MINSK, 5. August (BelTA) – Ein belarussischer Schüler ist im Rahmen der internationalen Expedition „Eisbrecher des Wissens“ zum Nordpol aufgebrochen. Dies teilte der Pressedienst der belarussischen Vertretung des staatlichen russischen Atomenergiekonzerns Rosatom mit.
Rund 5.000 Jugendliche aus 22 Ländern hatten am internationalen Auswahlverfahren für die Expedition teilgenommen, darunter aus Ägypten, Armenien, Bangladesch, Belarus, Bolivien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kasachstan, Kirgisistan, der Mongolei, Myanmar, Namibia, Ruanda, Serbien, Südafrika, Tansania, der Türkei, Ungarn, Usbekistan und Vietnam.
„Ich war schon immer fasziniert von Entdeckungen, Forschung und der Frage, wie die Wissenschaft der Menschheit hilft, die Grenzen des Möglichen zu erweitern. Es ist mir eine große Ehre, Belarus bei einem solchen Projekt zu vertreten. Ich freue mich sehr darauf, die Arktis mit eigenen Augen zu sehen, mich mit Experten und Gleichaltrigen aus verschiedenen Ländern auszutauschen und neue Perspektiven zu gewinnen“, sagte der belarussische Teilnehmer Tichon Kornejenko, Schüler des Schores-Alfjorow-Gymnasiums Nr. 1 in Witebsk.
Die Expedition startete in Murmansk an Bord des Atomeisbrechers „50 Jahre Sieg“ und dauert zehn Tage. Die Route führt durch die Barentssee in die Hocharktis, vorbei an der Inselgruppe Franz-Josef-Land direkt zum geografischen Nordpol, bevor das Schiff nach Murmansk zurückkehrt. Während der Reise erleben die Jugendlichen die Natur des Hohen Nordens, beobachten den Eisbrecher im Einsatz und erfahren mehr über die Rolle der Nukleartechnologie für die arktische Schifffahrt. Als Höhepunkt werden die Schüler die Flaggen ihrer Heimatländer am Nordpol hissen.
Bereits am ersten Tag an Bord beginnt ein umfangreiches Bildungsprogramm. Die Teilnehmer erwartet ein abwechslungsreiches Angebot aus Vorträgen, Meisterklassen, Diskussionen, wissenschaftlichen Experimenten und kreativen Aktivitäten. Die Highlights reichen vom Versenden von Postkarten aus dem nördlichsten Postamt der Welt bis hin zu einer „Weltumrundung“ am Schnittpunkt aller Meridiane. Begleitet wird die Expedition von führenden internationalen Experten.
Zu den Ehrengästen der Reise zählen bekannte Künstler und Blogger sowie der renommierte russische Science-Fiction-Autor Sergej Lukjanenko. Während der Arktisexpedition leitet er einen Kreativworkshop für die Teilnehmer: Der Autor gibt eine spannende Einführung in eine Science-Fiction-Geschichte, und die Schüler entwickeln ihre eigenen Versionen des Endes. Im Anschluss an die Expedition wird das gemeinsame Werk vollständig veröffentlicht.
„Die Arktis ist ein Ort der Kraft, wo die ambitioniertesten Ideen geboren und verwirklicht werden. Mutige und tatkräftige Menschen, die eine bessere Zukunft gestalten wollen, zieht es hierher. Der ‚Eisbrecher des Wissens‘ bringt genau diese Menschen zum Nordpol. An Bord lernen die Schüler Technologien kennen, die sie sonst nirgendwo sehen werden. Wir wollen die Energie der besten jungen Köpfe bündeln, um die Wissenschaft voranzubringen und unseren Planeten zu bewahren. Diese Energie ist der Motor des Fortschritts“, erklärte Alexej Lichatschew, Generaldirektor des Staatskonzerns Rosatom.
Das wissenschaftliche und pädagogische Projekt „Eisbrecher des Wissens“ wird mit Unterstützung des Staatskonzerns Rosatom durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, Naturwissenschaften und Technologien der Kernindustrie zu popularisieren, talentierte und begabte Kinder zu entdecken und zu fördern, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihnen Berufsberatung anzubieten. Schülerinnen und Schüler sowie Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren aus aller Welt nehmen an dem Projekt teil. Die Besten von ihnen unternahmen eine Expedition zum Nordpol.
Das internationale Auswahlverfahren begann am 5. Mai und umfasste drei Phasen. In der ersten Phase beantworteten die Teilnehmenden Fragen in einem Wissenschaftsquiz, das ihr Wissen in Naturwissenschaften, zukunftsweisenden Technologien, Kernenergie und Arktisforschung testete. Die zweite Phase beinhaltete eine Reihe von Webinaren mit Experten der Kernindustrie. Die Teilnehmenden erfuhren mehr über Rosatoms vielversprechende Lösungen, darunter Technologien für die sichere und nachhaltige Entwicklung der arktischen Schifffahrt, sowie über die Rolle der Kernenergie für die Zukunft der globalen Wirtschaft und Wissenschaft. Basierend auf den Gesamtpunktzahlen beider Phasen wurden in jedem Land zehn Finalisten ausgewählt. Sie erreichten die Endrunde und präsentierten kreative Arbeiten zum Thema „Wie Nukleartechnologien die Welt heute verändern“. In der Finalrunde war es wichtig, dass die Teilnehmenden nicht nur ihr Fachwissen unter Beweis stellten, sondern auch ihre Fähigkeit zu unkonventionellem Denken, überzeugenden Argumenten und einer ansprechenden Präsentation des Materials demonstrierten. Die Arbeiten der Finalisten wurden von einer internationalen Jury bewertet, die sich aus Vertretern der Nuklearindustrie, der Wissenschaft, der Bildung, der Arktisforschung und der Wissenschaftskommunikation zusammensetzte. Aus Kasachstan (945 Teilnehmende), Kirgisistan (827 Teilnehmende) und Belarus (464 Teilnehmende) gingen Rekordbewerbungen ein. Auch Bangladesch und Myanmar verzeichneten in diesem Jahr eine hohe Teilnehmerzahl.
In den sechs Staffeln des Projekts „Eisbrecher des Wissens“ haben über 400 talentierte Schüler aus aller Welt an Arktisexpeditionen zum Nordpol teilgenommen.
