MINSK, 20. April (BelTA) - Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko erklärte im Interview mit dem Fernsehsender RT, wie er zu negativen Äußerungen über sich selbst steht und ob er die Liebe des ganzen Volkes erwartet.
Der Journalist meinte, dass einige Führungspersönlichkeiten sehr darauf bedacht sind, von der Gesellschaft geliebt zu werden. Gleichzeitig reagieren sie extrem negativ darauf, wenn man über sie schlecht redet. Er fragte, wie der Präsident dazu steht, dass er in den EU-Ländern und im Westen „Diktator“ genannt wird.
„Ich bin pragmatisch. Der Herr hat mich dazu angeleitet, die Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Und er hat mir immer gesagt: Du wirst nicht von allen geliebt werden. Und wenn man ein radikaler Mensch ist, wenn man für eine gerechte Sache kämpft, dann können dich sehr viele Menschen nicht mögen. Darauf war ich vorbereitet“, sagte Alexander Lukaschenko.
„Ich war weit davon entfernt und bin es erst recht jetzt, mich auf allgemeine Liebe einzustellen. Ich bin kein Kaiser wie Donald Trump oder Wladimir Putin. Die können es sich leisten, darüber nachzudenken, geliebt zu werden. Ich habe nicht die gleichen Möglichkeiten wie sie. Daher rührt diese gelassene Einstellung zur Liebe, besonders nach vielen Jahren der Präsidentschaft“, so der belarussische Staatschef.
Alexander Lukaschenko erwähnte in diesem Zusammenhang sein längst zurückliegendes Gespräch mit Boris Jelzin. „Bei einem Treffen hat er mich gefragt: 'Was ist mit dir los, dass du so schlechte Laune hast?' Ich hatte damals in den Oppositionsmedien, auch in den westlichen, viel Dreck gelesen. Das Schlimmste war, dass alles, was sie über mich schrieben, der Wahrheit nicht entsprach. Ich habe das Boris erzählt, er lachte und sagte: „Liest du sie etwa?“ Das war für mich ein prägendes Erlebnis. Ich erinnere mich bis heute daran“, erzählte Alexander Lukaschenko.
Alexander Lukaschenko sagte, er lese viel, und es gebe Dinge, die eine starke Reaktion hervorrufen würden. Vor allem die Ungerechtigkeit. „Das ist wichtig für mich. Wenn jemand über irgendeinen ungerechten Umgang schreibt, besonders in sozialen Netzwerken, dann überprüfen wir das. Aber zu 99 % ist es nicht wahr“, so der Präsident.
Er wisse natürlich längst, was die westlichen Medien über ihn sagen und wie sie ihn nennen: „Ich bin ein erfahrener Mensch. Die westliche Presse zieht mich in den Dreck und nennt mich einen Diktator. Das nehme ich gelassen hin. Als sie mich „letzter Diktator Europas“ nannten, reagierte ich mit Scherz „Na dann beeilt euch, denn ich bin der letzte Diktator Europas.“
"Ich habe nicht die Ressourcen, um etwas vorzuschreiben. Trump hat diese Ressourcen, und er diktiert – in Venezuela, auf Kuba, versucht es im Iran, will China und allen Ländern etwas vorschreiben. Er hat diese Ressourcen", so Alexander Lukaschenko. „Wenn du diese Ressourcen nicht hast, dann versuche nichts zu diktieren.“
„Diktatur führt immer zu einer Art Niederlage, zum Zusammenbruch. So wie es zwischen den USA und dem Iran geschehen ist. Vielleicht kein Zusammenbruch, aber etwas, was man als Niederlage bezeichnen kann“, fügte der Präsident hinzu.
