MINSK, 19. Dezember (BelTA) – Der Vorsitzende der Allbelarussischen Volksversammlung, Präsident Alexander Lukaschenko, hat sich in der zweiten Sitzung der 7. Allbelarussischen Volksversammlung über die Arbeitsplatz-Zuweisung von angehenden Fachkräften ausgesprochen.
„Denkt nach und nehmt es nachher dem Staat nicht übel. Warum nehmt ihr mir das Recht, Studenten auszubilden und sie als angehende Spezialisten dorthin zu schicken, wo ich es für nötig halte?“ stellte Alexander Lukaschenko eine rhetorische Frage.
Er und die Mehrheit der AVV-Delegierten haben früher auch nach dem Studienabschluss einen Arbeitsplatz zugewiesen bekommen. „Und wer dann Ambitionen und Wünsche hat, sich durchzuschlagen und aufzusteigen, soll arbeiten und kämpfen. Der Staat wird sie unterstützen“, versicherte das Staatsoberhaupt.
Alexander Lukaschenko erklärte, dass in Belarus auch weiterhin diese Praxis fortgesetzt wird: Wer einen Hochschulabschluss bekommt, bekommt einen Arbeitsplatz zugewiesen. „Wer gegen die Arbeitsplatz-Zuweisung ist, sollte sich gut überlegen, ob er an einer Hochschule studieren soll. Oder er soll für das Studium bezahlen, wie das bei uns Auslandsstudenten tun.“
Alexander Lukaschenko hat den Schülern und ihren Eltern den folgenden Rat gegeben: „Bevor sie sich für eine Hochschule entscheiden, sollten Sie sich informieren lassen, welche Spezialisten diese Hochschule vorbereitet und für welche Branchen. Wer eine Arbeitsplatz-Zuweisung nicht in Kauf nehmen möchte, sollte sich gut überlegen, ob er dort studieren will. Man sollte sich aber im Voraus entscheiden.“
Das Staatsoberhaupt führte aus: An den Hochschulen werden Fachkräfte für die Bedürfnisse des Landes ausgebildet. Es spielt keine Rolle, ob die Hochschulen privat oder staatlich sind. Was die privaten Hochschulen betrifft, so sind in Belarus nur solche geblieben, die den Wettbewerb bestanden haben. In den 1990-er Jahren schossen solche „privaten Universitäten“ wie Pilze aus dem Boden. Jeder konnte eine Ausbildung bekommen, ob Katze, Hund oder Ratte. Man brauchte sogar keinen Unterricht zu besuchen, das Diplom konnte man frei kaufen“, bemerkte der belarussische Staatsführer.
„Es wurde beschlossen, private Hochschulen zu erlauben, aber sie mussten im Wettbewerb mit den staatlichen Hochschulen standhalten. Diese Entscheidung haben viele kritisiert. Aber wir haben sie durchgedrückt und hatten letztendlich Recht. Staatliche Universitäten, Lehrkörper und Kollektive wurden jahrzehntelang aufgebaut“, sagte Alexander Lukaschenko.
