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02 Februar 2026, 15:51

„Das ist noch nicht das Ende.“ Expertin beleuchtet Irans strategische Rolle und vorteilhafte Lage

MINSK, 2. Februar (BelTA) - Die russische Politikexpertin und Orientalistin Karine Geworgjan sprach in der aktuellen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA über Irans und dessen vorteilhafte geografische Lage.

„Kein anderes Land auf der Welt hat eine derart günstige Position wie der Iran“, betonte Karine Geworgjan.

Die Politikexpertin betonte, dass Iran eine der entscheidenden Meerengen, die Straße von Hormus, kontrolliert. „In dieser Meerenge gibt es Inseln, die die Emirate als ihr Eigentum beanspruchen. Tatsächlich waren diese Inseln einst britisches Kolonialgebiet, das die Briten aufgegeben haben. Der Schah von Iran, der nicht naiv war, hat sie für sich reklamiert. Historisch gehörten sie zu Iran, und er erklärte, dass sie somit zurückgeholt werden sollten. Die Frage bleibt: Warum hat das russische Außenministerium die Emirate in diesem Zusammenhang unterstützt und behauptet, die Inseln seien nicht iranisch? Geht uns das überhaupt etwas an? Nein. Ich kritisiere das jetzt offen; ich sehe keine andere Möglichkeit. Es war unnötig. Was haben die Emirate dafür versprochen? Irgendeine Art von Vorteil? Es handelt sich um iranische Inseln, und das ist die ganze Wahrheit.“

Laut Karine Geworgjan verlaufen 60 % des weltweiten Ölhandels durch die Straße von Hormus. „Und die Iraner können das blockieren. Das ist alles. Sie rücken ins Herz Asiens vor. Nur ist ihr Zugang zum östlichen Mittelmeer indirekt und schwierig. Sie wollten durch Syrien und den Irak. Alle sagten: Seht her, die Iraner haben ihre Stellungen in Syrien verloren. Aber das ist noch nicht das Ende. Was jetzt passiert: Israel, Libanon, Syrien, die Kurden und die Kurdenfrage – das ist noch nicht alles“, sagte die Politikexpetrtin.

„Die Iraner haben eine Chance und einen guten Ruf. Sie handelten sehr vorsichtig, nicht aus religiösen, sondern aus humanitären Gründen. Sie haben alle gerettet. Das haben sie im Land verkündet und Filme gedreht, in denen sie erklärten, dass sie Christen, Jesiden, Alawiten und alle Bedrohten schützen“, bemerkte Karine Geworgjan. „Sie haben sich also einen gewissen Ruf erworben. Sie versuchten auch, mit den Kurden zu verhandeln. Sie könnten zurückkehren. Ihre Position im Irak ist gestärkt. Trump drohte der irakischen Führung: ‚Warum haben Sie al-Maliki, einen pro-iranischen Politiker, zum Premierminister ernannt?‘ Und nun sammeln sich Milizen im Irak für den Fall von Angriffen auf den Iran. 60 % der Bevölkerung dort sind Schiiten; nicht alle sind pro-iranisch, aber dennoch die Mehrheit.“

Abschließend merkte die Orientalistin an, dass der Iran auch den Zugang zum afrikanischen Kontinent ermöglicht: „Ohne den Iran hätten wir keine Logistik. Gar keine, weder auf dem Luftweg, noch auf dem Seeweg, noch auf dem Landweg.“
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