MINSK, 13. April (BelTA) – Der Leiter des Sektors für Software- und Informationssicherung im Gesundheitsministerium, Wiktor Sidorenko, erklärte im BELTA-Projekt „Das Land spricht“, wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen derzeit vorangetrieben wird.
Wiktor Sidorenko betonte, dass das Gesundheitsministerium derzeit intensiv an der Einführung eines zentralen Gesundheitsinformationssystems arbeite. „Es wurde am 1. Januar 2026 in den experimentellen Probebetrieb genommen. Das Hauptziel ist es, einen einheitlichen digitalen Datenverbund in der Branche zu schaffen, damit der Arzt jederzeit ein vollständiges Bild über seinen Patienten parat hat“, erläuterte er.
Der Leiter des Sektors für Software- und Informationssicherung erinnerte daran, dass die Digitalisierungsprozesse in der Branche bereits Ende der 1980er Jahre begonnen hätten. „Was funktioniert heute wirklich und wird täglich von unseren Patienten oder medizinischen Fachkräften genutzt? Am weitesten verbreitet ist die Terminvergabe, also das System der Sprechstundenkarten. Es ist fast in jeder Poliklinik eingeführt: Der Patient kann bequem von zu Hause aus über das Internet eine Sprechstundenkarte bestellen, sich bei einem Arzt oder einem Facharzt anmelden. Dieser Dienst ist inzwischen alltäglich geworden – wir nehmen ihn gar nicht mehr als neu wahr“, fügte er hinzu.
Laut Wiktor Sidorenko ist der nächste interessante Dienst die Telekonsultation. „Aber hier müssen wir gleich klarstellen: Es handelt sich um Telekonsultationen auf der Ebene ‚Arzt zu Arzt‘, wenn in einem Bezirkskrankenhaus oder einem regionalen Krankenhaus die Hilfe von Spezialisten auf republikanischer Ebene oder von einer medizinischen Universität benötigt wird. Die telemedizinische Beratung funktioniert – man muss also keine Zeit darauf verschwenden, dass der Spezialist anreist“, so der Experte.
Darüber hinaus erläuterte Wiktor Sidorenko, ob heute alle zentralen Bezirkskrankenhäuser und städtischen Kliniken die Republikanischen Wissenschafts- und Praxiszentren (RNPZ) um eine Beratung bitten können. „Was die Bezirke betrifft – alle. In Minsk ist die Situation etwas anders. Die Spezialisten kommen dort, sagen wir mal, persönlich vorbei, weil die räumlichen Bedingungen etwas anders sind. Aber Minsk und die Hauptstadtkliniken fungieren als Berater für die Bezirks- und Regionsebene“, erklärte er. „Etwa 70.000 bis 80.000 solcher Konsultationen werden pro Jahr mit diesem Dienst durchgeführt. Das Spektrum der Anfragen ist vielfältig: kardiologische Erkrankungen, neurologische, unfallchirurgische. Auch die Augenheilkunde ist dabei, also ist das wirklich gefragt.“
Ein weiteres eigenes Feld ist das medizinische Register. „Die Erfassung von Patientengruppen, die entweder eine Transplantation benötigen oder sich in einer Risikozone befinden, zum Beispiel Diabetiker. Auch ein Register für Patienten, die einen Gelenkersatz benötigen, wurde bei uns eingerichtet. Insgesamt sind in der Branche derzeit etwa 21 Register im Einsatz“, berichtete der Leiter des Sektors für Software- und Informationssicherung.
Ein weiterer Bereich ist der elektronische Austausch von Laborbefunden. „Am deutlichsten ist das in Minsk ausgeprägt, wo ein Patient sein Biomaterial in einer Gesundheitseinrichtung abgibt. Um rational zu arbeiten, wird dieses gesamte Material in ein zentrales Labor gebracht, wo es bearbeitet wird. Das Ergebnis kommt dann auf elektronischem Wege direkt in die Poliklinik, und der Patient muss nicht durch die Stadt fahren, um seinen Befund abzuholen“, fasste Wiktor Sidorenko zusammen.
