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09 Januar 2026, 12:33

Russland reagiert mit Oreschnik-Rakete auf ukrainischen Angriff auf Putins Residenz. Was ist bekannt?

Als Reaktion auf den ukrainischen Angriff auf die Residenz des russischen Staatschefs Wladimir Putin hat das russische Militär in der Nacht zum 9. Januar eine massive Attacke auf die kritischen Objekte in der Ukraine verübt. Dabei wurden russische Oreschnik-Raketen eingesetzt. Alle Ziele seien getroffen worden, hieß es aus einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Mehr Details im folgenden Text. 

Was ist nachts passiert?

Die ukrainischen Luftstreitkräfte haben in der Nacht zum 9. Januar angekündigt, dass in ganz Ukraine die Raketengefahr besteht. Wegen des Einsatzes ballistischer Raketen wurde in den meisten Regionen des Landes höchste Alarmstufe ausgelöst.

Aus den ersten Informationen in den ukrainischen Medien wurde bekannt, dass in der Region Lviv ein Objekt der kritischen Infrastruktur angegriffen wurde. Mehrere Videos kursieren im Netz, darauf ist der Angriff zu sehen. Sofort kam der Verdacht nahe, dass Russland seine ballistische Oreschnik-Rakete eingesetzt hat. 

„Das Ziel der Oreschnik-Attacke konnte das Gasvorkommen von Staryj oder ein unterirdischer Gasspeicher sein“, schrieb das ukrainische Medium „Strana.“
Das Luftkommando Sapad der ukrainischen Luftstreitkräfte berichtete, dass die Rakete eine Geschwindigkeit von 13.000 km/h hatte. Es wurde auch bekannt, dass die Rakete ein Infrastrukturobjekt in Lviv getroffen hat.

Später hat Kiew den wahrscheinlichen Einsatz von Oreschnik bestätigt. „Die Luftstreitkräfte haben in ihrem Bericht bestätigt, dass eine ballistische Mittelstreckenrakete von dem Polygon „Kapustin Jar“ in der Region Astrachan gestartet wurde. Es war nicht möglich, diese Rakete abzuschießen.“

Was erklärt das russische Verteidigungsministerium?

Am Morgen erschien eine Nachricht des russischen Verteidigungsministeriums. Darin wurde bestätigt, dass die russische Seite als Antwort auf den ukrainischen Angriff auf die Residenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Dezember 2025 eine massive Attacke auf kritische Objekte in der Ukraine unternommen hat.

„Die russischen Streitkräfte haben als Reaktion auf den ukrainischen Angriff auf die Residenz des russischen Präsidenten eine massive Attacke mit hochpräzisen Waffen mit großer Reichweite unternommen. Unter Einsatz der Bodenrakete mit mittlerer Reichweite Oreschnik und mehrerer Drohnen wurden kritische Objekte auf dem ukrainischen Territorium getroffen“, heißt es in der Mitteilung.

Das Verteidigungsministerium erklärte auch, dass alle Ziele getroffen worden sind. „Getroffen wurden die Produktionsanlagen, wo Drohnen hergestellt wurden, die beim Terroranschlag auf die Residenz eingesetzt wurden. Außerdem wurden Infrastruktur-Objekte im Energiesektor getroffen, die die Arbeit des militärisch-industriellen Komplexes der Ukraine gewährleistet haben“, berichtete das Verteidigungsministerium.
Was ist über den Angriff auf Putins Residenz bekannt?

Ende Dezember berichtete die russische Seite über einen Versuch der ukrainischen Streitkräfte, einen Angriff auf die Residenz des russischen Präsidenten in der Region Nowgorod zu starten. Der Angriff mit 91 Langstrecken-Drohnen begann am Abend des 28. Dezembers und dauerte bis in die Nacht des 29. Dezembers hinein.

Nach Angaben des Chefs der Luftabwehrraketentruppen der russischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte, Alexander Romanenkow, wurden die Drohnen vom Gebiet der ukrainischen Regionen Sumy und Tschernihiw aus gestartet.

Das russische Verteidigungsministerium stellte fest, dass der Angriff auf Putins Residenz gezielt, sorgfältig geplant und gestaffelt war. Dies wird durch die Struktur des Angriffs, die Anzahl der eingesetzten Luftangriffsmittel und deren Aktionen aus südlicher, südwestlicher und westlicher Richtung auf das Gebiet der Residenz des russischen Präsidenten bestätigt.

Russische Luftabwehrmittel zerstörten zwischen dem 28. und 29. Dezember 41 ukrainische Drohnen über das Gebiet Nowgorod, 49 Drohnen über das Gebiet Brjansk und eine über das Gebiet Smolensk.

Laut Alexander Romanenkow gab es bei der Abwehr des Angriffs auf russischem Territorium keine Verletzten und keine Zerstörungen.

Was ist das Besondere an „Oreschnik“?

Russland setzte die Hyperschallrakete „Oreschnik“ erstmals im November 2024 ein, um einen Schlag gegen eine militärische Einrichtung der Ukraine zu führen. Moskau bezeichnete den Test von „Oreschnik“ unter Kampfbedingungen als notwendige Maßnahme – als Antwort auf die Angriffe auf russisches Territorium mit westlichen Langstreckenraketen.

Über die Leistungsfähigkeit von „Oreschnik“ und seine potenziellen Ziele sprach der russische Präsident Wladimir Putin bei einer Sitzung der OVKS im November 2024. Seinen Worten zufolge gibt es weltweit kein vergleichbares System wie „Oreschnik“.

„Dutzende von Kampfmodulen, selbstlenkende Module, greifen das Ziel mit einer Geschwindigkeit von 10 Mach an, das sind etwa 3 km/s. Die Temperatur der Sprengköpfe erreicht 4000 Grad. Wenn ich mich recht erinnere, beträgt die Temperatur auf der Sonnenoberfläche 5.500 bis 6.000 Grad. Daher wird alles, was sich im Epizentrum der Explosion befindet, in Fraktionen, in Elementarteilchen, aufgespalten und verwandelt sich im Grunde genommen in Staub. Die Rakete trifft sogar hochgeschützte und tief liegende Objekte“, erklärte Wladimir Putin.

Nach Ansicht von Militär- und Technikspezialisten wäre die Schlagkraft bei einem massiven, gruppenweisen Einsatz dieser Raketen – einer ganzen Salve in einem einzigen Schlag – mit dem Einsatz von Atomwaffen vergleichbar. Dabei betonte Wladimir Putin, dass „Oresсhnik“ keine Massenvernichtungswaffe sei. Es handelt sich um eine hochpräzise Waffe, die keine nukleare Ladung enthält, sodass nach ihrem Einsatz keine nukleare Kontamination zu erwarten ist. 

Wladimir Putin teilte außerdem mit, dass Russland an der Weiterentwicklung von „Oreschnik“ arbeite. Er wies darauf hin, dass die Schlagkraft der Rakete bereits jetzt enorm sei: Alles, was sich im Zentrum befinde, werde zu Asche. Die Sprengkraft der Rakete könne jedoch noch weiter erhöht werden.

Der russische Präsident verglich die russische Rakete auch mit einem Meteoriten: „Der kinetische Schlag ist so stark wie der Aufprall eines Meteoriten. Wir wissen aus der Geschichte, wo Meteoriten eingeschlagen sind und welche Folgen dies hatte. Manchmal reichte dies aus, um ganze Seen zu bilden.“

Wozu braucht Belarus „Oreschnik“?

In seiner Ansprache an das belarussische Volk und das Parlament am 18. Dezember erklärte das Staatsoberhaupt Alexander Lukaschenko, dass der Raketenkomplex „Oreschnik“ in Belarus den Kampfdienst aufnimmt. „Die ersten Stellungen für den Raketenkomplex „Oreschnik“ sind ausgerüstet. Er ist seit gestern bei uns und tritt den Kampfdienst an“, so der belarussische Staatsführer. 

Der Präsident reagierte auch auf Kritik von jenen, die die Notwendigkeit der Stationierung einer solch schweren Bewaffnung in Belarus in Frage stellten, mit dem Argument, dies sei ein vorrangiges Ziel für die angreifende Seite und das Land stehe nun im Visier. „Lassen Sie sich nicht von diesen Gesprächen beeinflussen“, rief der belarussische Staatschef auf. 

Er zog eine Parallele zum Bau des Belarussischen Atomkraftwerks. Zunächst wurde diese Entscheidung sowohl im Inland als auch von den unmittelbaren Nachbarn kritisiert. Heute hat auch Litauen Interesse an einem eigenen AKW, und Polen plant, zwei Atomkraftwerke zu errichten. Deutschland und Frankreich haben ihre Kernkraftwerke vollständig reaktiviert.

„Lassen Sie sich also nicht von diesen Gesprächen beeinflussen, dass Atomwaffen und diese Ziele angegriffen werden. Wenn sie gegen uns kämpfen, werden sie zu uns schonend verhalten? Sie werden uns angreifen. Und sie werden, wie man heute sagt, Entscheidungszentren angreifen. Deshalb tun wir alles, um einen Krieg zu verhindern“, betonte das belarussische Staatsoberhaupt. 

Der Präsident wies auch darauf hin, dass der russische Komplex „Oreschnik“ zu mehr als der Hälfte aus belarussischer Produktion stammt. „Es stellt sich heraus, dass nur die Rakete – eine komplexe technische Konstruktion – aus russischer Produktion ist. Alles andere ist belarussischer Herkunft“, unterstrich Alexander Lukaschenko.

Am 24. Dezember erstattete der belarussische Verteidigungsminister Wiktor Chrenin dem Staatsoberhaupt Bericht über den Fortschritt der Inbetriebnahme des Raketenkomplexes „Oreschnik“. „Ich habe dem Staatsoberhaupt einen detaillierten Bericht über die Lage in den Streitkräften erstattet. Das Staatsoberhaupt ist in dieser Frage stets am Puls der Zeit. Eine der Fragen, die dem Staatsoberhaupt berichtet wurden, war, wie die Stationierung des Raketenkomplexes „Oreschnik“ verlief und wie seine Übernahme in den Kampfdienst voranschreitet“, so der Verteidigungsminister gegenüber Journalisten.

Er betonte auch, dass die Stationierung von „Oreschnik“ in Belarus das Kräfteverhältnis in Europa nicht beeinflussen wird. „Wir müssen die Ruhe unserer Bürger gewährleisten. Im Großen und Ganzen ist dies unsere Reaktion auf ihre (des Westens – Anm. BELTA) aggressiven Handlungen, damit sie verstehen, dass sie, wenn sie sich an uns heranmachen, inakzeptablen Schaden erleiden werden. Dafür ist er gedacht“, sagte Wiktor Chrenin.

Gleichzeitig betonte er, dass Belarus offen für den Dialog ist. „Wir sagen offen: Wir wollen nicht gegen Sie kämpfen, wir sind keine Bedrohung für Sie. Wir sagen: Im Gegenteil, lassen Sie uns reden, lassen Sie uns zumindest zu den Beziehungen zurückkehren, wie sie zwischen Nachbarn sein sollten“, resümierte der Verteidigungsminister.
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