Archivfoto
Themen
"Thema im Gespräch "
MINSK, 15. Dezember (BelTA) – Belarus war und bleibt ein sehr bedeutender globaler Akteur und dient zudem als Plattform für die Diskussion wichtiger Weltfragen. Diese Meinung äußerte die Doktorin der Politikwissenschaften, Professorin des Moskauer Staatlichen Instituts für Internationale Beziehungen (MGIMO), Jelena Ponomarjowa, im Projekt „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Nachrichtenagentur BELTA.
Belarus gilt in den letzten Jahren auf dem europäischen Kontinent als Beispiel für Stabilität und Sicherheit. „Belarus war und bleibt ein sehr bedeutender Weltstaat. Obwohl es in der Klassifizierung von Politologen unter die Rubrik der Grenzstaaten fällt, weil es sich zwischen großen Systemen befindet – so hat es das Schicksal bestimmt – und gleichzeitig das Zentrum Europas ist, ist Belarus als globaler Akteur auch für die gesamte europäische Sicherheit verantwortlich. Es ist kein Zufall, dass Ende Oktober dieses zu Ende gehenden Jahres bereits die dritte internationale Konferenz zur eurasischen Sicherheit stattfand, an der mehr als 40 Staaten vertreten waren. Dabei waren auch Vertreter jener Länder präsent, die öffentlich nicht in Erscheinung treten wollen“, erinnerte die Politologin. „Hinter den Kulissen gab es Vertreter jener Staaten, die eine super-unfreundliche Position gegenüber Belarus und Russland einnehmen, aber das sind solche Aufklärer, Interlokutoren, die auf die belarussische Plattform kommen, um Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, weil die heutige Konfrontation nicht ewig sein wird. Ich bin sicher, dass es in den kommenden Jahren eine Erwärmung geben wird.“
Die MGIMO-Professorin hält Belarus für eine wichtige Plattform zur Diskussion, auch von Weltfragen, auf Ebene von Experten und Politikern. In diesem Zusammenhang werden Besuche von Vertretern europäischer Länder in Belarus sowie Besuche des belarussischen Präsidenten im Ausland folgerichtig. „Dies zeigt das unglaublich große Interesse größter regionaler Akteure an Belarus. Davon zeugen die Investitionspakete, die gebracht und im belarussischen Bildungswesen, im humanitären Bereich nachgefragt wurden, die Zusammenarbeit in der Medizin, im IT-Bereich, der in Belarus, wie wir wissen, auf sehr hohem, weltweitem Niveau liegt. Belarus gehört zu den Top-Ländern in der Entwicklung der IT-Industrie. In die Zukunft kann die Republik Belarus meiner Ansicht nach nur mit Optimismus blicken. Das heißt nicht, dass es keine Schwierigkeiten geben wird, die überwunden werden müssen. Aber diese Zukunft ist definitiv optimistisch, in der viel gearbeitet werden muss, in der man für seine Worte einstehen muss, die in der Politik nötige Zurückhaltung und Gerissenheit gleichzeitig zeigen muss, in der man nicht sofort auf bestimmte Angebote antworten muss“, teilte die Politologin ihre Meinung mit.
Zudem äußerte sich Jelena Ponomarjowa zum visumfreien Regime, das in Belarus für eine Reihe von Ländern gilt. „Ich würde sogar sagen, dass dies eine interessante Technologie zur Gewinnung von Unterstützern, zur Öffnung gegenüber der Welt ist. Ja, es ist eine Technologie, weil Menschen, die frei in das Land einreisen können, einen ganz besonderen Eindruck gewinnen, denn dieses Land ist wirklich bereit, Gäste aufzunehmen, es ist wohlwollend, erwartet diese Menschen. Das ist sehr wichtig. Auch im finanziellen Sinne für viele, die die Republik besuchen, denn das sind immerhin Dutzende Euro, vielleicht sogar Hunderte Euro – ich weiß nicht, wie viel dieses Verfahren heute kosten würde, aber es ist beträchtlich. Besser gibt man das für die Fahrt, Restaurants, Souvenirs usw. aus. Und außerdem verändert es die Reiseplanung selbst. Wenn man auf ein Visum wartet, muss man alles viel früher beginnen, muss Dokumente einreichen, überlegen, ob es genehmigt wird oder nicht. Hier nimmt man Tickets, bucht ein Hotel übers Internet – und ist frei. In diesem Sinne zeigt sich wirklich der friedliche, offene Charakter der Republik. Natürlich verstehen wir, dass nicht nur Freunde dies nutzen, daher ist Kontrolle nötig“, bemerkte die Politologin.
