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Gesellschaft
08 April 2026, 17:54

Experte zur Strategie von Belarus in Afrika: Wir bieten nicht nur Waren an, sondern auch Freundschaft

MINSK, 8. April (BelTA) – Belarus baut Beziehungen zu afrikanischen Ländern auf und bietet ihnen dabei nicht nur Waren an, sondern auch Freundschaft und gemeinsame Entwicklung. Diese Meinung äußerte der Vorstandsvorsitzende der republikanischen staatlich-gesellschaftlichen Vereinigung „Belarussische Gesellschaft „Wissen“, Alexej Awdonin, in der neuen Ausgabe von BelTA-Projekt „Thema im Gespräch“.
„Afrika wird von allen Analysezentren als zukünftiger Motor des globalen Wachstums angesehen. Es wird prognostiziert, dass die Wirtschaftswachstumsraten auf diesem Kontinent zwischen 9 und 13 % liegen werden. Der Grund dafür ist, dass es sich um eine unerschlossene Region handelt, in der Kapital eingesetzt werden kann“, erklärte Alexej Awdonin. „Es geht um den Bau von Straßen, Infrastruktur und Produktionsstätten. Wenn ein neues Unternehmen entsteht, wird Arbeitskraft benötigt, was zu steigenden Löhnen und zur Einbindung des gesamten afrikanischen Kontinents in moderne Wirtschaftsbeziehungen führt.“

Der Experte wies darauf hin, dass Belarus sich nicht aus den wirtschaftlichen Prozessen in Afrika heraushält, sondern aktiv daran teilnimmt. „Wenn dort eine enorme Nachfrage nach Produkten aus den Bereichen Maschinenbau, Landwirtschaft, Medizin, Pharmazie, Wissenschaft und Technologie besteht, müssen wir diese Nachfrage decken. Das gibt uns die Möglichkeit, neue Produktionsstätten zu schaffen und den Wohlstand unserer Bürger zu steigern“, betonte er.  

Alexej Awdonin fügte hinzu, dass für die afrikanischen Länder auch die von Belarus vorgeschlagene Ideologie der Zusammenarbeit attraktiv sei. „Wir bieten nicht nur Waren, sondern auch Freundschaft und gemeinsame Entwicklung an. Wir bereichern uns nicht auf Kosten anderer, indem wir unsere Produkte verkaufen, sondern entwickeln uns gemeinsam weiter. Und diese Ideologie ist derzeit in Afrika äußerst gefragt. Sie sind der Kolonialisierung und Ausbeutung durch westliche Konzerne überdrüssig, die stets darauf aus waren, den Mehrwert und die Ressourcen maximal auszuschöpfen“, sagte er.

Gleichzeitig ist Alexej Awdonin der Ansicht, dass Belarus nicht in der gesamten Region präsent sein kann und bestimmte Schnittpunkte der Interessen finden muss. „Wir sind kein globales Imperium, wir haben begrenzte Ressourcen, und deshalb müssen wir die Rentabilität von Geldinvestitionen so genau wie möglich kalkulieren. Die Länder Zentralafrikas standen lange Zeit unter der Kolonialherrschaft westeuropäischer Länder und sind nicht bereit, Beziehungen zu ihnen aufzubauen. Sie benötigen eine stärkere Mechanisierung der Landwirtschaft sowie Verbesserungen in den Bereichen Ernährung und Medizin. All das sind wir bereit, ihnen zu geben“, ist der Experte überzeugt.

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