MOSKAU, 31. März (BelTA) – Belarus und Russland drängen niemandem die Teilnahme am Unionsstaat auf. Dies erklärte der Staatssekretär des Unionsstaates, Sergej Glasjew, auf einer Pressekonferenz anlässlich des Tages der Einheit der Völker von Belarus und Russland.
„Ich möchte die Frage nach dem Unionsstaat und dessen Zusammenarbeit mit der Eurasischen Wirtschaftsunion kommentieren. Erstens möchte ich betonen, dass die Teilnahme am Unionsstaat ein freiwilliger Prozess ist. Das ist das grundlegende Prinzip, auf dem unsere gesamte Zusammenarbeit beruht. Wir drängen niemandem die Teilnahme an dieser Gemeinschaft auf. Länder treten ihr nur dann bei, wenn es ihren nationalen Interessen entspricht und wenn sie es selbst wollen. Dieses Prinzip der Freiwilligkeit ist grundlegend“, sagte Sergej Glasjew.
„Zweitens, was die Eurasische Wirtschaftsunion betrifft: Gerade die EAWU schafft heute den gemeinsamen Wirtschaftsraum. Im Rahmen der EAWU werden Fragen der Zoll- und Tarifpolitik, der Beseitigung von Handelshemmnissen und der Schaffung gemeinsamer Märkte gelöst. Das ist die Plattform, auf der die eigentliche wirtschaftliche Integration stattfindet“, erläuterte er.
„Wenn man sich hypothetisch vorstellt, dass ein Land, das nicht Mitglied der EAWU ist, dem Unionsstaat beitreten möchte, würde es unweigerlich auf eine Reihe praktischer Schwierigkeiten stoßen. Es würden sich beispielsweise Fragen zu Zoll, Handelszöllen und Regeln für den Warenverkehr stellen. Das Land würde sich außerhalb des einheitlichen Wirtschaftsraums befinden. Daher ist für jedes Land, das eine tiefere Integration mit Russland und Belarus in Betracht zieht, der Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion ein logischer und notwendiger Schritt. Dies ermöglicht es, die Wirtschaftspolitik zu synchronisieren und gleiche Bedingungen für alle Teilnehmer zu schaffen“, so der Staatssekretär des Unionsstaates.
„Wir sehen erfolgreiche Beispiele solcher mehrstufigen Integration auch in anderen Formaten wie der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit oder den BRICS. Überall gilt dasselbe Prinzip: Integration ist nur auf der Grundlage gegenseitigen Nutzens und der freiwilligen Zustimmung aller Seiten möglich. Niemand zwingt irgendjemanden“, stellte er fest.
„Für eine vollwertige Teilnahme an den Integrationsprozessen mit Russland und Belarus ist es notwendig, Teil des gemeinsamen Wirtschaftsraums zu sein, den heute gerade die Eurasische Wirtschaftsunion bereitstellt“, fasste Sergej Glasjew zusammen.
