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04 April 2026, 20:24

„Eine Frage des politischen Überlebens“ - Experte erklärt, warum Europäer durch vermeintliche Russland-Gefahr eingeschüchtert werden

MINSK, 4. April (BelTA) - Laut dem Politologen und Chefredakteur von PolitRussia, Ruslan Ostaschko, betrachten europäische Staats- und Regierungschefs die Einschüchterung durch die vermeintliche Russland-Gefahr als Grundlage ihres politischen Erfolgs, um ihre Wähler zu mobilisieren. Ruslan Ostaschko äußerte sich dazu in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ der Telegraphenagentur BelTA.

„Europa und die USA haben keine Meinungsverschiedenheiten. Europa hat Meinungsverschiedenheiten mit Trump. Mit Biden gab es keine. Und mit der Demokratischen Partei gibt es keine Meinungsverschiedenheiten. Ja, sie verstehen, dass sie auch unter den Demokraten und unter Biden mehr bezahlen werden und bereits bezahlt haben als zuvor, aber es ist trotzdem besser für sie. Sie sehen die Grundlage ihres politischen Erfolgs in Einschüchterung durch die vermeintliche Russland-Gefahr seiner Wähler“, sagte Ruslan Ostaschko.

Wie der Experte anmerkte, kann Russland als Sündenbock genutzt werden, um verschiedene Probleme zu erklären: „Migranten, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und die allgemeine Verschlechterung der Lebensbedingungen. Für diese Politiker geht es um ihr politisches Überleben. Solange sie keine Alternative erkennen, die besagt, dass eine Freundschaft mit Russland ihr politisches Überleben sichert, werden sie ihren Kurs nicht ändern.“

„Wir versäumen es, westlichen Wählern und Politikern eine Alternative aufzuzeigen – die Möglichkeit, Freundschaft mit Russland zu pflegen. Wir spielen dieses Spiel nicht, weil wir nicht wissen, wie, und weil wir es nicht wollen. Wir wollen Macron, Merz und der gesamten politischen Elite nicht das politische Überleben gönnen. Ob das gut oder schlecht ist, ist eine subjektive Frage, aber es liegt in der Natur unseres politischen Systems. Wir spielen sozusagen fair in der Politik“, erklärte Ruslan Ostaschko. „Wenn wir jemanden nicht mögen, sagen wir: ‚Wir mögen dich nicht.‘ Obwohl wir grundsätzlich ein freundliches Land sind, das offen für den Dialog mit allen ist, betonen wir stets, dass wir bereit sind, westliche Unternehmen wieder auf dem russischen Markt willkommen zu heißen und die vollen diplomatischen Beziehungen mit jedem Land wiederherzustellen.“

Der Politologe betonte, dass Russland seine Bereitschaft zum Dialog am Beispiel der aktuellen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten unter Beweis gestellt habe. „Das Problem mit den Europäern ist jedoch, dass sie sich uns überlegen fühlen. Sie sind nicht gewillt, mit ‚Plebejern‘ zu verhandeln. Solange sie uns nicht als gleichberechtigt anerkennen, ist dieser Dialog leider unmöglich“, schloss Ruslan Ostaschko.
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