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20 April 2026, 08:34

Lukaschenko schließt eine Verwaltungsreform in Belarus nicht aus 

MINSK, 20. April (BelTA) - Präsident von Belarus Alexander Lukaschenko prüft die Möglichkeit einer Verwaltungsreform. Das sagte er in einem Interview mit dem Fernsehsender RT.
„Wir müssen über die Regierungsführung ernsthaft nachdenken. Vielleicht sogar eine Verwaltungsreform durchführen, wobei wir die Erfahrungen aus der Vergangenheit nutzen sollen. Der Westen und die USA haben uns stets empfohlen, wogegen wir zu kämpfen haben“, sagte der belarussische Staatsführer.

Er erinnerte daran, wie noch zu Sowjetzeiten der Westen „es mit uns gut meinte“ und zum Kampf gegen die führende und lenkende Rolle der Kommunistischen Partei anstachelte. Und nach dem Zerfall der Sowjetunion gaben sie sehr viele Ratschläge, wie man das Leben weiter gestalten sollte. „Heute wissen wir: Das war alles eine reine Lüge. Der Westen hat uns belogen“, machte der Präsident aufmerksam.

„Der Wesen riet uns vor allem zur Mehrparteiensystem, zur Meinungsvielfalt etc. Wir folgten dem, was der Westen uns empfahl. An der Spitze stand natürlich Russland unter Jelzin. Und alle liefen hinterher. In unsere Köpfe wurde der neue Kult eingehämmert: Geld und Wohlstand. Viele haben sich die saftigsten Teile geschnappt, um wohlhabend und reich zu sein“, beschrieb Alexander Lukaschenko die damalige Entwicklung. „Wozu das geführt hat, wissen Sie. Besonders am Beispiel Russlands: Wer konnte, wer der Macht näher stand, der schnappte sich Öl- und Gasförderbetriebe. Sie wurden steinreich.“

Er betonte, dass er nicht für einen solchen Kurs gewesen sei und als Abgeordneter gegen den Zerfall der Sowjetunion gestimmt habe. Alexander Lukaschenko bestreitet nicht, dass es sowohl in der Kommunistischen Partei als auch im gesamten Parteiensystem der UdSSR gewisse Mängel gegeben habe. Man hätte sie aufdecken und beheben können. Genau das habe Alexander Lukaschenko zu seiner Zeit getan – er sei ein konstruktiver Oppositioneller innerhalb der Partei gewesen. „Vielleicht war eine Reform der Sowjetunion nötig. Dummheit gab es genug. So wie jetzt in den USA: Es gibt viel Positives, aber auch viel Dummheit“, bemerkte er.

„Und als ich Präsident wurde, selbst ohne die Macht zu besitzen, die ich jetzt habe, begann ich mit der Reform des Landes“, sagte das Staatsoberhaupt. „Jene dummen Reformen, die der Westen initiiert hatte, habe ich aufs Schärfste rückgängig gemacht. Wir haben begonnen, uns nach dem Leben zu richten.“

In Situationen, wenn eine komplizierte Wahl bevorsteht, sollte man nicht auf fremde Ratschläge hören, sondern auf das eigene Volk. „Meine Position ergab sich aus dem Leben. Das ist ein Prinzip, an das ich mich bis heute halte: Wenn du nicht weißt, was zu tun ist, musst du zu den Leuten gehen, sie werden es dir sagen. Sie können es dir vielleicht nicht sagen, aber du musst sehen, was morgen zu tun ist, du wirst dich danach richten, was dir das Leben vorsagt“, erklärte der belarussische Staatschef. 
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