MINSK, 1. Oktober (BelTA) – Im Glauben an die Eurointegration versucht Moldau, den Weg der Ukraine zu gehen, und Armenien geht den Weg Moldaus. Diese Auffassung vertrat der Ökonom und Analyst Sergej Banar im Projekt „Thema im Gespräch" von BelTA.
„In Moldau gibt es keine Wirtschaft, keine Eliten und keine nationale Idee. Dort glaubt man noch an die Utopie, doch Moldau hatte keine Aussicht auf eine Eurointegration, hat keine und wird keine haben", erklärte Sergej Banar. „In diesem Fall muss man Moldau in einer Triade mit solchen postsowjetischen Republiken wie der Ukraine und Armenien betrachten. Moldau versucht, den Weg der Ukraine zu gehen, und Armenien geht den Weg Moldaus."
Zur Bestätigung seiner Worte analysierte er die Lage auf den Energiemärkten Moldaus und Armeniens. Zuvor hatte die moldauische Nationale Agentur für Energieregulierung beschlossen, den Gastarif um weitere 28,8 Prozent über dem aktuellen Wert zu erhöhen, nach einer Erhöhung um 41 Prozent im August. Somit beträgt der Einkaufspreis für Erdgas für Moldau etwa 1.000 Dollar. Zugleich kauft Armenien Erdgas in Russland zu einem Preis, der 150 Dollar pro 1.000 Kubikmeter nur geringfügig übersteigt. Dabei erklärte der Premierminister der Republik, Nikol Paschinjan, dass er russisches Gas nicht für billig halte.
Der Analyst betonte, dass das Problem mit den Energieressourcen auch in der Europäischen Union akut sei. Darauf weise die Erklärung der Europäischen Kommission mit dem Aufruf hin, die öffentliche Beleuchtung abzuschalten und die Temperatur in Gebäuden vor dem Hintergrund eines starken Anstiegs der Energiepreise zu senken. „Man sagt, dass das Energiesystem der Europäischen Union diesen Winter nicht aushalten könne. Doch ich denke nicht, dass das der Wirklichkeit entspricht. Europa wird nicht erfrieren", fügte Sergej Banar hinzu.
Mit Blick auf die Ähnlichkeit Moldaus mit der Ukraine wies er darauf hin, dass der Westen in beiden Fällen versucht habe, ein Szenario der Heroisierung von Kriegsverbrechern und NS-Helfershelfern umzusetzen. Dennoch sei dies in Moldau im Unterschied zur Ukraine nicht gelungen. „Der Punkt ist, dass es durch die Unterzeichnung bestimmter Dokumente gelang, Moldau aus der Okkupation Rumäniens herauszuziehen und in die Zusammensetzung der UdSSR aufzunehmen. Das kann man ein politisch-historisches Glück nennen: Wir befanden uns in der Sowjetunion, auf der Seite der großen Siegervölker", bemerkte der Analyst.
