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Politik
05 Juli 2022, 15:49

Politologe: Polen verstärkt militärische Präsenz an der Grenze zu Belarus – das ist kein Zufall

GRODNO, 5. Juli (BelTA) – Dass Polen an der Grenze zu Belarus seine militärische Präsenz verstärkt, ist kein Zufall. Diese Meinung äußerte Professor Wiktor Watyl, Leiter des Instituts für Politikwissenschaften an der Staatlichen Kupala-Universität und Doktor der Politikwissenschaften, vor Journalisten.

„Die von der polnischen Regierung angeordnete verstärkte militärische Präsenz entlang der belarussischen Staatsgrenze und die militante Rhetorik in den lokalen Medien sind weder zufällig noch spontan. Sie spiegeln die langfristige Verwirklichung der taktischen Pläne des offiziellen Warschaus gegenüber Belarus sowie die strategischen Ziele der NATO und der Vereinigten Staaten gegenüber Russland und seinen Verbündeten wider“, so Watyl.

Die neue NATO-Strategie stuft Russland als direkte Bedrohung der Sicherheit der Nordatlantischen Allianz ein, fügte er hinzu. „In dieser Hinsicht entwickelt sich Polen zu einem weit verbreiteten und tief gestaffelten Brückenkopf für den Vormarsch, in dem bis Ende dieses Jahres eine 400.000 Mann starke, mit modernen Offensivwaffen ausgestattete militärische Gruppierung stationiert werden soll. Warschau folgt der Hauptanweisung der NATO und erklärt offen: Bevor man gegen Moskau vorgeht, muss man Belarus als seinen engsten Verbündeten besänftigen. Für Warschau sind Russland und Belarus ein willkommener Anlass für Truppenaufstockungen und offensive Aufrüstung an seinen östlichen Grenzen. Die nationale Gruppierung verfügt hier über Zehntausende von ausgebildeten Sonderkämpfern. Infolgedessen verstärkt Polen objektiv die Militarisierung der Region, was letztendlich zu einer Eskalation der Spannungen auf dem gesamten europäischen Kontinent führen wird“, so Wiktor Watyl.

„Die polnischen Regierungskreise sind sich der Verwundbarkeit ihrer militärischen und politischen Position bewusst und intensivieren die mediale Bearbeitung der öffentlichen Meinung. Im Zentrum steht die Suche nach negativen Inhalten, nach einem Fremdling oder auch einem Feind. Hier eignet sich das moderne Belarus bestens. Gleichzeitig wird versucht, Belarus davon zu überzeugen, dass es seine Authentizität und Identität bewahrt, wenn es die Forderungen des kollektiven Westens vorbehaltlos akzeptiert. Die Verbreitung von gefälschten Informationen ist dabei die gängige Praxis. Breit spekuliert wird über die historische Vergangenheit der belarussischen und polnischen Völker. Die manipulative Einflussnahme erfolgt nach dem Prinzip „Wir sind die Besten - ihr seid die Schlechtesten, Zweitklassigen“, so der Politologe.

Der Experte glaubt, Minsk sei in der Lage, sich dem Druck der polnischen Behörden zu widersetzen. „Der belarussische Präsident hat es in seiner Rede anlässlich des Unabhängigkeitstages klar formuliert. Auch seine Entscheidung, ab 1. Juli visafreie Einreise für polnische Bürger zu ermöglichen, spricht für sich. Dieser Schritt setzt meiner Meinung nach unter anderem voraus, dass sich bei den polnischen Nachbarn, die Belarus besuchen, die Überzeugung durchsetzt, dass sich die belarussischen Realien von willkürlich konstruierten Informationen und Fälschungen unterscheiden“, schloss er.

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