Projekte
Staatsorgane
flag Sonntag, 17 Mai 2026
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Präsident
20 März 2026, 14:34

Lukaschenko schlägt den USA eine Option zur Beendigung des Krieges im Iran vor

MINSK, 20. März (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat bei den Gesprächen mit der amerikanischen Delegation unter der Leitung des US-Sondergesandten John Coale seine Option zur Beendigung des Krieges im Iran vorgeschlagen. Das erklärte er vor Journalisten.
„Ich habe ihnen meine Sichtweise zur Beendigung des Krieges im Iran vorgeschlagen. So, wie ich sie sehe. Ich möchte nicht öffentlich darüber sprechen. Ich habe ihnen noch eine Option angeboten“, sagte der Präsident.

Alexander Lukaschenko erzählte, dass den US-Sondergesandten und Anwalt John Coale eine persönliche Geschichte mit dem Iran verbindet, die er bei den Verhandlungen geteilt hatte.  Während der Islamischen Revolution im Iran Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre  kamen dort Amerikaner ums Leben. „Das ist etwas, was sie nicht besonders groß artikulieren. Sie sprechen von Atomwaffen und anderen Dingen. Aber im Hinterkopf sitzt bei den Amerikanern der Gedanke: dort sind unsere Menschen ums Leben gekommen. Und John Coale haben die Angehörigen der Verstorbenen als Anwalt beauftragt. Das hat er mir persönlich erzählt. Deshalb sitzt ihm das alles im Inneren“, teilte das Staatsoberhaupt Einzelheiten des Gesprächs mit.

Aus diesem Grund, so Alexander Lukaschenko, habe man das Gespräch überhaupt mit dem Iran-Thema begonnen, obwohl auch andere Punkte auf der Tagesordnung standen, darunter die Ukraine.

Der Präsident gestand, dass Belarus in gewissem Sinne „in den Strudel geraten“ sei. Damit meinte er, dass Belarus zu allen beteiligten Seiten ein bestimmtes Maß an Beziehungen pflegt und diese weiter entwickeln möchte.
„Auf der einen Seite haben wir mit dem Iran einen Verbündeten. Das habe ich noch vor dem Beginn des Krieges gesagt. Die Amerikaner wissen das. Heute bauen wir unsere Beziehungen mit den Emiraten, mit Katar, besonders mit Oman auf. Und diese Staaten sind unter Beschuss geraten. Mit den Saudis führen wir gerade Gespräche. Daher haben wir auf der einen Seite scheinbar unsere Leute, und auf der anderen Seite unsere Leute. Gott stehe uns bei, dass alles bald ein Ende hat. Denn wir haben auf beiden Fronten unsere Menschen. Und sie alle leiden“, erklärte der Präsident.

Alexander Lukaschenko teilte zudem einige Details zu den Verhandlungen und der Erörterung des Iran-Themas mit. So brachte die amerikanische Seite beispielsweise die Frage nach Raketen zur Sprache, die der Iran angeblich von Belarus angefordert habe.

„Sie haben uns nie um Raketen gebeten. Selbst wenn sie darum gebeten hätten, hätten wir ihnen diese Raketen nicht liefern können. Weil das ein Krieg mit den Amerikanern wäre. Diesen Krieg wollen wir nicht. Über Raketen hätte man vor dem Krieg sprechen müssen. Wir haben mit den Iranern über viele Dinge im Bereich des militärisch-industriellen Komplexes gesprochen. Aber nie über Raketen“, sagte der Präsident. „Wenn zwei Seiten Krieg führen und du an eine Partei Waffen lieferst, dann wirst du wenn nicht zum Mittäter, so doch zum Befürworter dieses Krieges und Unterstützter einer Kriegspartei. Brauchen wir das? Das brauchen wir nicht. Und die Iraner haben uns auch nicht darum gebeten. Das ist eine Episode, bei der wir einige Probleme erörtert haben. Darüber spreche ich immer sehr offen und ehrlich.“

Das Staatsoberhaupt wies insgesamt darauf hin, dass die USA diesen Krieg mit dem Iran sehr unterschätzt haben. „Maßlos unterschätzt. Sie sind wahrscheinlich den Israelis auf den Leim gegangen“, bemerkte er.
Abonnieren Sie uns auf
X
Letzte Nachrichten aus Belarus