MINSK, 3. März (BelTA) – Im Ovalen Saal des Regierungsgebäudes, wo heute das groß angelegte landesweite Forum „Frau und Zukunft des Dorfes“ stattfindet, haben sich jene versammelt, die danach streben, das Leben auf dem Land heller, interessanter und komfortabler zu gestalten. Das erklärte der Vorsitzende der Repräsentantenkammer Igor Sergejenko bei der Eröffnung des Forums.
„Dies ist nicht einfach ein Treffen. Es ist ein Dialog über die Zukunft, über die Bewahrung des Herzens unseres Landes – der ländlichen Gebiete“, so der Parlamentssprecher.
Igor Sergejenko wies darauf hin, dass jede Teilnehmerin des Forums ihr eigenes interessantes Leben, ihre Familiengeschichte und einzigartige Erfahrungen hat. Einige hätten die städtische Hektik gegen einen Wohnsitz auf dem Land eingetauscht. Gekommen seien auch Mütter mit vielen Kindern. Viele Teilnehmerinnen seien mit staatlichen und ministeriellen Auszeichnungen geehrt worden, so er.
„Obwohl Sie verschiedene Bereiche vertreten, eint Sie eines – die Liebe zu unserem Land und Ihrer kleinen Heimat und das Bestreben, das Leben auf dem Land heller, interessanter und komfortabler zu gestalten“, betonte der Vorsitzende der Repräsentantenkammer.
Der Parlamentssprecher wies darauf hin, dass auf dem Land die Arbeit des agrarindustriellen Komplexes, der Bildungs-, Gesundheits-, Kultur- und Handelseinrichtungen sowie der ländlichen Exekutivkomitees, die sich unter anderem mit den administrativ-organisatorischen Angelegenheiten des Dorfes befassen, auf den Schultern der Frauen ruht.
„Indem Sie in verschiedenen Tätigkeitsbereichen arbeiten, sind Sie tief in die Besonderheiten der vor Ort vorhandenen Probleme eingetaucht, sehen die Probleme und verstehen hervorragend, dass die nachhaltige Entwicklung unseres Landes von jedem Menschen abhängt. Und der Rhythmus der nächsten Jahre ist klar vorgegeben: Es ist eine Zeit der konkreten Taten – eines jeden an seinem Arbeitsplatz“, fügte Igor Sergejenko hinzu.
Der Sprecher wandte an die Teilnehmerinnen des Forums und betonte, dass sie dem Staat und der Gesellschaft etwas zu bieten hatten. „Sie sind aktive Menschen, die in der Lage sind, die Gesellschaft zu vereinen, eine Balance zwischen Traditionen und Innovationen zu finden, Initiativen zu formen, die von der Basis kommen, und sie – das ist das Wichtigste – zum Wohle des Landes, zum Wohle Ihrer kleinen Heimat umzusetzen“, so der Vorsitzende.
Der Vorsitzende der Repräsentantenkammer würdigte auch die Rolle der Landfrauen in der Geschichte und wies darauf hin, dass sie sich nach der Oktoberrevolution grundlegend verändert hat. Die Bedeutung der Frau hat sich über den Bereich der Hauswirtschaft hinaus erweitert; sie ist zu einer aktiven Teilnehmerin am gesellschaftlichen und politischen Leben, an der Kollektivierung und der Produktion geworden.
In den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges ersetzten die Frauen die an die Front gegangenen Männer, pflügten das Land, säten, brachten die Ernte ein, arbeiteten auf Traktoren und in den Viehbestandswirtschaften. Hunderttausende bewiesen Heldentum, indem sie sich an der Partisanenbewegung, im Untergrund beteiligten und an der Front faktisch gleichberechtigt mit den Männern gegen den Feind kämpften. Beim Wiederaufbau der Dörfer in der Nachkriegszeit spielte die Frau ihre wichtigste Rolle.
„Und heute sind Ihnen alle beruflichen Gipfel untertan. Belarussinnen stellen mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen. Unsere Landsmänninnen demonstrieren souverän auch ihr Führungspotential. Allein in der Repräsentantenkammer liegt der Frauenanteil bei über 35%, was über dem weltweiten Durchschnitt liegt“, so der Vorsitzende der Repräsentantenkammer.
Insgesamt halte sich der Anteil weiblicher Führungskräfte in Belarus stabil auf einem Paritätsniveau von 50%, fügte der Sprecher hinzu.
Der Vorsitzende der Repräsentantenkammer griff auf die Worte des Staatsoberhauptes zurück. Er betonte, dass Alexander Lukaschenko wiederholt darauf hingewiesen hat, dass die Entwicklung der ländlichen Gebiete keine Frage der Bequemlichkeit oder Mode ist, sondern die Grundlage der Stabilität des Staates.
„Daraus ergibt sich die Aufgabe für die gesamte Machtvertikale und die Zivilgesellschaft – solche Bedingungen zu schaffen, unter denen das Leben und Arbeiten in Agrarstädtchen und anderen kleinen Ortschaften komfortabel, perspektivreich und gerechtfertigt ist. Ein besonderer Akzent im Programm der sozioökonomischen Entwicklung für den laufenden Fünfjahresplan liegt auf der Angleichung der wirtschaftlichen Potenziale der Regionen, dem Abbau demografischer, personeller und infrastruktureller Disproportionen. Bildlich gesprochen ist die Hauptaufgabe, dafür zu sorgen, dass in absehbarer Zukunft der Begriff der tiefen Provinz aus dem Wortschatz der Belarussen verschwindet“, so Igor Sergejenko.
Der Sprecher betonte, dass in allen Winkeln des Landes die Möglichkeiten der beruflichen Karriere und die Lebensbedingungen nicht schlechter, vielleicht sogar besser sein sollten als in den Großstädten. Deshalb sei auf der Allbelarussischen Volksversammlung auch das Thema Dorf angeklungen, um das herum sich nun das Verständnis für die Zukunft der Republik forme – von der Wirtschaft und Ernährungssicherheit bis zur Entfaltung des menschlichen Potenzials und der Bewahrung der nationalen Identität.
Das Forum wurde gemäß dem landesweiten Maßnahmenplan zur Durchführung des Jahres der belarussischen Frau im Jahr 2026 organisiert. Die Veranstaltung wurde von der Repräsentantenkammer mit Unterstützung der Gebietsexekutivkomitees und des Kulturministeriums organisiert.
Im Foyer des Ovalen Saals findet die Ausstellung „Zärtlichkeit des belarussischen Landes in Frauenhänden“ statt. Die Exposition soll die Rolle der Frauen würdigen, die in ländlichen Gebieten leben und durch ihr Beispiel zur Entwicklung des Dorfes beitragen.
