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"Kein Säbelrasseln treiben“: Lukaschenko über Reaktion auf amerikanische Panzer in Litauen

Präsident 28.10.2019 | 13:55
Alexander Lukaschenko bei der Entgegennahme des Berichtes
Alexander Lukaschenko bei der Entgegennahme des Berichtes

MINSK, 28. Oktober (BelTA) - Der belarussische Staatschef nahm den Bericht über militärpolitische Lage, Risiken, Herausforderungen und Gefahren für Belarus sowie Vorschläge zur Reaktion darauf entgegen.

An der Veranstaltung beteiligten sich Staatssekretär des belarussischen Sicherheitsrates, Stanislaw Sas, belarussischer Verteidigungsminister, Andrej Rawkow, Leiter der Hauptaufklärungsverwaltung – stellvertretender Leiter des Generalstabs der Streitkräfte, Pawel Tichonow.

Stanislaw Sas
Stanislaw Sas

30 Panzer und 30 Panzerwagen seien lächerlich für die belarussische Armee. Wir hätten die belarussische Armee viermal modernisiert. Belarus werde sich bei Bedarf mit seiner Armee leicht zur Wehr setzen können, so Alexander Lukaschenko. fff2

Gleichzeitig unterstrich der Staatschef, dass das Problem nicht darin besteht. „Niemals wurden amerikanische Panzer so demonsrativ in der Nähe unserer Grenze stationiert. Ich denke, dass es auch zum ersten Mal in Litauen passiert. Das ist ein Präzedenzfall. Zweitens müssen wir Gegenmaßnahmen treffen. Dabei müssen wir einsehen, dass wir kein Säbelrasseln treiben dürfen. Wir sind ein friedlicher Staat und wollen nicht kämpfen“.

Kriegslehren und angemessene Reaktion

Alexander Lukaschenko erinnerte, dass er vor einigen Tagen in Auftrag gab, möglichst bald einen Aktionsplan für eine angemessene Reaktion auf die Stationierung gepanzerter Fahrzeuge und eines Kontingents der US-Streitkräfte unweit der litauisch-belarussischen Staatsgrenze zu entwickeln.

Der Präsident habe die Reaktion in den Massenmedien verfolgt und billige sie nicht in vollem Maße.

Alexander Lukaschenko
Alexander Lukaschenko

Laut Bericht der Aufklärungsverwaltung würden die US-Panzerabteilungen in Höhe von bis auf 600 Menschen bereits in Litauen ankommen.

Alexander Lukaschenko verleugnete alle Verschwörungstheorien. Belarus sei imstande, sich selbst zur Wehr zu setzen.

Das Staatsoberhaupt betonte, dass Belarus innerhalb der Jahrzehnte schon vielfach unter fremden Kriegen litt. „Wir haben schon die Kriegsseite umgeblättert. Unsere Politik ist klar: wir möchten, dass in dieser Region und Europa im Allgemeinen – unserem gemeinsamen Zuhause – Frieden herrscht , stellte der Präsident fest.

Er erinnerte an die Lehren aus der Vergangenheit vor dem Anfang des Großen Vaterländischen Krieges, als man versicherte, dass kein Krieg ausbricht und Verträge mit NS-Deutschland signierte. „Wir wurden damals unterrichtet, den Provokationen nicht zum Opfer zu fallen. Wir haben nichts unternommen und die Ukraine und Belarus demzufolge nach einigen Monaten verloren, obwohl wir kolossale Macht besaßen“, sagte der Staatschef.

„Wir nehmen die Erklärungen der Politiker aus Europa und Amerika, unserer Kollegen aus der Militärbranche darüber an, dass sie friedliche Menschen sind und keinen Krieg gegen uns beginnen wollen. Wir hören, verstehen und akzeptieren es. Wir berücksichtigen aber die Lehren aus der Vergangenheit und müssen unser Pulver trocken halten und alle ähnlichen Aktionen mit passenden Maßnahmen beantworten. Wir dürfen kein Säbelrasseln treiben!“, bemerkte Alexander Lukaschenko.

„Wir werden in die Pässe nicht sehen“

Wir würden nicht die Völker unterscheiden und ihnen nicht in die Pässe sehen. US-Armee, NATO-Kräfte in Europa stellten eine richtige Macht dar.

Alexander Lukaschenko gab in Auftrag, sich auf das Militärmanöver als Reaktion vorzubereiten.

Über die Nähe des belarussischen AKWs

Der Präsident machte aufmerksam, dass als Verlegungsort der Truppenübungsplatz Pabrade gewählt wurde, der in einigen Kilometern vom Belarussischen Atomkraftwerk liegt. Europa würde eine zweite Tschernobyl-Katastrophe nicht überleben, warnte der belarussische Staatschef.

Er bemerkte, dass das Atomkraftwerk von Luftabwehrkräften gut geschützt ist: „Wir haben ein Flugzeugabwehrregiment mit neuester Bewaffnung „Top-M2“ geschaffen“.

Der Präsident erklärte, dass man über einen höheren AKW-Landschutz nachdenken muss. Alexander Lukaschenko gab sich zuversichtlich, dass man in Litauen versteht, dass im Falle einer Notfallsituation am Atomkraftwerk die Länder beiderseits der Grenze betroffen werden.

Über das Hauptprinzip in der Verteidigung

Der Präsident hob hervor, dass Belarus bei der Anschaffung von neuen Waffen aus eigenen Finanzmöglichkeiten ausgehen wird. Unser Hauptprinzip in Verteidigung bestehe dem Präsidenten zufolge darin, dem Gegner einen untragbaren Schaden anzurichten.

Zusammenfassend unterstrich der Präsident, dass wir kein Säbelrasseln treiben dürfen und passende Gegenmaßnahmen vorbereiten müssen. Der Staatschef sei über den Präzedenzfall besorgt und möchte nicht, dass 15 Kilometer von unserer Grenze entfernt irgendwelche Streitkräfte stationiert werden.

Er gab in Auftrag, einen Bericht über die Lage und Vorbereitung auf ein Militärmanöver an der Grenze vorzulegen.

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