MINSK, 17. Februar (BelTA) – Belarus hat eine Mehrvektorenpolitik verfolgt und wird dies auch weiterhin tun. Das erklärte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko bei der Entgegennahme des Regierungsberichts für das Jahr 2025.
„Wir haben eine vielschichtige Politik verfolgt und werden dies auch weiterhin tun. Die einzige Frage ist, dass wir einen Vektor behalten (Sie kennen ihn), während sich der zweite Vektor nach Süden verlagert – nach Afrika, Asien und in die Länder, wo man uns erwartet. Dabei darf man Europa auf keinen Fall außer Acht lassen. Belarus ist das Zentrum, ein Teil dieses Europas. Ja, heute ist es mit der Europäischen Union nicht einfach, und es wird auch nicht einfacher werden“, erklärte der Präsident.
„Wir haben unsere Außenpolitik umgestaltet. Wenn der Westen nicht mit uns zusammenarbeiten will (sie wollen sehr gerne zusammenarbeiten, aber Sie verstehen, worum es geht), haben wir einen Teil unserer diplomatischen Vertretungen und Botschafter nach Osten verlegt – dorthin, wo man uns erwartet – nach Afrika und so weiter“, bemerkte Alexander Lukaschenko.
Der Staatschef wies darauf hin, dass beispielsweise die Länder Afrikas derzeit bestrebt sind, neue Partner zu finden, und dass Belarus hier aktiv werden muss. „Hier ist unser Platz. Belarus ist ein hochtechnologisches Land und kann viel leisten. Ich habe bereits gesagt, dass ein Land nicht durch seine Größe und Bevölkerungszahl definiert wird, sondern durch seine Möglichkeiten. Wir kommen mit guten Absichten und bringen den Menschen unsere Technologien bei.“
„Unsere Außenpolitik ergibt sich aus unserer Innenpolitik. Wir werden oft für unsere Vielseitigkeit kritisiert. Unsere Vielseitigkeit bedeutet nicht, dass wir uns irgendetwas schnappen und dann beispielsweise vor Russland oder China davonlaufen oder umgekehrt. Die Vielseitigkeit eines jeden Staates muss durch die innenpolitische Lage und die Wirtschaft des Staates bestimmt sein. Unsere Vielseitigkeit ergibt sich aus der Wirtschaft“, betonte der Staatschef.
Der Präsident stellte fest, dass derzeit schreckliche Sanktionen gegen Belarus verhängt worden waren. „Uns wurde praktisch eines unserer wirtschaftlichen Flügel – der westliche Flügel – abgeschnitten, wo wir bestimmte Interessen hatten und wo wir gearbeitet haben. Deshalb war dieser Vektor für uns wichtig. Aber der wichtigste Vektor war und bleibt immer derselbe, davon bin ich überzeugt. Niemand nach uns, nach mir, wird seine Märkte an irgendjemanden abgeben. Jeder kämpft um seine Märkte, denn das ist der Weg zum Überleben eines Staates. Ich spüre das. Vieles muss über persönliche Kontakte entschieden werden. Aber überall gibt es Widerstand, überall gibt es Kämpfe. Selbst wenn jemand etwas verspricht, muss man sich nach einem Monat immer wieder neu auf den Märkten behaupten“, sagte Alexander Lukaschenko.
