Bereits am 30. April wird in allen Kinos der belarussische Film „Einer für zwei“ Premiere feiern. Er erzählt eine Geschichte über die Heldentat der Militärpiloten Andrej Nitschiportschik und Nikita Kukonenko, die bei einem Routineflug auf einmal die Entscheidung treffen mussten, die abstürzende Maschine über einem dicht besiedelten Wohnviertel dorthin zu steuern, wo der Schaden am geringsten wäre. Sie retteten vielen Menschen das Leben, aber sie beide waren als Helden gestorben. Wie verliefen die Dreharbeiten zum Film, warum hat sich der Regisseur gerade für diese Geschichte entschieden und was ist das Besondere an einem Piloten – darüber erzählen wir im folgenden Beitrag.
Obwohl die Dreharbeiten zum Film offiziell im Sommer 2025 begannen, ist der Regisseur Iwan Pawlow der Meinung, dass die ersten Aufnahmen bereits am 19. Mai 2022 entstanden, als er zur Enthüllung des Denkmals für die Helden-Piloten in Baranowitschi kam. Dort sah er die Angehörigen und wollte tiefer in diese Geschichte einleben, um es den Zuschauern zu ermöglichen, das Leben der Piloten mit ihren Augen zu sehen.
"Der Film war für mich äußerst schwierig. Es ist keine gewöhnliche Filmbiografie, denn in der Geschichte dieser Jungen gab es nur einen Konflikt – den mit dem Flugzeug. Sie hatten keine Antagonisten, keine Konflikte und keinen Neid aufeinander. Und die Piloten verstehen, dass in diesem Film wenig vom Himmel gezeigt wird, obwohl viele sagen, es sei zu viel“, sagte Iwan Pawlow.
"Vor einigen Tagen war ich hier, im großen Saal, und verstand, dass man diesen Film in den ersten Reihen sehen muss. Dann kann man verstehen, warum Piloten fliegen und den Himmel vermissen. Diese Geschichte besteht aus drei Teilen. Die Szenen sind durch Zwischentitel voneinander getrennt. Dramaturgisch war es schwierig, sie miteinander zu verbinden, daher sprangen wir einfach von einer Zeit zur anderen und deckten einen großen Zeitraum ab. Die Rolle von Nikita Kukonenko wurde von zwei Schauspielern verkörpert. Kyrill aus Brest spielt den kleinen Nikita. Alle sagten, er sehe Nikita wie aus dem Gesicht geschnitten. Sogar sein Erzieher aus Polozk sagte: 'Wo habt ihr ihn nur aufgetrieben – er ist ja eine reine Kopie von Nikita“, erklärte der Regisseur.
„Das ist eine Geschichte über zwei junge Männer, die so handeln, wie Männer zu handel haben. Sie sind Beschützer. Dabei empfindet man zwei Gefühle: Stolz, dass es solche Männer gibt, und Bitterkeit, dass sie nicht mehr bei uns sind. Ich wünsche, dass man diesen Film nicht nur in Belarus sieht, sondern auch im Ausland“, betonte er. „Ich bin überzeugt, dass es überall solche Jungs gibt. Sie sind unter uns. Gott behüte sie vor solchen Situationen. Denn die Heldentat eines anderen ist eine ganze Reihe unnötiger Zufälle, die dazu führen, dass man diese Heldentat vollbringen muss.“
Das Drehbuch wurde mehrfach umgeschrieben, und der Finalsong wurde von Leonid Schirin fast am Ende der Dreharbeiten geschrieben. In dem Film versuchte der Regisseur nicht nur den Alltag der Piloten zu zeigen, sondern auch ihre Freizeit. Liebe kommt auch nicht zu kurz. „Einige Szenen habe ich erfunden, zum Beispiel die Szenen der ersten Begegnungen mit den Ehefrauen. Es ist schließlich ein Spielfilm. Andrej hatte drei Kinder, Nikita war seit acht Monaten verheiratet. Andrejs jüngster Sohn spielte im Film auch“, fügte Iwan Pawlow hinzu.
Der stellvertretende Kommandeur der Luftstreitkräfte und der Luftverteidigungskräfte für ideologische Arbeit – Leiter der Abteilung, Oberst Eduard Schmakin wurde als Berater engagiert. Das sei für ihn eine ehrenvolle Mission gewesen , sagte er. „Diese Geschichte hat mich mitgenommen. Als sich die Tragödie ereignete, war ich stellvertretender Kommandeur des Luftwaffenstützpunkts für ideologische Arbeit und kannte diese Jungs persönlich. Wir sprachen miteinander, lachten und flogen gemeinsam. Das Leben des Luftwaffenstützpunkts teilte sich in ein Vorher und ein Nachher, denn dieser tragische Vorfall forderte zwei Leben“, fügte er hinzu.
"Als das Angebot kam, einen Film zu drehen, war das für mich eine Gelegenheit, von der Heldentat der Jungs und dem Leben der Piloten zu erzählen. Es herrscht die Meinung vor, dass Piloten darauf vorbereitet werden, eine Heldentat zu vollbringen. Aber niemand bereitet uns darauf vor. Die Menschen treffen selbst eine eigenständige Entscheidung. Was aber dazu beiträgt, das haben wir versucht, im Film zu zeigen“, betonte Eduard Schmakin.
„Die Menschen halten den Beruf des Piloten für romantisch, aber in Wirklichkeit ist er hart und mit Risiken und Gefahren verbunden. Das Schwierigste war es, die Atmosphäre zu vermitteln, in der wir leben: Für uns ist der Himmel wichtiger als das Leben auf der Erde. Nicht umsonst nennt man uns die Himmel-Bewohner“, bemerkte er.
Bei den Dreharbeiten wurde auf verschiedene Kleinigkeiten ein großer Wert gelegt, darunter auf die Uniform, Dienstgrade und Abzeichen. Alles sollte stimmen. Diese Fragen wurden bei der Vorbereitung der Filmproduktion besprochen und während der Sichtung des gedrehten Materials korrigiert. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Szenen, in denen der Flugbetrieb gezeigt wird. Piloten werden nach ihrem Gesundheitszustand ausgewählt – die Schauspieler mussten keine solche Prüfung durchlaufen, daher hatten sie keine Möglichkeit, in echten Kampfflugzeugen zu fliegen. Und dennoch fand das Filmteam mit Hilfe moderner Technologien einen Weg, dem Zuschauer die Schönheit des Fliegens zu vermitteln.
„Wir unterhielten uns mit den Piloten, die direkt mit diesen Jungs gedient hatten und sie besser kannten. Außerdem haben uns die Eltern der Piloten geholfen, den Charakter der Haupthelden umfassender darzustellen – sie waren direkt an der Vorbereitung der Filmproduktion beteiligt“, erklärte Eduard Schmakin.
Alexej Katschan, der im Film Andrej spielte, gab und, er habe begonnen, die Helden anders wahrzunehmen. Er wisse jetzt viel besser, was hinter einem solchen Titel stecke. „Schon seit der Schule hatte ich den Eindruck, dass Menschen als Helden geboren werden, aber in Wirklichkeit sind es gewöhnliche Menschen, die ein einfaches Leben führen und in einem bestimmten Moment eine heldenhafte Tat vollbringen. Ich sprach mit den Kameraden und den Angehörigen von Andrej. Man sagte mir, dass ich ihm vom Charakter und vom Humor her ähnlich bin, und es war schön zu hören, dass es eine gewisse Übereinstimmung gibt. Im Film wirkte sogar Andrejs leiblicher Sohn mit, und das war ein emotional schwieriger Moment, auch wenn wir leicht eine gemeinsame Sprache fanden“, erzählte Alexej Katschan.
Er fügte hinzu, dass er eigentlich selbst im normalen Leben Angst vorm Fliegen hat und daher besorgt war, als man ihm die Rolle zutraute. Letztendlich mussten sie nicht wirklich fliegen, aber gegen das Ende der Dreharbeiten war er so sehr von der Atmosphäre ergriffen, dass er nun seine Einstellung geändert hat und sagte, er würde gerne eines Tages fliegen. „Vor Beginn der Dreharbeiten sah ich mir bestimmte Filme an, um die Besonderheiten der Piloten und ihre Einstellung zum Leben zu verstehen“, sagte der Schauspieler. „Während der Dreharbeiten und im Gespräch mit ihnen begriff ich, dass Piloten etwas andere Menschen sind – sie haben etwas Besonderes an sich.“
Wiktor Rybtschinski, der Andrejs Vater Wladimir Nitschiportschik verkörperte, sagte, er habe noch nie eine Person gespielt, der er im wirklichen Leben begegnen konnte. „Ich hatte keine Aufgabe, seine besonderen Eigenschaften zu zeigen. Aber ich möchte, dass wenn er mich auf der Leinwand sieht, nicht enttäuscht wird von dem, wie er ist und wie er dargestellt wird. Wir trafen uns deshalb noch vor den Dreharbeiten, stellten uns gegenseitig Fragen und erzählten von persönlichen Dingen“, so der Schauspieler.
Jegor Tschubakow, der Nikita spielte, ist vom Charakter her seinem Protagonisten sehr ähnlich. Beide sind unkompliziert, fröhlich, freundlich und schätzen ihre Freunde sehr, und sie haben auch ein ähnliches Lächeln. Während der Arbeit gab es Schwierigkeiten, aber dank der guten Filmcrew und der Anleitung von Iwan Pawlow überwand er sie.
„Die Haupthelden waren echte Freunde, im guten Sinne des Wortes Rivalen und Konkurrenten. Sie ergänzten einander und machten einander besser. Man könnte sagen, sie waren sogar eine Familie, denn in der Zeit, die sie gemeinsam verbrachten, kamen sie sich sehr nahe“, bemerkte Jegor Tschubakow.
Er fügte hinzu, dass er Verantwortung, Aufregung und Ehrfurcht verspürte, denn dies sei eine nicht einfache, ernste Geschichte. Zugleich sei es für ihn eine große Ehre und Freude, in einem solchen Film die Hauptrolle zu spielen.
