Projekte
Staatsorgane
flag Samstag, 16 Mai 2026
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Gesellschaft
22 März 2026, 21:49

Experte erläutert die Hintergründe zur Aufhebung der US-Sanktionen gegen zwei belarussische Banken und das Finanzministerium

MINSK, 22. März (BelTA) - Der Wirtschaftsexperte Georgi Griz sprach im Fernsehsender STV über die Beweggründe für die Aufhebung der US-Sanktionen gegen zwei Banken in Belarus sowie das Finanzministerium.

Die USA hoben die Sanktionen gegen die Belinvestbank, die Entwicklungsbank und das Finanzministerium auf. Zuvor waren bereits Sanktionen gegen die Belarussische Kaligesellschaft und Belaruskali aufgehoben worden. „Die Logik dahinter ist, dass all diese Unternehmen direkt mit einem einzigen Investitionsprojekt verbunden sind – dem Bergbau- und Verarbeitungswerk Neschyn. Nachdem sich der russische Investor aus dem Projekt zurückgezogen hatte, wurde das Werk weitgehend vernachlässigt, und der Staat übernahm die Leitung und die Anteile. Wenn es darum geht, einen neuen Investor zu gewinnen, beispielsweise ein amerikanisches Unternehmen, ist das Finanzministerium für die Wertpapiere zuständig. Auch die Entwicklungsbank wird involviert sein; sie hat zuvor einen Kredit in Höhe von einer Milliarde Dollar von einer chinesischen Investmentbank abgewickelt. Die Belinvestbank hingegen fungiert als reguläre Geschäftsbank und ist für die Zahlungsabwicklung verantwortlich. Die Frage ist, warum dieses Projekt in das große Deal zwischen Alexander Lukaschenko und Donald Trump einbezogen wurde“, bemerkte Georgi Griz.

Der Wirtschaftsexperte erläuterte, dass zur Klärung der Situation sowohl die Interessen von Belarus als auch die der Vereinigten Staaten berücksichtigt werden müssen. „Kaliumdünger ist ein bedeutendes Exportgut für Belarus und generiert jährlich über zwei Milliarden US-Dollar. Dieser Rohstoff ist von Sanktionen betroffen, sowohl von amerikanischen als auch von europäischen. Litauen hat zudem den Transit belarussischer Waren verweigert. Aus Sicht der USA ist die Situation noch komplizierter. Der Konflikt zwischen Kanada und den USA steht in direktem Zusammenhang mit diesem Projekt, da rund 90 % der Kalidüngerimporte amerikanischer Landwirte aus Kanada stammen. Treten Probleme mit Kanada auf, benötigen die USA alternative Bezugsquellen für diesen strategisch wichtigen Rohstoff. Landwirte, eine wichtige Wählergruppe für Donald Trumps Wahlkampagne, sind auf eine stabile Versorgung angewiesen. Das Kalibergbau- und -verarbeitungswerk in Neschyn, das eine Produktionskapazität von zwei Millionen Tonnen Dünger hat, könnte die Lage erheblich verbessern und die USA unabhängiger machen“, erklärte der Experte.

Er betonte, dass dies für Belarus von großer Bedeutung sei. „Erfolgreiche Düngemittelexporte generieren Staatseinnahmen, die für soziale Projekte und die Verteidigung verwendet werden können. Somit kommt das Projekt den belarussischen Bürgern direkt zugute“, fügte Georgi Griz hinzu.
Abonnieren Sie uns auf
X
Letzte Nachrichten aus Belarus