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"Thema im Gespräch "
MINSK, 2. September (BelTA) – Die Staaten der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) sind bestrebt, einheitliche Technologien zu entwickeln, um einen reibungslosen Informationsaustausch zu gewährleisten und im Kampf gegen gemeinsame Bedrohungen ein System zur Aufdeckung, Kontrolle, Beobachtung und Entscheidungsfindung aufzubauen. Das erklärte Alexander Tischtschenko, Experte für nationale Sicherheit, in der neuen BelTA-Ausgabe von „Thema im Gespräch.“
Auf die Frage, was es im Hinblick auf die eurasische Sicherheitsarchitektur außer Wirtschaft noch bedarf, um eine engere Bindung zwischen den SOZ-Staaten zu erreichen, erwiderte der Experte: „Es geht hauptsächlich darum, den Moment nicht zu verpassen, der im Spannungsfeld zwischen Hegemonie und Multipolarität mit gemeinsamen Bedrohungen verbunden ist. Heute sind Terrorismus und Extremismus nicht nur irgendwelche Anliegen von Gruppierungen, es sind Private Militärunternehmen (PMCs), die in der Lage sind, Gegenmaßnahmen zu organisieren. Es geht nicht mehr nur um den Rechtsschutz, Extremismus und Terrorismus bedrohen die staatlichen Interessen. Dabei sind alle SOZ-Teilnehmer mit diesen Aspekten konfrontiert.“
„Diese grenzüberschreitenden Gruppierungen haben sich heute so stark ausgerüstet, dass sie bereits mit ganzen Armeen vergleichbar sind. Sie erheben Anspruch auf die Kontrolle von Routen und Verkehrsströmen von Interessen und Gütern. Sobald eine Nische entsteht, tauchen sofort extremistische kriminelle Gruppierungen auf, die diese Sache unter ihre Kontrolle nehmen und davon profitieren“, stellte der Experte fest.
Laut Alexander Tischtschenko arbeiten die SOZ-Staaten bestimmte Gegenmaßnahmen heraus: "Sie streben danach, einheitliche Technologien, Informationsaustausch, ein Reaktions-, Kontroll-, Beobachtungs- und Entscheidungssystem zu entwickeln – und zwar so, dass dies den anderen Mitgliedern der Organisation nicht schadet.“
Die gemeinsamen Bedrohungen rückten jedoch manchmal auch in den Vordergrund, so der Experte: „Wenn man sich mit dem Hegemon irgendwie arrangieren, verhandeln kann und es gewisse Abschreckungssysteme gibt, so gibt es bei Gruppierungen mit grenzüberschreitender krimineller Ausrichtung diese Regeln nicht. Niemand wird Zugeständnisse machen oder sich auf Vereinbarungen einlassen. Und mit wem soll man dort auch reden? Sie sind alle anonym, sie agieren global.“
„Es wird die Zeit kommen, in der diese Aspekte neu überdacht werden. Nicht nur von der SOZ. Diese Aspekte werden auch von den Blöcken verstanden werden wie NATO, ASEAN usw. Insofern ist die SOZ allen anderen weit voraus, was die allgemeine Auffassung dieses Problems betrifft“, resümierte Alexander Tischtschenko.
