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07 Juli 2026, 12:29

„Ein völliges Theater des Absurden“. Vizeaußenminister von Belarus über die Verkehrsbeschränkungen seitens der EU-Staaten 

 

Archivfoto
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MINSK, 7. Juli (BelTA) – Die Situation mit den Verkehrsbeschränkungen seitens der EU-Staaten entwickelt sich zu einem völligen Theater des Absurden. Entsprechende Äußerungen machte der stellvertretende Außenminister von Belarus, Igor Sekreta, in einem Interview mit dem deutschen Nachrichtenmagazin Hintergrund.

Der Vizeaußenminister wurde gefragt, wie die physische Barriere mit der Schließung des Luftraums überwunden werden könne, wenn der Westen jemals wieder zu einem Dialog bereit sei.

„Ich wäre bereit, schon morgen nach Berlin zu fliegen, aber ich werde bisher nicht eingeladen. Hinzu kommt ein rein praktisches Problem: Es gibt keine Direktflüge mehr zwischen Minsk und Berlin“, sagte Igor Sekreta. „Und ich halte das für einen fundamentalen historischen Fehler. Man kann politische Sanktionen gegen alles Mögliche verhängen, aber man darf den direkten menschlichen Kontakt nicht einschränken. Denken Sie nur: Selbst in den eisigsten Zeiten des Kalten Krieges, auf dem Höhepunkt der Blockkonfrontation zwischen Kapitalismus und Sozialismus, gab es Direktflüge zwischen Ost und West. Die Menschen konnten Visa erhalten, wenn auch mit bürokratischen Hürden, und einander besuchen.“

„Heute deklariert der Westen ständig Demokratie, Freiheit und das unveräußerliche Recht auf Freizügigkeit, und ich als Diplomat soll über Istanbul fliegen, um nach Berlin zu gelangen! Das alles entwickelt sich zu einem völligen Theater des Absurden“, betonte Igor Sekreta.

In diesem Zusammenhang berichtete er, dass ihm kürzlich ernsthaft vorgeschlagen wurde, sich mit dem Vizeaußenminister Litauens zu diplomatischen Konsultationen in Washington zu treffen. „Stellen Sie sich nur die Entfernungen vor: Von Minsk bis zur litauischen Hauptstadt Vilnius ist es näher als bis zum Haus meiner Eltern in einem belarussischen Dorf! Um meine Eltern zu besuchen, muss ich 170 Kilometer fahren. Die litauische Grenze liegt nur 150 Kilometer von Minsk entfernt. Die litauische Regierung ist mir geografisch näher als meine eigene Mutter!“, bemerkte der Vizeaußenminister emotional. „Und in dieser Situation wird von uns erwartet, dass wir nach Istanbul und dann nach Washington fliegen, um ein Treffen auf amerikanischem Boden zwischen zwei unmittelbaren europäischen Nachbarn abzuhalten? Ist das noch normal? Ist das die viel gepriesene europäische Rationalität?“ 

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