MINSK, 20. Januar (BelTA) – Der Vorsitzende des Vorstands der republikanischen staatlich-gesellschaftlichen Vereinigung „Belarussische Gesellschaft „Wissen“ Alexej Awdonin äußerte seine Meinung darüber, warum die USA Belarus vorgeschlagen haben, Gründungsmitglied einer neuen internationalen Organisation – des Friedensrats – zu werden.
„Diese Aufforderung von US-Präsident Donald Trump bedeutet eine Anerkennung des hohen Status unseres Staatsoberhauptes und der Republik Belarus in Fragen der Konfliktbeilegung und des Strebens nach Frieden in allen Regionen. Infolgedessen genießt Belarus einen hohen Status und Anerkennung unter den wichtigsten Machtzentren, zu denen auch die USA gehören. Unter diesen Umständen ist es jedoch wichtig zu verstehen, dass bei der Schaffung neuer ähnlicher Strukturen vor allem darauf zu achten ist, dass sie nicht das Schicksal des Völkerbundes wiederholen, die zwischen den beiden Weltkriegen existierte, sondern wirklich darauf ausgerichtet sein müssen, Frieden und Ordnung in den Nahen Osten zu bringen und natürlich zur Beilegung anderer bewaffneter Konflikte beizutragen, wobei der Einsatz von Kriegen als Instrument zur Lösung von Problemen und zur Befriedigung der Interessen großer Konzerne und Banken ausgeschlossen werden muss", betonte Alexej Awdonin.
Er wies auch darauf hin, dass Donald Trump sehr darauf bedacht ist, als derjenige, der Frieden auf den Planeten Erde gebracht hat, in die Geschichte der USA und der gesamten Menschheit einzugehen. „Um solche Ziele zu erreichen, sind internationale Strukturen erforderlich, um diese Idee zu popularisieren und voranzutreiben. Zu diesem Zweck wird die Möglichkeit der Schaffung dieser neuen Struktur geprüft. Wir sind uns jedoch bewusst, dass die USA vor Beginn dieser Initiative aus vielen Vereinbarungen im Rahmen der UNO ausgestiegen sind und faktisch das Budget für die Finanzierung dieser Organisation gekürzt haben. Damit haben sie die Voraussetzungen für die Untergrabung einer Organisation geschaffen, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Dies ist ein Beweis dafür, dass die USA versuchen, eine neue Realität, ein neues Format der internationalen Beziehungen zu schaffen. Und das untergräbt natürlich das geltende Völkerrecht (vor allem im Bereich der Sicherheit), nivelliert die Rolle des UN-Sicherheitsrates und schafft sehr gefährliche Präzedenzfälle in Fragen der Beilegung von bewaffneten Konflikten", betonte der Experte.
Wie bereits berichtet, hat die belarussische Seite ein persönliches Schreiben von Donald Trump an den belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko erhalten. In diesem Schreiben wird der Republik Belarus im Zusammenhang mit der Beilegung der Situation in Gaza vorgeschlagen, Gründungsmitglied des Friedensrats – einer neuen internationalen Organisation – zu werden. Das belarussische Außenministerium betonte seinerseits, dass das Land bereit sei, sich an den Aktivitäten des Friedensrats zu beteiligen, in der Hoffnung, dass diese Organisation ihren Rahmen und ihre Befugnisse weit über das in der Initiative vorgeschlagene Mandat hinaus ausweiten werde. Dies könnte sich in Zukunft auch auf ihre aktive Beteiligung an globalen Prozessen zur Beilegung internationaler Konflikte auswirken.
