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04 August 2026, 14:20

Akademie für Intelligente Technologien: Wer studieren darf und was gelehrt wird?

MINSK, 4. August (BelTA) – Bildungsminister Andrej Iwanez hat Journalisten die Pläne für die künftige Akademie für Intelligente Technologien erläutert. Die Schaffung dieser Universität der Zukunft sei am 4. August bei einem Treffen mit dem Staatschef beraten worden.
Wer sich an der Akademie einschreiben kann

Der Minister betonte, dass die Akademie nicht nur begabten Nachwuchs anziehen, sondern auch die besten Lehrkräfte und forschungserfahrenen Wissenschaftler vereinen solle. Bei dem Treffen mit dem Präsidenten habe man besonderes Augenmerk darauf gelegt, wer konkret für diese Bildungseinrichtung in Frage komme. „Jugendliche, die das Nationale Kindertechnopark absolviert haben oder Sieger bei internationalen und nationalen Olympiaden waren, müssen die Möglichkeit haben, sich einem Auswahlverfahren zu stellen, um an der Akademie aufgenommen zu werden“, unterstrich Andrej Iwanez.

Für Bewerber an der Akademie gelten strenge Aufnahmebedingungen – dazu gehören eine persönliche Auswahl sowie das Bestehen einer internen Aufnahmeprüfung. „Mit dem üblichen Verfahren aus zentraler Abschlussprüfung und zentralem Test kommen wir hier nicht aus“, ist der Minister überzeugt. „Wir müssen die Kompetenzen, die Motivation und das Ziel sehen, auf das jeder junge Mensch hinarbeitet.“

Dennoch wird auch Absolventen von Fachschulen und Studierenden anderer Hochschulen die Chance zur Einschreibung eingeräumt. Die Zahl der Studienplätze pro Richtung wird auf 10 bis 15 Personen begrenzt. Insgesamt sollen jährlich nicht mehr als 150 junge Leute aufgenommen werden. „Uns ist vollkommen klar, dass wir solche Spezialisten nach Maß gezielt und für ganz bestimmte Betriebe brauchen“, erläuterte Andrej Iwanez. 

Wie der Lehrbetrieb an der Akademie aussehen wird

Der Minister wies darauf hin, dass für die Studierenden der Akademie bereits ab dem ersten oder zweiten Studienjahr ein individuelles Lernangebot vorgesehen sei. „Die jungen Leute werden an konkreten betrieblichen Aufgabenstellungen arbeiten, und am Ende werden wir genau wissen, für welchen Abnehmer wir nicht nur den Fachkräftenachwuchs, sondern auch die entsprechende Entwicklung ausbilden“, stellte Andrej Iwanez fest.

Anstelle der üblichen Diplomverteidigung müssten die Absolventen der Akademie ein Technologie-Startup-Projekt vorlegen und verteidigen, in dem sie ihre Kompetenzen für den erworbenen Beruf nachweisen und untermauern. „Am Bildungsprozess werden nicht nur Unternehmen der Realwirtschaft, sondern auch akademische Institute beteiligt sein. Das wird ein attraktiver Standort sowohl für Studierende als auch für Lehrende“, fügte der Minister hinzu.

Die Ausbildung der Fachkräfte erfolgt in den Bereichen Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Digitaltechnologien.

Warum die Wahl auf genau diese Bereiche fiel

Zu den Naturwissenschaften äußerte sich Andrej Iwanez dahingehend, dass er die Ausbildung von Fachkräften in der Grundlagen- und angewandten Mathematik, Physik und Chemie für besonders wichtig halte. Dabei gehe es nicht um eine klassische Ausbildung im herkömmlichen Sinne. „Vielmehr werden diese Spezialisten darauf ausgerichtet sein, anwendungsbezogene Aufgaben zu lösen, die vor den Unternehmen der Realwirtschaft stehen“, erläuterte er.
Der Minister machte deutlich, dass die Sicherung der Technologiesouveränität des Landes maßgeblich über eine starke ingenieurwissenschaftliche Ausbildung laufe. Genau das erkläre, warum die Ingenieurtechnologien als einer der Schwerpunkte für die Akademie für Intelligente Technologien ausgewählt wurden. „Praktische Felder wie angewandte Materialwissenschaften, physikalisch-chemische Ingenieurwissenschaften oder Luft- und Raumfahrttechnologien werden an der Akademie ihren festen Platz haben“, zeigte sich Andrej Iwanez überzeugt.

Mit Blick auf die digitalen Technologien hob er hervor, dass die digitale Transformation buchstäblich alle Lebensbereiche durchdringe. Deshalb komme der Ausbildung von Spezialisten für angewandte Künstliche Intelligenz, digitale Finanztechnologien und weiteren Gebieten eine besondere Bedeutung zu.

Wie es für die Absolventen der Akademie für Intelligente Technologien weitergeht

Andrej Iwanez wies darauf hin, dass die Studierenden der Akademie bereits ab den ersten Semestern festen Einrichtungen zugeordnet würden – und zwar nicht nur staatlichen, sondern auch privaten. Darüber hinaus sei bei der Konzeption dieses Bildungszentrums der Wunsch vieler Absolventen berücksichtigt worden, sich später selbstständig zu machen. „Auf diese Weise werden wir nicht nur bestehende Unternehmen mit hochqualifizierten Fachkräften versorgen. Vielmehr wird es den Absolventen auch möglich sein, neue kleinere Firmen zu gründen – gewissermaßen als Satelliten rund um die großen Betriebe“, fügte er hinzu.

Der Minister betonte, dass der Staat erhebliche finanzielle und intellektuelle Mittel in die Ausbildung dieser vielversprechenden Nachwuchskräfte an der Akademie für Intelligente Technologien investieren werde: „Er kann zu Recht davon ausgehen, dass sie dann auch arbeiten. Wir gehen davon aus, dass ein Mindestvertrag über fünf Jahre nicht nur einen gesicherten Arbeitsplatz, sondern auch einen guten Start für die Umsetzung des erworbenen Wissens und Könnens bieten wird.“

Die bei dem Treffen erörterten grundlegenden Fragen fanden die Unterstützung des Präsidenten. Das Staatsoberhaupt gab die Anweisung, binnen einer Woche die endgültige Fassung des entsprechenden Erlasses zur Unterzeichnung vorzulegen.

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