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03 Oktober 2026, 12:09

Experte über den aktuellen Zustand der UNO und mögliche Alternativen

MINSK, 3. Oktober (BelTA) – Die Vereinten Nationen spielen in ihrer heutigen Form eine ausschließlich dekorative Rolle und erfüllen nicht die ihnen übertragenen Funktionen. Das erklärte Chefredakteur der Informations- und Analyse-Website "Alternativa" Andrej Wadschra in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“.
"Heute ist die Rolle der UNO rein dekorativ. Diese Organisation hat auch früher nicht das getan, was sie laut ihrer Charta hätte tun sollen. Sagen wir es so: Mit Hängen und Würgen ermöglichte sie verschiedenen Seiten, einen gewissen Dialog zu führen. Und jetzt, da die gewohnte Weltordnung aufgehört hat zu existieren, hat sich die UNO als Organisation mit „weltweiten Mission“ völlig verloren und hat sich in den verlängerten Arm des Westens verwandelt", sagte Andrej Wadschra.

Der Experte ist der Ansicht, dass die Schaffung einer wirklich arbeitsfähigen übernationalen Organisation, die in der Lage ist, Sicherheit auf dem Planeten zu gewährleisten, erst nach der endgültigen Herausbildung einer neuen Weltordnung möglich sein wird. "Wenn sich die neue Weltordnung herausgebildet hat, kann man über eine neue UNO sprechen", bemerkte er.

Andrej Wadschra wies darauf hin, dass bereits jetzt die Herausbildung übernationaler Organisationen eines neuen Typs zu beobachten ist, die als mögliche Alternative zur UNO betrachtet werden können. Die Rede ist von Zusammenschlüssen wie der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und BRICS. „Ich glaube, wir müssen uns gerade an diese Organisationen als gewisse Prototypen künftiger Weltsysteme und künftiger übernationaler Strukturen orientieren", betonte er.

Gleichzeitig gebe es in diesen Organisationen vorerst keinen Platz für die westlichen Länder, sagte Wadschra. „Sie gehen dort nicht hin. Das ist eine völlig andere Welt und eine andere Realität. Die Länder Europas versuchen jetzt, sich irgendwie neu zu organisieren, eine neue Gemeinschaft zu bilden mit Kanada als Ressourcenbasis. Aber ich habe große Zweifel, dass es ihnen gelingen wird, irgendeine arbeitsfähige Struktur zu schaffen.“

Darüber hinaus wies Andrej Wadschra auf die große Zahl von Widersprüchen innerhalb des Westens hin, vor allem in Europa. "Wenn man in unseren Integrationsstrukturen wenigsten eine Perspektive erkennen kann, so sehe ich im Westen, ehrlich gesagt, vorerst keinerlei Alternativen“, resümierte der Experte.
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