Projekte
Staatsorgane
flag Montag, 18 Mai 2026
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Gesellschaft
09 April 2026, 19:12

„Eigeninteressen“: Wer schürt den Konflikt mit dem Iran?

MINSK, 9. April (BelTA) -  Laut dem Historiker Jewgeni Spitzyn spielt nicht die US-Regierung, sondern der israelische Premierminister eine entscheidende Rolle bei der Anheizung des Konflikts im Nahen Osten. Diese Einschätzung äußerte er in der aktuellen Ausgabe des BelTA-Projekts „Thema im Gespräch“.

Zur Lage im Nahen Osten und der Entwicklung des Konflikts mit dem Iran sagte Jewgeni Spitzyn: „Ich habe bereits gesagt, dass die antiisraelische Stimmung zunehmen wird und dies in erster Linie die Zerstörung Israels selbst bedroht, da viele Länder im Nahen und Mittleren Osten seit Langem von der Vernichtung Israels träumen. Sie verfolgen ihre Eigeninteressen in geopolitischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten. Sie sind beispielsweise auch Konkurrenten auf dem Ölmarkt.“

Laut dem Historiker wird die Situation dadurch verkompliziert, dass es im Nahen Osten langjährige Verbündete gibt: „Obwohl diese ihr Bündnis mit den Amerikanern heute deutlich zurückhaltender gestalten als beispielsweise während der Sowjetunion und der Konfrontation zwischen der Sowjetunion und dem arabischen Osten sowie Israel. Doch dies ist bereits ein Warnsignal, ein Indiz.“

Jewgeni Spitzyn betont, dass nicht einmal die Amerikaner selbst eine Schlüsselrolle bei der Anheizung des Konflikts spielen, sondern der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu. „Netanjahu handelt aus eigennützigen Interessen, da ihm Strafverfolgung droht. Sollte er die Macht abgeben, könnte ihn eine empfindliche Haftstrafe erwarten. Mit diesem Wissen eskaliert er die Situation, insbesondere gegenüber dem Iran, um an der Macht zu bleiben, da er die klare Unterstützung Amerikas genießt“, erklärt der Historiker. Er weist außerdem darauf hin, dass der Iran seit der Islamischen Revolution ein langjähriger Widersacher der Vereinigten Staaten ist. Dabei sollten auch die Psychologie von US-Präsident Trump und die persönlichen Prioritäten seiner Familie berücksichtigt werden. Zudem spielt die Tatsache eine Rolle, dass Jared Kushner, der Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten, orthodoxer Jude ist. Spitzyn hebt hervor, dass Trumps Urteilsvermögen oft versagt, wenn es darum geht, Israel bei seinen weltweiten Abenteuern zu unterstützen.

„In Amerika werfen ihm einige recht prominente und einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik und Öffentlichkeit, darunter Senatoren, direkt vor, seine eigenen Interessen – also die Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika – zu sabotieren und sich im Grunde zu einer Marionette Israels, sprich Netanjahus, gemacht zu haben. Und das ist ein ziemlich schwerwiegender Vorwurf aus amerikanischer Sicht“, schloss Jewgeni Spitzyn.
Abonnieren Sie uns auf
X
Letzte Nachrichten aus Belarus