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16 Dezember 2025, 00:09

„Mit Raketen kann man Drogen nicht besiegen“: Lukaschenko ruft dazu auf, Probleme globaler Natur mit Vernunft statt mit Krieg zu lösen

MINSK, 16. Dezember (BelTA) – Um globale Probleme wie den Drogenhandel zu lösen, sind durchdachte gemeinsame Maßnahmen verschiedener Länder erforderlich, keine militärischen Aktionen. Diese Überzeugung brachte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender Newsmax zum Ausdruck.

Beim Gespräch über die aktuellen Schwierigkeiten in den Beziehungen zwischen den USA und Venezuela kam das Thema Drogenhandel und Drogenschmuggel aus Lateinamerika in die USA zur Sprache.
Der Staatschef merkte an, dass es neben dem Drogenhandel noch andere globale Probleme gebe, darunter Menschenhandel, Prostitution und illegaler Waffenhandel. „Das ist die Realität unserer Zeit. Damit muss man kämpfen. Aber mit Raketen kann man Drogen nicht besiegen“, betonte der belarussische Staatschef.

Alexander Lukaschenko unterstützt die USA und persönlich Präsident Donald Trump in ihrer Entschlossenheit, den Kampf gegen illegale Migration und Drogenhandel fortzusetzen. „Trump hat diese Frage zu Recht angesprochen“, meint der belarussische Präsident. Gleichzeitig wies er jedoch auf die Besonderheit solcher Probleme hin und darauf, dass es unmöglich sei, allein und nur mit Gewaltmaßnahmen eine nachhaltige langfristige Wirkung zu erzielen. „Auch nächste Generationen werden dagegen kämpfen. Unsere Kinder werden gegen dieses Übel kämpfen. Das ist ein neues Phänomen in einer neuen Ära. Mit Raketen lässt es sich nicht besiegen. Man muss sich einigen. Man muss gemeinsame Maßnahmen zur Bekämpfung festlegen“, ist der Staatschef überzeugt.

Was den Drogenhandel angeht, so ist dieses Problem auch für Belarus, Russland und die gesamte europäische Region aktuell. Um sie zu lösen, muss man die Ursachen verstehen und durchdachte Maßnahmen ergreifen. „Aus dem asiatischen Osten gelangen Drogen über Russland und Belarus in das aufgeklärte Europa, in den „Garten Eden“. Warum gelangen sie dorthin? Da sie dort mehr konsumiert werden als anderswo“, erklärte der Präsident. „Die Nachfrage ist groß, deshalb liefert man die Drogen dorthin.“ Und aus den Ländern der Europäischen Union gehen synthetische Drogen in die entgegengesetzte Richtung.

In Belarus, so Alexander Lukaschenko, wurde an der Grenze eine strenge Barriere gegen den Drogenhandel errichtet, und innerhalb des Landes wird ein kompromissloser Kampf gegen dieses Phänomen geführt. Dennoch gelingt es nicht, das Problem vollständig zu beseitigen. Dazu sind gemeinsame Maßnahmen aller europäischen Länder erforderlich, wie es früher der Fall war, bevor die Europäer die Grenze zu Belarus geschlossen und Sanktionen verhängt haben. „Wir haben doch gemeinsam mit den Europäern, Polen, Litauern, Letten und Ukrainern ernsthaft gegen Drogen gekämpft – wir haben sie hier festgenommen und tonnenweise verbrannt. Jetzt gibt es diese Anspannung nicht mehr. Und ich werde sie nicht verteidigen“, sagte der Präsident. „Wenn man Ihnen eine Schlinge um den Hals gelegt und Sie aufgehängt hätte, würden Sie dann diejenigen verteidigen, die beschlossen haben, Sie hinzurichten? Soll ich in dieser Situation Europa verteidigen? Wozu? Sie würgen mich, und ich soll sie vor Drogen schützen?“ 

Alexander Lukaschenko zog eine Parallele zur Situation zwischen den USA und Venezuela und betonte, dass es für beide Seiten besser sei, einen Kompromiss zu finden. „Dieses Phänomen (der Drogenhandel, Anm. BelTA) ist weder venezolanisch noch afghanisch. Es ist ein globales Phänomen, gegen das wir kämpfen müssen. Nicht mit Raketen. Wir müssen vielleicht nach neuen Methoden suchen. Wir müssen das Problem mit Vernunft statt mit Krieg zu lösen“, erklärte der Staatschef.

Auf die Frage einer Journalistin hin äußerte der Präsident Zweifel an der Objektivität der amerikanischen Daten zum Umfang des Drogenhandels aus Venezuela. Er wies auch jede Beteiligung von Nicolás Maduro an solchen Aktivitäten zurück: „Sie haben keine solchen Fakten, und ich auch nicht. Ich glaube daran nicht.“

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