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22 April 2026, 20:12

Ryschenkow: Belarus hat enorme Erfahrung bei der Wiederbelebung kontaminierter Gebiete gesammelt 

MINSK, 22. April (BelTA) – Belarus hat eine enorme Erfahrung bei der Wiederbelebung kontaminierter Gebiete gesammelt. Darauf wies Außenminister Maxim Ryschenkow hin, der am 22. April an einer Sitzung des Rates für nachhaltige Entwicklung anlässlich des 40. Jahrestags der Tschernobyl-Katastrophe teilnahm.

„Genau vierzig Jahre liegen zwischen uns und dem Tag, der die Geschichte in ein ‚Vorher‘ und ein ‚Nachher‘ geteilt und für immer das Leben von Millionen Menschen in Belarus und darüber hinaus verändert hat. Am 26. April 1986 ereignete sich der Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl – die größte von Menschenhand verursachte Katastrophe in der Geschichte der Menschheit, und sie ist es bis heute geblieben. Für Belarus, das den Hauptschlag dieses Unglücks abbekam, ist dies nicht nur ein Absatz im Geschichtsbuch oder der Name einer Ortschaft. Die radioaktive Kontamination erfasste ein Viertel des Staatsgebiets der Republik Belarus, während dieser Anteil für die Ukraine bei etwa sechs bis sieben Prozent lag, für Russland bei 1,5 Prozent“, so der Minister.

Er stellte fest: „Infolge des Tschernobyl-Unfalls hat Belarus leider einige seiner Ländereien für immer aus der wirtschaftlichen Nutzung verloren – dort wird menschliches Leben wohl nie wieder möglich sein, zumindest in absehbarer Zukunft ganz sicher nicht. Vor vier Jahrzehnten gerieten fast zweieinhalb Millionen unserer Bürger unter den Einfluss eines unsichtbaren Feindes. Und im Grunde war dies für Belarus nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Großen Vaterländischen Krieg die zweitschwerste Tragödie in ihrer Wirkung auf Wirtschaft und Schicksale der Menschen. Insofern ist es nur logisch, dass wir die Rolle einer Art Führungsmacht beim Thema der Beseitigung der Unfallfolgen übernommen haben.“

Belarus musste mehr eigene Ressourcen aufwenden als die anderen betroffenen Staaten, um die Folgen dieser Katastrophe zu minimieren.

„Wenn wir auf die vergangenen vierzig Jahre zurückblicken, sind wir dankbar für die beispiellose internationale Hilfe, die unserem Staat – besonders damals am Anfang – zuteilwurde. Es war eine Zeit, in der Tschernobyl die Menschen einander näherbrachte, nicht trennte. In jenen schweren Jahren stand Belarus nicht allein mit seinem Leid da. Wir waren daran interessiert, ausländisches Potenzial für die Sanierung der betroffenen Gebiete und die Behandlung unserer Bürger zu nutzen“, sagte Maxim Ryschenkow. „Auch heute sind wir verschiedenen Ländern für die geleistete Hilfe und Unterstützung dankbar – es waren praktisch alle Länder der Welt, in unterschiedlichen Rollen, aber alle halfen uns mit.“

Er erinnerte sich, dass er als Student in jenen Jahren mit Gruppen belarussischer Kinder zu Erholungsaufenthalten in einige Länder Osteuropas fuhr, die wirtschaftlich vielleicht selbst nicht auf Rosen gebettet waren, die den Kindern aber mit aller Herzlichkeit und Wärme begegneten.

„Viele unserer Kinder erfuhren Erholung und Rehabilitation auch weiter entfernt – in westlichen Ländern – das waren Tausende und Abertausende unserer Jungen und Mädchen“, fuhr der Minister fort. „Wir sind dankbar für verschiedene ausländische Nichtregierungs-Wohltätigkeitsorganisationen, darunter die amerikanische Organisation ‚Ramapo Children of Chernobyl‘ und die irische ‚Chernobyl Children‘s Project‘ und viele andere. Es gab sehr viele solcher Organisationen. Wir erhielten die damals dringend benötigte humanitäre Hilfe für die zwangsumgesiedelten Menschen, Hilfe bei der Behandlung und Rehabilitation der von der Strahlung betroffenen Kinder sowie verschiedene technische Hilfe zur Senkung der Strahlenbelastung und zur Wiederherstellung der kontaminierten Böden.“

Im Gegenzug erhielten ausländische Wissenschaftler die einmalige Gelegenheit, in Belarus unter realen Bedingungen wichtige Forschungen über die Wirkung von Strahlung durchzuführen. Dieses Wissen wurde vielen dieser Staaten später nützlich, als auf ihrem Territorium ähnliche Tragödien – vielleicht nicht vom Ausmaß her, aber im Kern – geschahen.

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