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03 Dezember 2025, 16:38

Lukaschenko: Handelsvolumen zwischen Belarus und Algerien soll in den nächsten zwei Jahren 500 Millionen US-Dollar erreichen 

ALGIER, 3. Dezember (BelTA) - Belarus und Algerien streben an, in den kommenden ein bis zwei Jahren ein Handelsvolumen von mindestens 500 Millionen US-Dollar zu erreichen. Dies verkündete der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko nach Gesprächen mit dem algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune in Algier.

„Wir sollen in den nächsten ein bis zwei Jahren ein Handelsvolumen von mindestens einer halben Milliarde US-Dollar erreichen“, erklärte Lukaschenko.

„Ich kann mit Überzeugung sagen, dass die Gespräche mit meinem Kollegen sehr konkret waren. Wir haben die gesamte bilaterale Agenda sowie die aktuelle internationale Lage erörtert“, so der belarussische Präsident.

„Algerien ist ein globales Tor nach Afrika. Das ist unser Pragmatismus. Wir haben sehr viel besprochen. Es gibt absolut keine Tabuthemen. Dazu gehören nicht nur humanitäre Fragen und Landwirtschaft, sondern auch der militärisch-industrielle Komplex“, betonte der belarussische Staatschef.

In diesem Zusammenhang merkte Alexander Lukaschenko an, es sei kein Geheimnis, dass Algerien hauptsächlich Waffen besitze, deren Technologie aus der Sowjetzeit stamme und die derzeit von postsowjetischen Staaten bezogen würden. „Was die Reparatur und Modernisierung dieser Waffen angeht, gibt es im postsowjetischen Raum derzeit keine Konkurrenz. Wir hingegen können heute nicht nur Waffen modernisieren und reparieren, sondern auch viele Waffentypen selbst herstellen“, so der belarussische Präsident.

„Was den Maschinenbau betrifft, sagte der Präsident, man ist an der Gründung von Joint Ventures zur Produktion von Traktoren und Automobilen interessiert. Das ist unser Schwerpunkt. Wir sind bereit, hier zusammenzuarbeiten. Es ist unwahrscheinlich, dass wir hinsichtlich Preis und Qualität Konkurrenten haben werden“, versicherte der Präsident. „Wir sind bereit, unsere Technologien mit Ihnen zu teilen. Wir können die entsprechende Ausrüstung für diese Technologien liefern und gemeinsam produzieren. Und wir können Ihre Mitarbeiter bei Bedarf in diesen Technologien schulen.“

Laut Lukaschenko benötige insbesondere Algerien dringend belarussische Landmaschinen und -technologien. Ohne dies ist eine Lösung des Problems der Ernährungssicherheit unmöglich. Alexander Lukaschenko schlug zudem die Umsetzung eines Großprojekts in diesem Bereich gemeinsam mit Oman im Düngemittelsektor vor.

Der Präsident hob auch Algeriens Interesse an der Milch- und Fleischproduktion hervor. „Dies ist unser Schwerpunkt. Wir können und haben bereits begonnen, in diesem Bereich zusammenzuarbeiten“, betonte er.

Ein weiterer vielversprechender Bereich ist die Zusammenarbeit im Bildungssektor. Algerien entlässt jedes Jahr zahlreiche Fachkräfte von seinen Universitäten, und Ärzte aus diesem Land stellen einen sehr großen Anteil des französischen Gesundheitspersonals. „Das spricht für sich. Der Kampf gegen den französischen Kolonialismus war nicht umsonst“, bemerkte der belarussische Staatschef.

Alexander Lukaschenko merkte an, dass Algerien die Zeiten der Zusammenarbeit mit der Sowjetunion gut in Erinnerung behalte und die belarussische Delegation nun als gute und verlässliche Freunde begrüße.

Das Staatsoberhaupt stellte fest, dass Algerien in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte in seiner Entwicklung erzielt und in vielen Bereichen Erfolge gefeiert habe. „Alle wollen unbedingt hierherkommen. Natürlich ist Algerien wählerisch. Es kooperiert vor allem mit befreundeten Ländern. Jeder möchte hier arbeiten und tut es bereits. Algerien unterhält ausgezeichnete Beziehungen zu Spanien, Deutschland und Italien“, bemerkte der Präsident. „Deshalb war ich so zögerlich: Ich fragte mich, wo unser Platz in Algerien ist. Als der Präsident seine Ausführungen fortsetzte, wurde mir klar, dass wir immer einen Weg finden können, mit unseren Freunden zusammenzuarbeiten.“

Während der Gespräche lud Alexander Lukaschenko algerische Vertreter nach Belarus ein, um die bestehenden Möglichkeiten auszuloten. „Unsere Türen stehen den Algeriern als unseren verlässlichen, guten Freunden offen. Wenn Ihnen etwas zusagt und Sie es gut finden, sind wir bereit, mit Ihnen zusammenzuarbeiten. Aber nicht so, wie es die Kolonialmächte einst taten. Wir sind bereit, mit Freunden, mit engen Vertrauten zusammenzuarbeiten“, versicherte das Staatsoberhaupt. „Siebenundvierzig Millionen Menschen, ein riesiges Land mit enormem Potenzial. Wir müssen hier zusammenarbeiten. Wir haben uns auf vieles geeinigt. Und das ist nicht der Anfang. Wir bringen unsere Beziehungen auf eine höhere Ebene. Und wir haben noch viel zu tun.“

Abdelmadjid Tebboune sprach auch über die Ergebnisse der Gespräche: „Wir haben unsere Fortschritte in den bilateralen Beziehungen bewertet. Wir haben wichtige Themen und unseren Plan für 2026-2027 erörtert. Wir haben vereinbart, Investitionen in Landwirtschaft, Maschinenbau, Pharmazie und wissenschaftliche Forschung zu fördern. Unsere Minister haben alle Handelsfragen besprochen.“

Der algerische Präsident hob die Aussichten auf einen verstärkten Handel zwischen den beiden Ländern hervor.

Abdelmadjid Tebboune erklärte, dass die Präsidenten während der Gespräche auch eine Reihe internationaler Themen, darunter die Lage in Palästina und Libyen, erörtert hätten. Auch die Lösung des Ukraine-Konflikts sei Thema gewesen. Die Staatsoberhäupter waren sich einig, dass dieser friedlich durch Verhandlungen beigelegt werden müsse.
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