MINSK, 5. Januar (BelTA) – Es gibt keine Alternative zum friedlichen Dialog zwischen Venezuela und den USA. Diese Meinung äußerte Sergej Ratschkow, Vorsitzender des Ständigen Ausschusses der Repräsentantenkammer der Nationalversammlung für internationale Angelegenheiten, heute vor Journalisten.
„Mit ihrem Vorgehen in Venezuela, mit der Verletzung der UN-Charta und des Völkerrechts haben die USA mit der praktischen Umsetzung der neuen Strategie der nationalen Sicherheit begonnen. Der formelle Vorwand - eine spezielle Operation gegen den Drogenhandel als Bedrohung für die US-Sicherheit – erscheint politisch als weit hergeholt und wird durch objektive Daten wie Berichte internationaler Organisationen nicht bestätigt“, sagte Sergej Ratschkow.
Der Verweis auf die Ende des 19. Jahrhunderts formulierte Monroe-Doktrin, die den US-Anspruch auf die Vorherrschaft auf dem amerikanischen Doppelkontinent manifestiert, kann keine rechtliche Grundlage für eine solche Aggression gegen einen souveränen Staat bilden, sagte der Parlamentarier. Die Welt hat sich seit dem 19. Jahrhundert grundlegend verändert. Die internationalen Beziehungen haben unter dem Einfluss vor allem wirtschaftlicher Integrationsprozesse eine ernsthafte Entwicklungsdynamik erhalten.
„Die Absicht der US-Führung, Venezuela aus dem Weißen Haus zu regieren, kann in der Praxis kaum umgesetzt werden. Das konnte man auch am verwirrten Kommentar des US-Außenministers M. Rubio gegenüber dem US-Sender NBC beurteilen“, sagte Sergej Ratschkow. „In Venezuela sind alle Strukturen der Staatsmacht erhalten geblieben, die in der Lage sind, das Leben der Menschen und des Staates zu organisieren.“
Der Parlamentarier betonte, dass Drohungen, Einschüchterungen, Sanktionen und Aggression gegen souveräne Staaten in der modernen multipolaren Welt nicht funktionieren.
„Die Vereinigten Staaten von Amerika müssen die Situation wieder in den völkerrechtlichen Rahmen bringen. Politische und wirtschaftliche Fragen, die vielleicht bis zu einem gewissen Grad das nationale Interesse der USA beeinträchtigen, sollen per Dialog und Verhandlung sowie auf friedliche Weise gelöst werden“, sagte Sergej Ratschkow.
„Meiner Meinung nach wird unser Land, basierend auf einer friedliebenden Außenpolitik, immer bereit sein, seine Möglichkeiten in Venezuela zu nutzen, um einen konstruktiven Dialog zwischen Venezuela und den USA zu fördern, weil es dazu keine Alternative gibt“, resümierte der Parlamentarier.
