MINSK, 14. April (BelTA) - Wie ist die aktuelle Lage an der Grenze zur Europäischen Union und welche neuen Projekte setzt der belarussische Zoll um – darüber erzählte Wladimir Orlowski, Vorsitzender des Staatlichen Zollkomitees, in einem Interview mit dem Ersten Informationskanal.
Die Zoll- und Grenzbehörden sehen es als ihre Hauptaufgabe an der Grenze, die Abfertigung von Personenkraftwegen und Lastkraftwagen zu beschleunigen. „Dafür sind alle erforderlichen Technologien da. Wir setzen technische Mittel in vollem Umfang um. Natürlich spielt die Infrastruktur der Grenzübergangsstellen eine große Rolle. Deshalb bringen wir sie obligatorisch auf Vordermann. Wir wollen, dass technisch alles schnell vonstatten geht. In den letzten fünf Jahren haben wir bereits 12 Grenzübergänge rekonstruiert. Im vergangenen Jahr haben wir zwei Grenzübergänge rekonstruiert: „Berestowiza“ an der polnischen Grenze und „Widsy“ an der litauischen Grenze. Mit „Berestowiza“ hat es zeitlich sehr gut geklappt, denn wir haben die Rekonstruktion genau vor der Öffnung des Grenzübergangs durch Polen abgeschlossen. Wir haben weitere Pläne zur Rekonstruktion von Grenzkontrollstellen“, so der Vorsitzende des Staatlichen Zollkomitees.
Bald solle die Rekonstruktion der Grenzübergangsstelle „Kamenny Log“ beginnen, erzählte er. „Die Rekonstruktion selbst wird praktisch aus einem Umbau aller Gebäude, Anlagen und Fahrspuren bestehen. Es wird etwa 20 Spuren für die Ein- und Ausfahrt von Fahrzeugen geben. Und natürlich wird eine neue Durchleuchtungsanlage inklusive der Videoüberwachung installiert. Wir sprechen von der modernsten Technik, die nah der Rekonstruktion zum Einsatz kommt“, so Wladimir Orlowski.
Neben den Grenzübergangsstellen hat die grenznahe Infrastruktur eine große Bedeutung. „Es gibt Warteschlangen. Unsere Nachbarn fertigen die Fahrzeuge leider zu 30 Prozent der üblichen Geschwindigkeit ab. In Richtung Litauen gibt es fast immer Staus, in Richtung Lettland ist es etwas besser, und in Richtung Polen gibt es sie ab und zu, je nach Situation oder Feiertagen“, so der Vorsitzende des Staatlichen Zollkomitees.
Ab Januar funktioniert an der Grenzübergangsstelle „Koslowitschi“ die „elektronische Warteschlange“. Ende April wird eine weitere „elektronische Warteschlange“ in Brest an der Grenzübergangsstelle "Warschauer Brücke" in Betrieb genommen. „Darauf warten die Bürger besonders, denn das ist für die Pkws der wichtigste und der größte Grenzübergang in die Europäische Union“, fasste Wladimir Orlowski zusammen.
