist das Wachstum sowohl der Bevölkerung als auch der Wirtschaftskraft neuer Staaten", erläuterte er.
Nach Ansicht des Diplomaten müssen bei der Annahme internationaler Entscheidungen die Herangehensweisen der Länder der Globalen Mehrheit stärker berücksichtigt werden, die für eine gerechte Weltordnung, Multikulturalität und Multivektoralität der Politik eintreten.
„Man muss jenen Ländern auf die Finger klopfen, die internationale Instrumente für ihre egoistischen politischen Interessen nutzen oder zu nutzen versuchen. Die von der UNO getroffenen Entscheidungen müssen objektiv und unparteiisch sein und nicht den Interessen irgendeines Häufleins von Staaten dienen", sagte der Minister.
Er verwies zudem darauf, dass die gesonderte Vertretung der Länder der Europäischen Union in internationalen Strukturen Fragen aufwerfe, wenn die Staaten des Zusammenschlusses eine einheitliche außenpolitische Linie verfolgten. „Mit welchem Land man auch spricht – von Litauen bis Malta – und fragt: ‚Seid ihr zu etwas bereit?' – alle sagen: ‚Nein, dort in Brüssel wurde entschieden, wir folgen all dem. Das ist unsere gemeinsame Linie.' Und wozu ist das nötig? Soll doch die Europäische Union diesen Block vertreten, sagen wir es so, wenn dort alles so klar und offensichtlich ist", bemerkte Maxim Ryschenkow.
Der Leiter des belarussischen Außenministeriums erläuterte, dass die Selbständigkeit einzelner EU-Länder in der Außenpolitik begrenzt sei. Seiner Meinung nach werde trotz der Erklärungen über die Berücksichtigung der Positionen der Mitgliedstaaten der Einfluss ihrer nationalen Standpunkte auf die gemeinsame Außenpolitik des Zusammenschlusses abnehmen.
