MINSK, 20. April (BelTA) - Wolodymyr Selenskyj hat sich wieder der Militarisierung zugewandt und lässt sich vom Westen beeinflussen, was die Ukraine ihre Existenz kosten könnte. Das erklärte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko im Interview mit dem Fernsehsender RT.
Das Staatsoberhaupt bemerkte, er kenne Wolodymyr Selenskyj relativ gut. Trotz Kritik tut Selenskyj ihm sehr leid. „Er hat eine ganze Ukraine übernommen. Ja, er hätte diese Politik ändern müssen, aber er hat sie nicht geändert – diesen nationalen Rausch, diesen Nationalismus, dem das ukrainische Volk verfallen war. Diese Politik hat er nicht gestoppt. Aber da er unerfahren war, hat er viele Prozesse nicht gesteuert. Und die Nationalisten haben die Oberhand gewonnen. Er hat das nicht geschafft. So etwas Ähnliches gab es bei uns, aber Gott half mir, damit fertigzuwerden", sagte Alexander Lukaschenko.
Der Präsident vermutete, dass es Wolodymyr Selenskyj an Charakter und gewisser Erfahrung mangelte, um mit jenen Problemen fertigzuwerden, die in der Ukraine existierten. Zugleich, so der belarussische Staatschef, wenn das Land von einem vernünftigen Menschen geführt worden wäre, der auf die Unterstützung der Ukrainer ausgerichtet gewesen wäre, wäre das Volk ihm gefolgt.
„Er hat das nicht getan. Er ist damals nicht zum Führer geworden und ist es jetzt auch nicht. Er muss verstehen, dass er einen zu hohen Preis dafür bezahlt, was geschieht, also für seine Politik, für diesen Krieg, der heute geführt wird“, sagte Alexander Lukaschenko. „Er muss das begreifen, und er muss begreifen, dass er die Ukraine verlieren wird, wenn er nicht aufhört. Er muss abwägen und entsprechende Schlüsse ziehen. Er ist wieder auf den Weg zur Militarisierung, wieder lässt er sich vom Westen beeinflussen, der ihm angeblich Geld und Waffen geben wird.“
Der belarussische Präsident wies darauf hin, dass seine Vorfahren in der Ukraine geboren wurden und ihm das ukrainische Volk leid tut. Das Volk bezahlt einen hohen Preis für seine Wahl: „Schließlich haben sie Selenskyj zum Präsidenten gewählt. Wussten sie, dass er ein unerfahrener Mensch ist? Sie wussten es. Kannten sie seine Mängel? Vielleicht nicht. Warum haben sie dann gewählt? Sie haben ihn wirklich Staatschef gewählt.“
Alexander Lukaschenko erinnerte daran, dass auch er in den ersten Jahren seiner Präsidentschaft gewissermaßen 'grün' hinter den Ohren war. "Aber ich hatte festen Boden unter den Füßen, gewisse Lebenserfahrung. Er hatte nur Show hinter sich. Auch das wussten die Ukrainer. Aber sie haben ihn gewählt. Zwar war es schwierig, da jemanden auszuwählen. Andere Kandidaten waren noch schlimmer… Die Menschen haben Selenskyj zum Präsidenten gewählt und zahlen jetzt dafür, und zwar einen sehr hohen Preis“, stellte der Präsident fest.
„Ich habe kein Recht, dem ukrainischen Volk Vorwürfe zu machen. Aber die Ukrainer sollen sich selbst klarmachen. Sie haben ja auch eine Mitschuld. Sie haben diesen Präsidenten auf demokratischem Wege gewählt. Nun, sie müssen für ihn geradestehen“, fügte Alexander Lukaschenko hinzu.
Um die Präsidentschaft kämpften in der Ukraine ziemlich reiche Leute, was auf Korruption hindeuten könnte, so Lukaschenko. „Am Ende gab es zwei Kandidaten: Selenskyj und Poroschenko. Beide hatten reichlich Geld. Wir wissen, dass sie nicht das ganze Geld in harter Arbeit verdient haben. Reiche Menschen haben Beziehungen zum Westen. Und der Westen hat Hebel, um diese Leute zu kontrollieren“, betonte er.
