Projekte
Staatsorgane
flag Dienstag, 10 Februar 2026
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Gesellschaft
18 Januar 2026, 16:51

Expertenmeinung: Wie die US-Annexion Grönlands negative Auswirkungen auf China haben könnte 

MINSK, 18. Januar (BelTA) - Die amerikanische Annexion Grönlands könnte für China eine bedeutende Handelsroute gefährden. Dies erklärte Jelena Ponomarjowa, habilitierte Politikwissenschaftlerin und Professorin am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO), in der aktuellen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.

Die Politikwissenschaftlerin erklärte, dass die Situation um Grönland nicht nur die Interessen der USA und Russlands, sondern auch Chinas berührt. „Wir dürfen hier nicht vergessen, dass Grönland auch die Kontrolle über die Nordostpassage bedeutet. China, das seine Investitionen in das berühmte Projekt „Neue Seidenstraße“ – das ganz Eurasien über Europa auf dem Landweg verbinden sollte – erheblich verloren hat, ist nun praktisch dieser Möglichkeit beraubt. Und natürlich ist es an der Nutzung der Nordostpassage interessiert. Russland allein ist nicht in der Lage, die sogenannte Polare Seidenstraße zu bauen. Wir könnten es, aber es ist sehr teuer. Es ist immer noch besser, es gemeinsam zu tun. Und es zeigt sich, dass jede Investition in diese Route bereits jetzt problematisch und sehr komplex wird. So wird China gleich zu Beginn dieses Projekts aus der Arktis verdrängt“, bemerkte Jelena Ponomarjowa. Und was wollen die Vereinigten Staaten eigentlich? Sie wollen die Nordflotte (der Russischen Föderation) überwachen, die dänischen Ansprüche auf den Festlandsockel rechtlich übernehmen und die künftige Logistik in der Arktis kontrollieren, zumindest anfangs vielleicht gemeinsam mit Russland. Es ist kein Zufall, dass viele amerikanische Analysten in verschiedenen Fachzeitschriften davon sprechen, dass wir eine neue Stufe des Supermachtkonflikts erreicht haben. Und wie viele Supermächte gibt es? Im Grunde drei. Und selbst dann müssen wir China im Blick behalten, denn China bewegt sich politisch nie über seine eigene Zone hinaus. Ja, schon, aber politisch gesehen praktisch nie. Chinas Einfluss ist von etwas anderer Natur. Und so zeigt sich, dass die Insel notwendig und wichtig ist.“
Abonnieren Sie uns auf
X
Top-Nachrichten
Letzte Nachrichten aus Belarus