MINSK, 20. April (BelTA) – Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko erzählte in einem Interview mit dem Fernsehsender RT, welche Kräfte und Sponsoren seine Politik beeinflussen können.
Im Laufe des Gesprächs bemerkte der Journalist, dass im Westen viele Politiker, wenn sie an die Macht kommen, im Interesse bestimmter Unternehmen, Organisationen und Sponsoren handeln, die sie eigentlich an die Macht gebracht haben. Er fragte, ob es Kräfte gebe, die Einfluss auf den belarussischen Präsidenten ausüben könnten.
„Ja, die gibt es. Das ist das Volk, das mich gewählt hat. In ihrem Interesse bin ich bereit, alles zu tun. Aber das Wichtigste ist, dieses Fleckchen Erde zu bewahren, auf dem nicht nur wir, sondern auch unsere Kinder leben werden. Also – diese Kraft existiert“, antwortete Alexander Lukaschenko.
Er wies darauf hin, dass das System der Staatsführung so aufgebaut sein müsse, dass konkrete Personen für das Ergebnis verantwortlich seien und die Menschen – die Wähler – sie zur Rechenschaft ziehen könnten. Und der Staatsführer müsse über ausreichende Befugnisse verfügen.
„Es gab einen Zeitpunkt, als ich nicht die Befugnisse hatte wie heute. Und damals habe ich mir maximale Befugnisse aufgeladen und den Menschen gesagt: „Ich trage die Verantwortung dafür.“ So sollten verantwortungsbewusste Politiker handeln, die etwas für ihr Volk tun wollen“, ist Alexander Lukaschenko überzeugt. In Belarus beispielsweise bilde der Präsident die Regierung, kontrolliere sie und trage die Verantwortung für ihre Arbeit. Im Gegensatz zu vielen Systemen im Westen, in der Europäischen Union.
„Bei euch dort ist unklar, wer was bildet und wer wofür verantwortlich ist. Aber die Menschen sind es gewohnt, von einer konkreten Person oder einer Gruppe von Personen Rechenschaft über das Ergebnis zu fordern. Bei euch ist das alles verschwommen. Die Menschen im Westen verstehen nicht, wen sie zur Rechenschaft ziehen sollen. Denn wenn man Merz oder Macron zur Rede stellt, sagen sie: „Das sind unsere Befugnisse, für den Rest sind wir nicht verantwortlich, für den Rest sind andere zuständig.“ Und sie streben auch nicht danach, Verantwortung zu übernehmen“, stellte der belarussische Staatsführer fest.
„Sie haben zu viele reiche Sponsoren, die sie unterhalten, und mit der Zeit beginnen sie, in deren Interesse zu arbeiten, im Interesse dieser Sponsoren, und nicht im Interesse des gesamten Volkes Deutschlands, Frankreichs oder Großbritanniens“, fuhr Alexander Lukaschenko fort. „Sie sitzen eine gewisse Zeit ab, füllen sich die Taschen und gehen. Ihnen geht es gut, dem Volk aber schlecht. Deshalb stelle ich ihr System der Staatsführung und der Bildung von Machtorganen in Frage und kritisiere es.“
Was das Sponsoring in Belarus betrifft, so hat es in der Regel mit der Organisation von Kultur- und Sportveranstaltungen, mit dem humanitären Bereich und dem Gesundheitswesen zu tun.
„So sehr man mich auch dort kritisiert, niemand kann heute sagen, dass ich mir etwas Fremdes genommen habe, dass ich im Interesse irgendeines Sponsors oder reichen Mannes etwas getan habe. Niemand. Nun, man kann vieles sagen, aber Fakten auf den Tisch hat niemand gelegt. Es gibt keine solchen Fakten“, erklärte der Staatschef. „Das ist eine Barriere für mich, die ich nicht überwinden kann. Ich kann nicht zulassen, dass man mir vorwirft, ich hätte mir von irgendwelchen Sponsoren etwas für mein eigenes Wohl genommen.“
„Ich bin der Präsident, mein Volk, mein Staat sorgen dafür, dass ich in Sicherheit bin und meine Präsidententätigkeit ausüben kann“, so Alexander Lukaschenko. „Mein Vorteil ist, dass ich aus einer armen Familie komme und nicht an Reichtum gewöhnt bin. Das ist nicht das Wichtigste für mich. Ich bin nicht an ein luxuriöses Leben gewöhnt. Das habe ich wohl von meiner Mutter mitbekommen. Sie hat mich immer gelehrt: „Söhnchen, rühre nichts Fremdes an, nimm nichts Fremdes. Das ist schlecht. Wenn nicht heute, dann wird es morgen schlecht sein.“ Daran erinnere ich mich. Meine Kinder gewöhne ich daran.“
